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Aus Unfällen lernen: Tödlicher Strumunfall durch Verwechslung der Schaltzelle

Die Unfallauswertung zeigt, dass leichtfertiges Verhalten sowie das Vertrauen in die eigene Berufserfahrung das Risiko erhöhen, einen elektrischen Unfall zu erleiden. Die häufigste Art des Störlichtbogenunfalls ereignet sich am Hausanschlusskasten - so auch der folgende.
Aus Unfällen lernen: Tödlicher Strumunfall durch Verwechslung der Schaltzelle

Lichtbogenversuch im Labor an einem Hausanschlusskasten

Arbeitsauftrag:
Ein Monteur wurde beauftragt, eine neue Hausanschlussleitung anzuklemmen. Der Anschlusskasten des 8-Familienhauses befand sich im Treppenabsatz zum Keller. Der Freiraum zwischen diesem Hausanschlusskasten und einem gegenüberstehenden Regal betrug nur 70 cm.

Unfallhergang:
Zuerst entfernte der Monteur die NH-Sicherungen. Dabei verwendete er die vorschriftsmäßigen Schutzausrüstungen - den NH-Griff mit Stulpe und einen Gesichtsschutzschirm. Danach legte er diese Schutzausrüstungen ab und klemmte die alte, freigeschaltete Leitung ab. Die noch unter Spannung stehenden NH-Anschlussklemmen wurden nicht abgedeckt. Während des Anschließens der dritten Phase der neuen Leitung kam es zu einer Berührung des PEN-Leiters der alten Leitung mit den noch unter Spannung stehenden Teilen des NH-Unterteiles. Der so ausgelöste Störlichtbogen verursachte schwere Verbrennungen bei dem Monteur.

Unfallanalyse:
Die durchgeführten Arbeiten sind eindeutig dem „Arbeiten in der Nähe“ (BGV A3 § 6) zuzuordnen. Die noch unter Spannung stehenden Teile hätten freigeschaltet oder zumindest ausreichend abgedeckt werden müssen.