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Organisation der Ladungssicherung

Der Unternehmer hat für eine geeignete betriebliche Organisationsstruktur zu sorgen. Dies betrifft auch den Bereich der Verladung und die Ladungssicherung. Ab einer bestimmten Betriebsgröße sind jedoch die Verpflichtungen des Unternehmers so umfangreich, dass er nicht mehr in der Lage ist, allen Pflichten selbst nachzukommen. Er ist daher berechtigt, Aufgaben auf zuverlässige und fachkundige Personen der nächsten Führungsebene zu übertragen.

Von seiner gesamten Verantwortung kann er sich jedoch nicht befreien, sondern behält weiterhin die sogenannte Oberaufsichtspflicht. Das bedeutet, dass er sich von Zeit zu Zeit vergewissern muss, ob die Personen, auf die er die Pflichten übertragen hat, ihrer Verantwortung gerecht werden.

Wie der Unternehmer die Organisation für den Bereich der Ladungssicherung aufbauen kann, wird nachfolgend beschrieben.

Verantwortlichen benennen und ausbilden lassen

Der Unternehmer wählt einen geeigneten Mitarbeiter aus, der bereit ist, die Verantwortung für den Bereich der Ladungssicherung zu übernehmen. Die notwendigen Fachkenntnisse hat sich der betreffende Mitarbeiter z.B. durch eine Ausbildung auf Grundlage der VDI-Richtlinie 2700 anzueignen. Nach erfolgreich abgeschlossenem Lehrgang wird der Mitarbeiter vom Unternehmer zum Leiter der Ladearbeiten bestellt. Sein Verantwortungsumfang wird in einer schriftlichen Pflichtenübertragung geregelt, in der die Aufgaben und Pflichten beschrieben werden. Des Weiteren erhält er den Auftrag zum Aufbau einer Organisation für den übertragenen Bereich, um klare Strukturen, Regelungen und Betriebsabläufe zu etablieren.

Die weitere Vorgehensweise wird nachfolgend beispielhaft beschrieben.

Ladungssicherungsmaßnahmen festlegen

Der Leiter der Ladearbeiten verfügt nach seiner Ausbildung über die notwendigen Kenntnisse, um die geeignete Art der Ladungssicherung festzulegen:

  • Formschlüssige Ladungssicherung
  • Kraftschlüssige Ladungssicherung
  • Kombinierte Ladungssicherung

Anschließend hat er zu ermitteln, welche Ladungssicherungshilfsmittel in welcher Zahl erforderlich sind.

Anforderungen an die Fahrzeuge festlegen

Für jeden Transport ist das geeignete Transportfahrzeug auszuwählen. Je nach Eigenschaften des Ladegutes kann z.B. ein Lkw mit Kofferaufbau oder ein Lkw mit Schiebeplane Vorteile für die Ladungssicherung bringen. Frühzeitig müssen daher die Anforderungen an das Fahrzeug festgestellt werden. Darüber hinaus muss bestimmt werden, welche Ladungssicherhilfsmittel in welcher Anzahl das Fahrzeug mitzuführen hat. Die Anforderungen an das Fahrzeug und dessen Ausstattung sollten mit dem Frachtführer oder Spediteur schriftlich vereinbart werden

Verladeanweisungen erstellen

Für die zuvor festgelegten Ladungssicherungsmaßnahmen sind schriftliche Verladeanweisungen zu erstellen. Mit Skizzen oder Fotos ergänzt, machen sie dem Ladepersonal leicht verständlich, welche Sicherungsmaßnahmen bei welchem Fahrzeugtyp und welcher Ladung durchzuführen sind. Zudem erleichtern die Verladeanweisungen dem Ladepersonal die Kontrolle der korrekten Ladungssicherung vor der Abfahrt. In der Praxis hat sich bewährt, die Anweisungen im Verladebereich auszuhängen.

Ladepersonal unterweisen und schulen

Das Ladepersonal ist regelmäßig anhand der Verladeanweisungen zu unterweisen. Die Unterweisung ist mindestens einmal jährlich durchzuführen und schriftlich durch die Teilnehmer zu bestätigen. Die Pflicht zur regelmäßigen Arbeitssicherheitsunterweisung nach den Unfallverhütungs-vorschriften bleibt hiervon unberührt

Neben den regelmäßigen Unterweisungen hat der Leiter der Ladearbeiten sicherzustellen, dass die Mitarbeiter mindestens einmal alle 3 Jahre nach VDI-Richtlinie 2700 Blatt 5 geschult werden. Hierbei werden Themen, wie physikalische Grundlagen, Eigenschaften der Ladung, Möglichkeiten der Ladungssicherung sowie deren praktische Durchführung vermittelt. Diese Schulungsmaßnahme kann durch den Leiter der Ladearbeiten selbst durchgeführt werden. Eine Schulung durch einen externen Anbieter ist nicht vorgeschrieben, kann aber in einzelnen Fällen sinnvoll sein. Die Schulung sollte, auch zum Nachweis der funktionierenden betrieblichen Abläufe, dokumentiert werden.

Fahrzeugkontrollen vor dem Beladen

Der Lkw an der Laderampe muss gegen Wegrollen oder vorzeitiges Wegfahren gesichert werden, denn jährlich ereignen sich tödliche Absturzunfälle mit Flurförderzeugen von der Laderampe. Das einfachste Sicherungssystem, den Lkw am Wegfahren zu hindern, ist der Unterlegkeil. Damit auch diese einfache aber wichtige Maßnahme wirksam ist, bedarf es klarer Regelungen im Betrieb:  

  • Wer hat den Unterlegkeil anzulegen?
  • Wer kontrolliert die Wirksamkeit?
  • Wer darf den Unterlegkeil entfernen?

Weitere technische Möglichkeiten sind der Elektronische Unterlegkeil und die manuellen bzw. automatischen Wegfahrsperren. Ist der Lkw an der Laderampe sicher blockiert, erfolgt durch das Ladepersonal die Überprüfung des Laderaumes. Dazu gehörten z.B.:

  • Kontrolle der Ladefläche – ist sie besenrein und fettfrei?
  • Kontrolle der Planen und Wände – sind sie unbeschädigt?
  • Kontrolle der Ladungssicherungshilfsmittel – sind sie geeignet und in der vereinbarten Stückzahl vorhanden?

Fahrzeugkontrollen nach dem Beladen

Nach dem Beladevorgang hat das Ladepersonal zu überprüfen, ob die Ladungssicherung entsprechend der Verladeanweisung durchgeführt wurde und somit ordnungsgemäß ist. Zur Dokumentation der Abfahrtskontrolle kann eine Checkliste genutzt oder ein Foto angefertigt werden.

Eigenkontrolle durch Dokumentation

„Bei uns wird jede Ladung ordnungsgemäß gesichert!“ Das kann nur derjenige behaupten, der im Betrieb eine geeignete Betriebsorganisation aufgebaut hat. Voraussetzung hierfür sind klar geregelte Arbeitsabläufe und geschulte Mitarbeiter sowie eine ständige Eigenkontrolle.

Dokumente einer funktionierenden Betriebsorganisation sind Arbeitsanweisungen, Verladeanweisungen, Teilnehmerlisten von Schulungen und Unterweisungen sowie Protokolle und Checklisten.

 

 

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