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Fachkräfte für Arbeitssicherheit - Sifa

Rolle und Aufgaben

Fachkräfte für Arbeitssicherheit (Sifa) beraten Unternehmerinnen und Unternehmer in allen Fragen zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber bzw. Unternehmerinnen und Unternehmer sind nach dem Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) und der DGUV Vorschrift 2 verpflichtet, Fachkräfte für Arbeitssicherheit zu bestellen.

Fachkräfte für Arbeitssicherheit sind insbesondere die "Manager" der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes im Betrieb und unterstützen dabei, den Arbeitsschutz auf allen betrieblichen Ebenen fest zu verankern. Eine gute Beratung der Unternehmerinnen und Unternehmer ist mit entscheidend für den Stellenwert, die Qualität und Wirksamkeit von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Unternehmen.

Sicherheitstechnische Fachkunde

Sowohl das Arbeitssicherheitsgesetz als auch die DGUV Vorschrift 2 legen konkrete Anforderungen an die Fachkräfte für Arbeitssicherheit fest. Eine Fachkraft kann nur bestellt werden, wenn sie die folgenden Voraussetzungen (sicherheitstechnische Fachkunde) erfüllt:

  1. eine berufliche Qualifikation als Meister, Techniker oder Ingenieur
  2. eine mindestens zweijährige Berufserfahrung in diesem Beruf
  3. einen Nachweis der erfolgreichen Teilnahme an einem Ausbildungslehrgang, z. B. eines Unfallversicherungsträgers wie der BG ETEM

Ausbildungslehrgang im Rahmen der sicherheitstechnischen Fachkunde

Der Ausbildungslehrgang wird von der BG ETEM in der Bildungsstätte Bad Münstereifel angeboten. Die übrigen Voraussetzungen zur späteren Bestellung werden bereits vor dem Beginn des Ausbildungslehrganges geprüft. Eine Teilnahme ist nur möglich, wenn die Kandidatin/der Kandidat später auch zur Sifa bestellt werden kann.

In Ausnahmefällen können auch Personen zugelassen werden, die eine dem Meister, Techniker oder Ingenieur vergleichbare Ausbildung abgeschlossen haben oder in einer vergleichbaren Funktion mindestens vier Jahre beruflich tätig sind.

Haben Sie Interesse daran, eine eigene Fachkraft für Arbeitssicherheit ausbilden zu lassen? Dann wenden Sie sich bitte an die Schulungsabteilung in Köln entweder per E-Mail an bildung-koeln@bgetem.de oder telefonisch unter 0221 3778-6464. Eine Anmeldung direkt über die Seminardatenbank ist leider nicht möglich.

Ablauf der Ausbildung

Der Ausbildungslehrgang im Rahmen der Erlangung der sicherheitstechnischen Fachkunde nach §4 DGUV Vorschrift 2 und §7 ASiG besteht aus den Ausbildungsstufen I bis III.

Struktur der Sifa-Ausbildung

Der Ausbildungslehrgang umfasst insgesamt 5 Wochen Präsenzseminar in der Bildungsstätte Bad Münstereifel.

Zwischen den Präsenzwochen sind mindestens 130 Stunden Selbstlernzeit am PC/Notebook zu absolvieren, aufgeteilt auf drei Selbstlernphasen. Stufe III der Ausbildung ist die Branchenspezifik (branchen- bzw. bereichsbezogene Ausbildung). Sie dauert je nach Branche zwischen drei Tagen und einer Woche. Die gesamte Ausbildung ist innerhalb von 3 Jahren abzuschließen.

Ausbildungsstufe I - Grundausbildung

Hier geht es vor allem um den Erwerb von Grund- und Handlungswissen für die verschiedenen Aufgabenfelder einer Fachkraft für Arbeitssicherheit. Ausbildungsstufe I besteht aus den Präsenzphasen I, II und tlw. III sowie den Selbstlernphasen I und II.

Ausbildungsstufe II - vertiefende Ausbildung

Aufbauend auf den Grundkenntnissen sollen die Teilnehmenden in der Stufe II ihre erworbenen Kompetenzen bei der Lösung von komplexen planerischen und konzeptionellen Aufgaben zur Anwendung bringen. Dabei spielt das betriebliche Sicherheits- und Gesundheitsschutzmanagement eine wichtige Rolle. Ausbildungsstufe II besteht aus den Präsenzphasen III (tlw.) und IV sowie der Selbstlernphase III.

Ausbildungsstufe III - Branchenspezifische Ausbildung

Die Teilnehmenden sollen in diesem Teil der Ausbildung ihre Kenntnisse in Bezug auf die Branche bzw. den Wirtschaftszweig ihres Unternehmens vertiefen, indem sie sich mit branchentypischen Gefährdungen und Fallbeispielen beschäftigen. Ausbildungsstufe III entspricht der Präsenzphase V.

Bei der BG ETEM werden derzeit fünf branchenspezifische Seminare angeboten (Dauer zwischen 3 Tagen und einer Woche), zugeschnitten jeweils auf Betriebe der Bereiche:

  • Fertigung (Seminar 349)
  • Elektroinstallation/Elektromontage (Seminar 348)
  • Energieversorgung/Netzverteilbetriebe (Seminar 350)
  • Druck und Papierverarbeitung (Seminar 398)
  • Textil- und Bekleidungsindustrie (Seminar 366)

Informationen zu Anmeldemöglichkeiten finden Sie in der Seminardatenbank. Die Seminare stehen auch Teilnehmerinnen und Teilnehmern offen, die aus einer anderen Branche in einen Betrieb der BG ETEM wechseln und diesen sicherheitstechnisch betreuen sollen. Für überbetriebliche Dienste oder freiberufliche Fachkräfte für Arbeitssicherheit ist die Teilnahme kostenpflichtig.

Lernerfolgskontrollen - LEK

Innerhalb des Ausbildungslehrgangs sind vier Lernerfolgskontrollen zu absolvieren:

LEK 1: schriftliche Prüfung zu allen Bereichen der ersten Präsenzphase und der ersten Selbstlernphase (100 Fragen, vier Stunden Zeit; teils Multiple Choice, teils Freitext; separater Termin mit optionaler Vorbereitung in der Bildungsstätte)

LEK 2: Praktikumsbericht im Zusammenhang mit einem 8-wöchigen Praktikum im eigenen Betrieb, währenddessen ein konkretes Projekt aus dem Bereich Sicherheit und Gesundheit umzusetzen ist.

LEK 3: Präsentation der Praktikumsergebnisse in Form eines Vortrages von 10 Minuten (innerhalb der Präsenzphase IV / FA 5)

LEK 4: schriftliche Prüfung zu den Inhalten des branchenspezifischen Seminars (Bestandteil der Präsenzphase V / FA Bx)

Kosten der Ausbildung

Die BG ETEM übernimmt für die Teilnehmenden aus den versicherten Betrieben neben den Kosten für die Ausbildung auch die Kosten für die Unterbringung und Verpflegung in der Bildungsstätte sowie die Verpflegungs- und Fahrtkosten.

Die Lohn- oder Gehaltsfortzahlung für die Seminardauer sind vom Unternehmen zu tragen.