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Beitragsausgleich: Gute Prävention zahlt sich aus

Gute Prävention soll sich lohnen. Deshalb sind die Berufsgenossenschaften sogar gesetzlich verpflichtet, Unternehmen mit geringen Unfalllasten beim BG-Beitrag besser zu stellen als Betriebe mit hohen Lasten.

schmalBisher existierten vier verschiedene Beitragsausgleichsverfahren innerhalb der BG ETEM. Bereits für den Umlagebeitrag 2012 kommt das neue, einheitliche System zum Einsatz. Dieses setzt Anreize zur Prävention und ist ebenso transparent wie übersichtlich.

Bis zu 18 Prozent Beitragsnachlass ab 2012

Alle Mitglieder erhalten einen maximalen Nachlass in Höhe von bis zu 18 Prozent des Beitrags zur Eigenumlage, verringert um die Kosten der Versicherungsfälle Ihres Unternehmens. Neue Mitglieder erhalten im ersten Jahr bis zu 6 Prozent und im zweiten Jahr bis zu 12 Prozent Nachlass, ebenfalls abzüglich der jeweils angefallenen Kosten.

Zur Berechnung der Eigenbelastung werden die Versicherungsfälle der letzten drei Kalenderjahre herangezogen. Von diesen kommen jedoch nur die Aufwendungen aus zwei Jahren zum Tragen: Kosten aus dem Umlagejahr werden vollständig berechnet, Kosten aus dem Vorjahr zur Hälfte. Ältere Aufwendungen werden nicht berücksichtigt.

Folgende Versicherungsfälle fließen in die Berechnung der Eigenbelastung mit ein: Meldepflichtige Arbeitsunfälle, Dienstwegeunfälle und Berufskrankheiten. Unberücksichtigt bleiben nicht meldepflichtige Arbeitsunfälle (also solche mit einer Arbeitsunfähigkeit von bis zu drei Tagen), Wegeunfälle sowie Unfälle infolge alleinigen Drittverschuldens durch Personen, die nicht zum Unternehmen gehören, und Unfälle infolge höherer Gewalt.

Satzung der BG ETEM, § 28 Beitragsausgleich

 

Rechenbeispiel 1:

Ein Arbeitsunfall aus dem Jahr 2010 verursacht bis 2012 folgende Kosten:

Kosten im Jahr 2010 5.000,00 EUR
Kosten im Jahr 2011 2.500,00 EUR
Kosten im Jahr 2012 2.000,00 EUR


Diese Kosten werden beim Beitragsausgleich für 2012 wie folgt berücksichtigt:

Kosten im Jahr 2010 0 Prozent
Kosten im Jahr 2011 zu 50 Prozent 1.250,00 EUR
Kosten im Jahr 2012 zu 100 Prozent 2.000,00 EUR
Eigenbelastung gesamt 3.250,00 EUR

Ab dem Umlagejahr 2013 kommen die Kosten des Unfalls aus dem Jahr 2010 bei der Berechnung der Eigenbelastung nicht mehr zum Tragen, auch wenn in den Folgejahren weitere Kosten entstehen.

 

Rechenbeispiel 2:

Ein Arbeitsunfall aus dem Jahr 2011 verursacht bis 2012 folgende Kosten:

Kosten im Jahr 2011: 2.500,00 EUR
Kosten im Jahr 2012:
0,00 EUR

 

Diese Kosten werden beim Beitragsausgleich für 2012 wie folgt berücksichtigt:

Kosten im Jahr 2011 zu 50 Prozent 1.250,00 EUR
Kosten im Jahr 2012 zu
100 Prozent 0,00 EUR
Eigenbelastung gesamt: 
1.250,00 EUR


Für das Umlagejahr 2013 gilt folgendes:

Kosten des Unfalls aus dem Jahr 2011 kommen bei der Berechnung der Eigenbelastung nicht mehr zum Tragen. Eventuelle Kosten dieses Unfalls im Jahr 2013 werden zu 100 Prozent berücksichtigt.

 

Für den Beitrag 2012 (Beitrag für das Umlagejahr 2011) wurden letztmalig die bisherigen Beitragsnachlass-/-zuschlagverfahren angewendet.