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Arbeitsumgebung

Beleuchtung, Lärm, Vibrationen, Klima

Beleuchtung

Gutes, ermüdungsfreies Sehen ist eine Voraussetzung für jede Art von Tätigkeit und für sicheres Arbeiten. Es ist dabei erwiesen, dass mit verbesserter Beleuchtung die Ermüdung sinkt, die Arbeitsleistung steigt, die Anzahl der Fehler abnimmt und weniger Unfälle geschehen. Das dafür notwendige Licht besitzt für den Menschen beachtenswerte Aspekte, die weit über die Funktion „Licht zum Sehen“ hinausreichen:

  • Licht aktiviert, es steuert biologische Rhythmen und fördert die Leistungsbereitschaft.
  • Eine geeignete Beleuchtung mit Tages- und Kunstlicht fördert das Wohlbefinden.
  • Licht lenkt die Aufmerksamkeit und kann bestimmte Merkmale von Gegenständen hervorheben.

Tageslicht ist in diesem Zusammenhang als natürliche Beleuchtung von sehr großer Wichtigkeit. Wo Menschen arbeiten, muss in den Arbeitsräumen Tageslicht vorhanden sein. Dieser Forderung stehen tatsächlich nur wenige Ausnahmen gegenüber, bei denen das Fehlen von Tageslicht aus technischen Sachzwängen begründet werden kann. Selbstverständlich ist an Arbeitsplätzen auch eine zusätzliche, künstliche Beleuchtung erforderlich.

Für deren Gestaltung sind die Anforderungen aus den Tätigkeiten und die jeweilige Raumsituation maßgebend. Die darauf ausgerichtete lichttechnische Gestaltung erfordert den Umgang mit einigen physikalischen Messgrößen:

  • Lichtstrom, Lumen [lm]
    Die Gesamtmenge aller Strahlen, die von einer Lichtquelle ausgehen.
  • Lichtstärke, Candela [cd]
    Der Teil des Lichtstroms, der in einem bestimmten Raumwinkel abgestrahlt wird.
  • Beleuchtungsstärke, Lux [lx]
    Der Teil des Lichtstroms, der pro Quadratmeter auf eine Fläche fällt.
  • Leuchtdichte, Candela/qm [cd/m2]
    Der Teil des Lichtstroms, der pro Quadratmeter von einer Fläche in das Auge gelangt.

 

Lärm

Unerwünschter oder die Gesundheit gefährdender Schall wird als Lärm bezeichnet. Dessen Wirkung erfolgt auf vielfältige Weise: Störung der Kommunikation, Lästigkeit oder Belästigung, Schädigung des Gehörs und weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen.

Bei andauernder oder einmaliger extremer Einwirkung kann eine Lärmschwerhörigkeit die Folge sein. Bei der Entstehung werden Sinneszellen des Gehörs nach und nach zerstört. Lärmschwerhörigkeit ist in allen Industrienationen eine der häufigsten gesundheitlichen Schädigungen am Arbeitsplatz. Damit wird deutlich, dass diesem Problem trotz gesetzlicher Auflagen mehr Beachtung entgegengebracht werden muss. Dies betrifft vorrangig die Hersteller von Maschinen und Anlagen, aber auch die Betreiber. Zudem besteht häufig bei den Mitarbeitern keine angemessene Einschätzung der Gefährdung. Viele können sich nur schwer vorstellen, wie gravierend sich die Erkrankung auswirken kann.

Vibrationen

Maschinen, die etwas in Bewegung versetzen, erzeugen mechanische Schwingungen oder Vibrationen. Werden diese Vibrationen auf den arbeitenden Menschen übertragen, können Beeinträchtigungen des Arbeitsprozesses und gesundheitliche Gefährdungen entstehen. So wird geschätzt, dass alleine in Deutschland über eine Million Erwerbstätige gesundheitsgefährdenden Vibrationen ausgesetzt sind.
Dies kann sich bei handgeführten und handgehaltenen Werkzeugen, wie z. B. Meißelhämmer, Bohrmaschinen oder Schleifer, überwiegend auf Hand und Arm des Maschinenbedieners auswirken.

Dies sind so genannte Hand-Arm-Vibrationen. Auf sich bewegenden Maschinen, wie z.B. Bagger, Stapler oder bewegliche Plattformen, wird in der Regel im Sitzen oder im Stehen gearbeitet. Hier wirken die Schwingungen auf nahezu den gesamten Körper. Daher werden sie als Ganzkörper-Vibrationen bezeichnet.


Belastung und Beanspruchung

Die Höhe der Belastung durch Schwingungen wird nicht nur durch die Intensität oder Amplitude und durch die Frequenz der Schwingung bestimmt, sondern auch durch verschiedene Faktoren wie die Schwingungsrichtung, die Schwingungsart – z. B. stoßhaltige Schwingungen –, die Einleitungsstelle in den Körper, die Ankopplungskraft zwischen Hand und Maschine, die Körperhaltung und die Expositionszeit.
Der arbeitende Mensch wird durch die einwirkenden Schwingungen beansprucht, wobei hierfür individuelle Voraussetzungen des Schwingungsexponierten wie z. B. das Alter, das Geschlecht oder die Konstitution sowie die jeweiligen Umgebungsbedingungen von weiterer Bedeutung sind.


Klima

Das Raumklima am Arbeitsplatz beeinflusst die Leistungsfähigkeit des Menschen und kann seine Gesundheit beeinträchtigen. Darüber hinaus tragen die klimatischen Bedingungen wesentlich zum persönlichen Empfinden eines Komforts oder Diskomforts bei. Für die Beurteilung des Raumklimas gilt es, folgende vier physikalische Größen zu messen und gemeinsam zu bewerten:

  • Temperatur der Raumluft
  • Strahlungstemperatur der Raumbegrenzungsflächen
  • Feuchtigkeit der Luft
  • Luftgeschwindigkeit

Selbstverständlich wirkt dabei die Art und Dauer der Tätigkeit, die Bekleidung und die körperliche Verfassung ebenso mit, wie die individuell unterschiedlichen Bedürfnisse und die subjektive Klimawahrnehmung.

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