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Schritt 3: Gefährdungen bewerten

In den meisten Fällen können zur Bewertung Vorgaben aus Gesetzen, Verordnungen und Technischen Regelwerken herangezogen werden. (Bsp.: Arbeitsplatzgrenzwerte für Gefahrstoffe). Hier wurde das Risiko durch Fachleute bewertet und es ist keine weitere Risikoeinschätzung erforderlich (Grenzwert eingehalten: ja/nein).

Nur wenn solche Vorgaben nicht existieren oder wenn vom Technischen Regelwerk abgewichen werden soll, sind individuelle Risikoeinschätzungen notwendig. Hierbei schätzt man das Risiko ein, das sich aus dem vorhersehbaren Schadensausmaß und dessen Eintrittswahrscheinlichkeit zusammensetzt.

Die Fragen lauten also: Wie wahrscheinlich ist es z. B., dass in einer Arbeitssituation ein Unfall passiert oder eine Erkrankung entsteht? – und – Wie gravierend wären die Folgen?

Das Risiko einer Gefährdung wächst folglich mit dem möglichen Schadensausmaß und der Wahrscheinlichkeit für den Eintritt eines Schadens.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten eine Risikobewertung durchzuführen. Ein einfacher Weg ist die Einteilung der Risiken in drei Risikoklassen:

  • Risikoklasse 3: nicht akzeptable Risiken
    Ist es wahrscheinlich, dass ein Unfall mit schweren Folgen eintreten könnte, bedeutet dies ein inakzeptables Risiko. Dies gilt auch für Unfälle/Krankheiten, die zwar wenig wahrscheinlich sind, aber gravierende Folgen hätten. Nicht akzeptables Risiko bedeutet, dass sofort Maßnahmen ergriffen werden müssen.
  • Risikoklasse 2: mittelfristig nicht vertretbare Risiken
    Belastungen haben oft keine unmittelbaren Folgen, sondern schaden erst im Laufe der Zeit der Gesundheit. Diese Gefährdungen und Belastungen sind aber auf längere Sicht nicht akzeptabel. Bsp.: Heben schwerer Lasten per Hand ohne Hebehilfen. Hier sind mittelfristig entsprechende Hilfsmittel zu beschaffen.
  • Risikoklasse 1: akzeptable Risiken
    Höchst unwahrscheinliche oder Bagatellunfälle zählen zu den Risiken, die als akzeptabel gelten. Bsp.: Schnittverletzungen durch Papier am Büroarbeitsplatz.

Das Abschätzen oder Bewerten des Risikos einer bestimmten Gefährdungssituation ist meist ein subjektiver Vorgang, hier ist die Erfahrung der beurteilenden Person gefragt. Zugrunde gelegt werden die Häufigkeit und Dauer der Gefährdungsexposition, wodurch und wie oft es schon zu dem gleichen oder ähnlichen Eintritt der Gefährdung kam und ob die Gefährdungdauerhaft und sicher durch Schutzmaßnahmen vermieden werden kann.

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