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PCB-Skandal in Dortmund: Umfassende und schnelle Hilfe durch die Berufsgenossenschaften

(10.07.2010) Beschäftigte des Unternehmens Envio weisen nach Untersuchungen des Gesundheitsamtes Dortmund erhöhte PCB-Werte in ihrem Blut auf. Betroffen sind auch Beschäftigte benachbarter Unternehmen. Für die medizinische Betreuung und ggf. finanzielle Entschädigung der betroffenen Beschäftigten sind die Berufsgenossenschaften zuständig.

Die Berufsgenossenschaften (BG) werden allen betroffenen Beschäftigten schnellstmöglich und umfassend helfen. Dazu richten sie in Abstimmung mit dem Landesgewerbearzt ein spezielles medizinisches Betreuungsangebot für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein. Es zielt darauf ab, den Gesundheitszustand der Betroffenen langfristig zu beobachten und etwaige Erkrankungen so früh wie möglich zu erkennen.

Diese dauerhafte Betreuungs- und Untersuchungsmöglichkeit wird am Institut für Arbeitsmedizin und Sozialmedizin der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen unter Leitung von Prof. Dr. Thomas Kraus angeboten.

Hintergrundinformationen zu PCB

Polychlorierte Biphenyle (PCB) kommen in der Natur nicht vor. Sie können seit 1867 industriell hergestellt werden und erreichten seit 1927 den Höhepunkt ihrer Produktion. Es ist in reiner Form eine fast geruchlose, gelbliche Flüssigkeit, die thermisch und chemisch stabil, schwer entflammbar, elektrisch nicht leitend, sehr wasserabweisend und fettliebend ist. Aufgrund dieser Eigenschaften wurden PCBs als Wärmeübertragungsmedium, Isoliermaterial, Kühl- und Hydraulikflüssigkeit, Dichtungsmassen u.v.m. verwendet. Seit 2001 ist ihre Produktion weltweit verboten. Bereits seit 1999 gilt PCB als Sondermüll.

Wirkungen auf den Menschen
Es gibt aufgrund der molekularen Struktur, insbesondere aufgrund der unterschiedlichen Anordnung der Chlor-Atome, ca. 200 verschiedene PCBs mit unterschiedlichen Wirkungen auf den Menschen. Je mehr Chloratome ein Molekül trägt, umso langlebiger ist es im Körper. PCBs können über die Lunge, die Haut und die Nahrungskette in den Körper gelangen. Über den Blutkreislauf verteilt es sich in verschiedenen Organen. PCBs reichern sich im Laufe des Lebens im Körper an.

PCBs sind noch immer in der Umwelt, vor allem in der Nahrung, vorhanden und daher auch bei vielen Menschen im Blut nachweisbar. Der Nachweis von PCBs im Blut bedeutet nicht, dass es tatsächlich zu einer Erkrankung kommt.

In Zusammenhang mit chronischen und sehr hohen PCB-Expositionen wurden Erkrankungen von Leber, Nieren, Magen-Darm-Trakt, der Schleimhäute sowie des Nervensystems beobachtet. Nach heutigen Erkenntnissen können PCBs im Tierversuch die Bildung von Krebs fördern.

 

Die Berufsgenossenschaften bitten alle betroffenen Beschäftigten sich zu melden, damit sie in das Betreuungsprogramm aufgenommen werden können. Auch ehemalige Beschäftigte sowie Leiharbeiternehmer sollen sich melden. Die Federführung für alle Berufsgenossenschaften hat die BG Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse.

Die Adresse lautet:
Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse
Bezirksverwaltung Köln
Gustav-Heinemann-Ufer 120
50968 Köln
Telefon 0221 3778 -5002 / -5100 / -5120.
E-Mail bv.koeln@bgetem.de

Pressekontakt:
Christian Sprotte
Telefon 0175 260 73 90
E-Mail sprotte.christian@bgetem.de