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Versicherungsschutz in Katastrophengebieten

Gesetzliche Unfallversicherung unterstützt nach Japan entsandte Beschäftigte und deren Arbeitgeber

(18.03.2011) Beschäftigte, die sich vorübergehend berufsbedingt im Ausland aufhalten, genießen auch dort den Schutz der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung. Sie kommt für Körperschäden durch Arbeits-, Wegeunfälle und Berufskrankheiten auf. Dies gilt unter bestimmten Voraussetzungen auch für Austauschschüler, Auszubildende, Studenten und Praktikanten, wenn sie sich im Rahmen ihrer Ausbildung vorübergehend im Ausland aufhalten.

Für wen besteht Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung?
Beschäftigte sind versichert, wenn sie im Rahmen eines inländischen Beschäftigungsverhältnisses ins Ausland entsandt worden sind. Die Tätigkeit im Ausland muss von vornherein zeitlich befristet sein.

Schüler, Auszubildende und Studenten sind im Ausland versichert, wenn ihr Aufenthalt dort in unmittelbarem Zusammenhang mit der heimischen Bildungseinrichtung steht. Das heißt, die Bildungsmaßnahme muss von ihr geplant, angekündigt und durchgeführt werden. Bei Auszubildenden kann auch eine Entsendung über den heimischen Ausbildungsbetrieb vorliegen.

Nähere Auskünfte über den Versicherungsschutz gibt in jedem Einzelfall die zuständige Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse.

Unglück in Japan
Auch für Versicherte, die in Japan den Folgen der Erdbeben ausgesetzt waren, besteht grundsätzlich gesetzlicher Unfallversicherungsschutz. Erleiden sie wegen der Erdbeben, des Tsunamis oder in Folge erhöhter Radioaktivität einen Körperschaden, gilt dies unabhängig davon, ob der Schaden während der beruflichen Tätigkeit oder lediglich im Rahmen des berufsbedingten Aufenthaltes in Japan eingetreten ist.

Versicherte, die aus dem Unglücksgebiet zurückkehren und möglicherweise gesundheitsgefährdender Radioaktivität ausgesetzt waren, haben Anspruch auf Beratung und gegebenenfalls auf eine vorsorgliche Untersuchung. Die Kosten trägt der Arbeitgeber. Bei Fragen oder Unsicherheiten können sich Versicherte nach ihrer Rückkehr an den für sie zuständigen Unfallversicherungsträger wenden.

Hinweise für Unternehmer
Wenn ein ins Ausland entsandter Mitarbeiter einen Arbeitsunfall erleidet oder an einer Berufskrankheit erkrankt, kommt der zuständige Unfallversicherungsträger für die Kosten auf. Wichtig ist dabei: Auch bei einer Entsendung stellt die gesetzliche Unfallversicherung die Unternehmen grundsätzlich von der Haftung frei und bietet ihnen damit ein Höchstmaß an Rechtssicherheit. Arbeitgeber, die Mitarbeiter im japanischen Krisengebiet haben bzw. sie von dort zurück holen, können sich in allen arbeitsmedizinischen Fragen an ihren Unfallversicherungsträger wenden. Dieser wird bei Bedarf durch das Institut für Strahlenschutz und die Regionalen Strahlenschutzzentren aus dem Bereich der gesetzlichen Unfallversicherung unterstützt.

Weiterführende Informationen:
www.bgetem.de, Webcode 12178646
www.dguv.de

 

Besteht eine Gefährdung durch kontaminierte Waren, die aus Japan kommen?

Nach den Ereignissen im japanischen KKW Fukushima gibt es zahlreiche Fragen zu Waren, die jetzt aus Japan nach Deutschland kommen. Einen laufend aktualisierten Überblick über die derzeitige Situation kann man auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (www.bmu.de) , beim Bundesamt für Strahlenschutz (www.bfs.de) oder bei der deutschen Zollverwaltung (www.zoll.de) erhalten.

Für weitergehende Fragen steht der Fachbereich Strahlenschutz gerne zur Verfügung:
Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse
Präventionsabteilung
Fachbereich Strahlenschutz
Telefon: +49 (0)221 3778-6231
Email: strahlung@bgetem.de

Stand: 24.03.2011

 

Pressekontakt:
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)
Pressestelle
Stefan Boltz
Telefon 030 288763768
Telefax 030 288763771
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