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Psychische Belastungen

Jeder Mensch wird an seinem Arbeitsplatz nicht nur körperlich, sondern auch psychisch belastet. Grundsätzlich ist eine psychische Belastung weder negativ noch positiv.

Im günstigen Fall wird sie als Anregung oder Herausforderung empfunden. Gelingt es erfolgreich zu bestehen, machen Stolz und Genugtuung zufrieden und wir lernen dazu. Langfristig gesehen ist eine Kompetenzentwicklung ohne psychische Belastung nicht denkbar. Andererseits können sich auch unerwünschte Folgen  einstellen.

Denn gelingt es unter Belastungen nicht, zu bestehen, können sich schnell negative Beanspruchungsfolgen, wie z. B. psychische Ermüdung oder herabgesetzte Wachsamkeit einstellen. Wie sich die Belastung auf eine Person auswirkt, ist stark von ihren individuellen Leistungsvoraussetzungen abhängig und daher von Mensch zu Mensch verschieden.



Psychische Belastungen durch Arbeitsaufgabe/Arbeitsinhalt

  • Die Tätigkeit enthält nur vorbereitende, nur ausführende oder nur kontrollierende Handlungen.
  • Der Beschäftigte hat keinen Einfluss auf Arbeitsinhalt, Arbeitspensum, Arbeitsmethoden, Arbeitsverfahren oder Reihenfolge der Tätigkeiten.
  • Es gibt nur einseitige Anforderungen: Wenige, ähnliche Arbeitsgegenstände
    und Arbeitsmittel oder häufige Wiederholung gleichartiger, einfacher Handlungen in kurzen Takten.
  • Die Informationen sind zu umfangreich (Reizüberflutung), zu gering (lange Zeiten ohne neue Information), ungünstig dargeboten oder lückenhaft (wichtige Informationen fehlen).
  • Es gibt unklare Kompetenzen und Verantwortlichkeiten.
  • Die Tätigkeiten entsprechen nicht der Qualifikation der Beschäftigten (Über-/Unterforderung) oder es gibt eine nur unzureichende Einweisung/Einarbeitung in die Tätigkeit.
  • Die Arbeit führt zum Erleben emotional stark berührender Ereignisse (z. B. Unfall, Tod), zum ständigen Eingehen auf die Bedürfnisse anderer Menschen (z. B. auf Kunden), zum ständigen Zeigen geforderter Emotionen, unabhängig von eigenen Empfindungen oder zur Bedrohung durch andere Personen.

 

Arbeitsorganisation

  • Hohe Belastungen entstehen durch häufig wechselnde oder lange Arbeitszeit, ungünstig gestaltete Schichtarbeit, häufige Nachtarbeit, umfangreiche Überstunden, unzureichendes Pausenregime, hohe Taktbindung oder Arbeit auf Abruf.
  • Der Arbeitsablauf führt zu Zeitdruck, hoher Arbeitsintensität, häufigen Störungen oder Unterbrechungen.

 

Soziale Beziehungen

  • Ein isolierter Einzelarbeitsplatz gibt keine oder geringe Möglichkeit der Unterstützung durch Vorgesetzte und Kollegen.
  • Es gibt eine zu geringe/zu hohe Zahl sozialer Kontakte oder häufige Streitigkeiten und Konflikte, soziale Drucksituationen.
  • Soziale Unterstützung fehlt.
  • Es gibt zu wenig Feedback, Anerkennung für erbrachte Leistungen.
  • Mangelnde Führung und Unterstützung im Bedarfsfall.

 

Arbeitsumgebung

  • Es gibt Belästigungen, u. a. durch Lärm, Klima, Beleuchtung, Gerüche, unzureichende ergonomische Gestaltung von Arbeitsplatz und Arbeitsmitteln, wie z. B. unzureichende Softwaregestaltung.

 

Neue Formen der Arbeit

  • Es gibt eine Pflicht zur räumlichen Mobilität, atypische Arbeitsverhältnisse (Befristung, „Praktikum“, Mehrfacharbeitsverträge etc.).
  • Reduzierte Abgrenzungen zwischen Arbeit und Privatleben (z. B. Home-Office).
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