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Häufig gestellte Fragen

Im Zusammenhang mit einem Arbeitsunfall werden den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Berufsgenossenschaft häufig Fragen zum Versicherungsschutz, zum richtigen Verhalten im Schadensfall oder zum Leistungsumfang gestellt. Eine typische Auswahl solcher Fragen haben wir für Sie einmal beispielhaft beantwortet.

Arbeitsunfall - Was nun?

Antworten zu Leistungsfragen

Antworten zu Kostenerstattungen

Antworten zum Versicherungsschutz

 

Arbeitsunfall - Was nun?


Welchen Arzt muss ich nach einem Arbeitsunfall aufsuchen?

Nach einem Unfall muss ein Durchgangsarzt aufgesucht werden, wenn die Arbeitsunfähigkeit über den Unfalltag hinaus besteht oder die Behandlungsbedürftigkeit voraussichtlich mehr als eine Woche besteht. Der Durchgangsarzt ist normalerweise ein Unfallchirurg. Wo der nächste Durchgangsarzt zu erreichen ist, erfahren Sie in der Personalabteilung Ihrer Firma oder bei Ihrer Sicherheitsfachkraft. Ansonsten können Sie bei einem Unfallchirurgen in Ihrer Nähe nachfragen, welcher Arzt Durchgangsarzt ist. Oft befindet sich im örtlichen Krankenhaus ein solcher Arzt. Der Durchgangsarzt meldet dann den Unfall der zuständigen Berufsgenossenschaft.

Hier finden Sie eine Datenbank mit Adressen von Durchgangsärzten.

 

Antworten zu Leistungsfragen

Habe ich durch einen Arbeitsunfall besonderen Kündigungsschutz, wenn ich über einen längeren Zeitraum arbeitsunfähig bin?

Nein. Ein besonderer Kündigungsschutz besteht nicht. Die Berufsgenossenschaft kann Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben erbringen, wenn Ihnen auf Grund Ihrer Unfallfolgen gekündigt wird. Es sind Umschulungen, Weiterbildungen etc. möglich. Unsere Rehaberater stehen Ihnen gerne für Fragen zur Verfügung und begleiten diese Maßnahmen.

Zahlt die Berufsgenossenschaft bei einem Unfall meinen Lohn weiter?

Wenn die Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber abgelaufen ist, wird Ihnen von der Berufsgenossenschaft ein Verletztengeld gezahlt. Die Auszahlung übernimmt Ihre Krankenkasse.

Muss das Unternehmen Entgelte zur Berechnung von Lohnersatzleistungen an die BG melden?

Sie brauchen uns nur dann die Entgelte zu übermitteln, wenn wir Sie ausdrücklich dazu auffordern. In allen anderen Fällen benötigen wir keine Daten, weil die Entgeltersatzleistung über die Krankenkasse berechnet und gezahlt wird. Weitere Informationen

Wie hoch ist das Verletztengeld?

Das Verletztengeld beträgt 80% des entgangenen regelmäßigen Brutto-Entgeltes. Es darf aber nicht höher sein als das regelmäßige Netto-Entgelt. Davon werden noch die Beitragsanteile zur Renten- und Arbeitslosenversicherung abgezogen. Dadurch fällt das Verletztengeld um etwa 15% geringer aus als das letzte Nettoentgelt.

Wie lange wird Verletztengeld gezahlt?

Das Verletztengeld endet mit dem Ende der unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit. Längstens kann es bis zu 78 Wochen gezahlt werden. Besondere Bedingungen gelten, wenn eine Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit nicht möglich ist, bei Umschulungen etc.

Wann bekomme ich eine Unfallrente?

Eine Rente wird dann gezahlt, wenn die Folgen Ihres Unfalls mindestens eine Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) von 20% verursachen. Haben Sie zwei Versicherungsfälle mit einer MdE von jeweils 10% oder mehr wird für jeden einzelnen Unfall Rente gezahlt. Wenn Sie dazu Fragen haben, rufen Sie uns bitte an. Wir informieren Sie gerne. Durch die zur Zeit in der Politik und Selbstverwaltung diskutierte Reform der Unfallversicherung können sich auch beim Rentenrecht Änderungen ergeben. Bestehende Unfallrenten sind von der Reform aber nicht betroffen.

Zahlt die Berufsgenossenschaft auch Schmerzensgeld?

Nein. Eine Schmerzengeldzahlung sieht der Gesetzgeber grundsätzlich nicht vor, denn durch die Beiträge der Unternehmer sind sämtliche Schadensersatzforderungen abgegolten. Die von der Berufsgenossenschaft gezahlte Rente gleicht pauschal den Gesundheitsschaden und einen Minderverdienst aus. Somit ersetzt sie das zivilrechtliche Schmerzensgeld. Anderes kann gelten, wenn es sich um Unfälle im Straßenverkehr handelt, oder eine vorsätzliche Schädigung vorliegt. Zwar zahlt die Berufsgenossenschaft auch in diesen Fällen kein Schmerzensgeld, aber hier ist eine zivilrechtliche Haftung gegen den Unternehmer oder Arbeitskollegen möglich. Bei grob fahrlässig verursachten Unfällen kann die Berufsgenossenschaft den Verursacher für die entstandenen Kosten in Regress nehmen.

Ist meine Familie versorgt, wenn ich tödlich verunglücke?

Ja. Die Berufsgenossenschaft zahlt Sterbegeld und Hinterbliebenenleistungen. Dazu gehören die Witwen-/Witwerrenten und die Waisenrenten.

Zahlt die Berufsgenossenschaft, wenn mir bei der Arbeit meine Brille kaputt geht?

Wenn durch einen Arbeitsunfall die als Sehhilfe benötigte Brille beschädigt oder zerstört wird, übernimmt die Berufsgenossenschaft die Kosten für die Reparatur oder den Ersatz der Brille. Die Kostenübernahme ist beschränkt auf einen gleichwertigen Ersatz der beschädigten Gläser und die Kosten für das Brillengestell bis zur Höhe von 250,- Euro.

Wer bezahlt Schutzimpfungen für arbeitsplatzbedingte Gesundheitsgefahren?

In vielen Fällen müssen sich Arbeitnehmer aufgrund besonderer Gefährdungen am Arbeitsplatz zur Vorbeugung von Erkrankungen impfen lassen, z.B. bei dienstlichen Reisen in tropische Länder oder bei Tätigkeiten im Gesundheitswesen. Die Kosten für diese durch die Arbeit veranlassten Schutzmaßnahmen hat der Unternehmer zu tragen, da er nach dem Sozialgesetzbuch, dem Arbeitsschutzgesetz sowie der Biostoffverordnung für deren Durchführung verantwortlich ist. Der Unternehmer darf die Kosten für solche Schutzmaßnahmen nicht den Beschäftigten auferlegen.

Wer übernimmt die Kosten für eine Sehhilfe bei Bildschirmarbeitsplätzen?

Benötigt ein Arbeitnehmer aufgrund seiner Tätigkeit an Bildschirmgeräten spezielle Sehhilfen, da die normale Brille für die Tätigkeit nicht geeignet ist, hat der Arbeitgeber diese Sehhilfen zur Verfügung zu stellen, bzw. die Kosten dafür zu tragen. Um die Erforderlichkeit spezieller Sehhilfen festzustellen, ist den Beschäftigten vor Aufnahme der Tätigkeit und beim Auftreten von Sehbeschwerden eine angemessene Untersuchung der Augen und des Sehvermögens anzubieten. Erweist sich dabei eine augenärztliche Untersuchung als erforderlich, ist diese zu ermöglichen. Wird für die Tätigkeit eine Schutzbrille benötigt, hat der Arbeitgeber hierfür ebenfalls die Kosten zu tragen.

 

Antworten zu Kostenerstattungen

Muss ich Zuzahlungen zu Medikamenten leisten, die ich aufgrund eines Arbeitsunfalls benötige?

Nein, eine Zuzahlung muss nicht geleistet werden.

Ist eine Rückerstattung der Zuzahlung möglich, wenn diese bereits bezahlt wurde?

Ja. Die geleisteten Zuzahlungen für beispielsweise Medikamente werden von der Berufsgenossenschaft erstattet.

Werden Fahrtkosten erstattet? In welcher Höhe?

Die Berufsgenossenschaft erstattet Ihnen bei Fahrten (z.B. zum Arzt, zur Fortbildung, Umschulung etc.)  mit dem PKW 0,20 Euro je Kilometer, höchstens jedoch 130 Euro insgesamt für An- und Abreise. Es wird nur die verkehrsübliche Strecke erstattet.
Bei Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zahlt die BG die Fahrkarte für die 2. Klasse. Einsparmöglichkeiten wie BahnCard oder Monatskarte müssen genutzt werden und können von der BG ebenfalls erstattet werden, falls sich dadurch insgesamt niedrigere Fahrtkosten ergeben.

Werden auch Taxikosten zur ärztlichen Behandlung erstattet?

Taxikosten werden nur mit ärztlicher Notwendigkeitsbescheinigung erstattet. Diese liegt nur dann vor, wenn Sie wegen Ihrer Verletzung keinen öffentlichen Nahverkehr oder einen privaten PKW nutzen können oder Sie keine zumutbare Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr haben. Vorher sollten Sie sich mit Ihrem zuständigen Sachbearbeiter der Berufsgenossenschaft über die Kostenübernahme verständigen.

 

Antworten zum Versicherungsschutz

Wann bin ich gegen Arbeitsunfälle versichert?

Alle Arbeitnehmer in einem Betrieb sind automatisch in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert. Die Branchenzugehörigkeit des Betriebes in dem Sie arbeiten ist entscheidend dafür, bei welcher Berufsgenossenschaft Sie versichert sind. Als Arbeitsunfälle gelten dabei Unfälle, die Arbeitnehmer bei ihrer Arbeit oder auf den täglichen Arbeitswegen und Dienstwegen erleiden und die in einem Zusammenhang mit der betrieblichen Tätigkeit stehen.

Stehen auch 400-Euro-Kräfte unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung?

Diese Arbeitsverhältnisse sind genauso wie alle anderen Arbeitsverhältnisse versichert. Es gibt keine Unterscheidung nach der Höhe des Arbeitsentgeltes. Die Beiträge werden allein von den Unternehmern gezahlt.

Bin ich als Selbständiger auch in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert?

Der Gesetzgeber überlässt es den Berufsgenossenschaften zu entscheiden, ob sich Unternehmer bei ihnen freiwillig versichern können oder ob sie aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur Berufsgenossenschaft automatisch pflichtversichert sind. Für welche Regelung sich eine Berufsgenossenschaft entschieden hat, steht in der Satzung. Bei der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse können sich Unternehmer der feinmechanischen und elektrotechnischen Branchen freiwillig versichern. Dies gilt auch für ihre im Unternehmen mitarbeitenden Ehegatten sowie für unternehmerähnlich tätige Personen (z. B. Gesellschafter einer GmbH, die gleichzeitig Geschäftsführer sind). Für Unternehmer der Branchen der ehemaligen Textil- und Bekleidungs-Berufsgenossenschaft  besteht eine Pflichtversicherung.

Bin ich auf dem Weg zur Arbeit versichert?

Ja, versichert sind die direkten Wege von und zum Ort der Tätigkeit. Bei Abweichungen und Umwegen von diesem Weg verlieren Sie den Versicherungsschutz. Ausnahmen bestehen jedoch, wenn Sie Ihr Kind in die Betreuung oder die Schule bringen oder eine Fahrgemeinschaft haben. In solchen Fällen sind Sie weiterhin versichert, auch wenn Sie den direkten Weg zur Arbeit verlassen. Sollten Sie hierzu Fragen haben, rufen Sie uns an. Wir informieren Sie gerne. Die Mitgliedsbetriebe der BG Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse finden hier die für Sie zuständige Bezirksverwaltung.

Stehen Fahrgemeinschaften unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung?

Ja. Die Teilnehmer einer Fahrgemeinschaft sind auf dem Weg zur und von der Arbeit versichert. Eine Fahrgemeinschaft entsteht, wenn mehrere Berufstätige gemeinsam ein Fahrzeug auf dem Weg zur oder von der Arbeit benutzen. Fahrer und Mitfahrer müssen dabei nicht im gleichen Betrieb arbeiten und auch nicht regelmäßig zusammenfahren.

Bin ich eigentlich auf dem Weg zu einem Vorstellungsgespräch gesetzlich unfallversichert?

Nein. Tätigkeiten und Wege im Rahmen der selbständigen Arbeitssuche gehören regelmäßig zum privaten und damit nicht von der gesetzlichen Unfallversicherung erfassten Lebensbereich. Anders sieht es bei Arbeitslosen aus, die sich auf Grund einer Aufforderung der Bundesagentur für Arbeit bei möglichen Arbeitgebern vorstellen. Diese stehen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Bin ich unfallversichert, wenn ich - trotz Krankmeldung - zur Arbeit gehe?

Ja. Wenn Sie Ihre berufliche Tätigkeit wieder aufnehmen, sind Sie automatisch gesetzlich unfallversichert. Sie gelten dann als nicht mehr arbeitsunfähig. Bitte beachten Sie hierbei, dass Sie sich selbst im Betrieb gefährden können, wenn Sie sich vorzeitig und gegen ärztlichen Rat für eine Tätigkeitsaufnahme entscheiden.

Bin ich unter Alkoholeinfluss noch versichert?

Grundsätzlich riskiert jeder, der alkoholisiert arbeitet oder am Straßenverkehr teilnimmt, neben der Gefährdung seiner Gesundheit und der seiner Mitmenschen den Verlust seines Versicherungsschutzes.

  • Versicherungsschutz im Unternehmen
    Ist ein Mitarbeiter wegen Volltrunkenheit nicht mehr in der Lage, eine dem Unternehmen ernstlich dienende Tätigkeit auszuüben (Leistungsausfall), besteht grundsätzlich kein Versicherungsschutz. Führt der Alkoholgenuss zu einem Leistungsabfall, entfällt der Versicherungsschutz, wenn der Alkoholeinfluss allein die wesentliche Bedingung und damit rechtlich allein die Unfallursache ist. Das ist der Fall, wenn das auf Alkoholkonsum beruhende Fehlverhalten an der Unfallentstehung derart mitgewirkt hat, dass dagegen die betriebsbedingten Umstände so unbedeutend sind, dass sie außer Betracht bleiben müssen.
  • Versicherungsschutz im Straßenverkehr
    Bei einem Unfall im Straßenverkehr entfällt bei einem Leistungsausfall der Versicherungsschutz. Bei einem Leistungsabfall besteht kein Versicherungsschutz, wenn die alkoholbedingte Fahruntüchtigkeit die wesentliche Unfallursache ist, d.h. wenn der Versicherte in nüchternem Zustand bei gleicher Sachlage nicht verunglückt wäre. Kraftfahrer sind ab einer Blutalkoholkonzentration (BAK) von 1,1 Promille absolut fahruntüchtig. Liegt der BAK- Wert unter 1,1 Promille (relative Fahruntüchtigkeit), muss aufgrund von zusätzlichen Tatsachen (sog. alkoholtypische Ausfallerscheinungen) bewiesen werden, dass der Fahrer alkoholbedingt fahruntüchtig war.

 

Bin ich auch bei Überschreitung der gesetzlich festgelegten Höchstarbeitszeiten noch versichert?

Die Arbeitszeit in Deutschland ist durch das Arbeitszeitgesetz geregelt. Danach darf die werktägliche Arbeitszeit eines Arbeitnehmers acht Stunden nicht überschreiten; sie kann aber unter bestimmten Voraussetzungen auf bis zu zehn Stunden verlängert werden. Die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes überwachen die staatlichen Arbeitsschutzbehörden.

Versicherungsschutz in der gesetzlichen Unfallversicherung besteht grundsätzlich auch dann, wenn der Arbeitnehmer über die gesetzlich vorgeschriebene tägliche Höchstarbeitszeit hinaus für das Unternehmen tätig ist. Maßgebend für den Versicherungsschutz ist, dass der Arbeitsnehmer zum Unfallzeitpunkt eine Tätigkeit durchführt, die dem Unternehmen dienen soll.

Stehen ausländische Arbeitnehmer unter Versicherungsschutz, wenn sie im Ausland bei einer dortigen Werksniederlassung eingestellt wurden und hin und wieder in Deutschland arbeiten?

Nein. Diese Arbeitnehmer unterliegen weiterhin dem ausländischen Versicherungsverhältnis. Dies gilt umgekehrt auch für deutsche Beschäftigte, die ihren inländischen Versicherungsschutz behalten, wenn sie vorübergehend ins Ausland entsandt werden.

Bin ich gegen Arbeitsunfälle versichert, wenn mich mein Arbeitgeber ins Ausland schickt?

Bei Dienstreisen oder einer im Voraus zeitlich begrenzten länger dauernden Entsendung ins Ausland besteht weiterhin Versicherungsschutz, soweit das Beschäftigungsverhältnis in Deutschland besteht. Der Versicherungsschutz bezieht sich auf alle betrieblichen Tätigkeiten und damit verbundenen Wege einschließlich der An- und Abreise. Rein private Tätigkeiten (z.B. Stadtbummel, Nahrungsaufnahme, schlafen und Körperpflege) sind nicht versichert. Nähere Informationen

Bin ich bei Bereitschaftsdiensten (Rufbereitschaft, Notdienst) versichert?

Während der Wartezeit im häuslichen bzw. sonstigen privaten Bereich nein. Auf dem Weg zum angeforderten Arbeitseinsatz besteht Versicherungsschutz wie beim normalen Weg zur Arbeit.

Bin ich auf einer betrieblichen Gemeinschaftsveranstaltung versichert?

Eine betriebliche Gemeinschaftsveranstaltung (z. B. Betriebsfeier oder Betriebsausflug) ist versichert, wenn sie  der Pflege der Verbundenheit zwischen Betriebsleitung und den Beschäftigten sowie der Beschäftigten untereinander dient und vom Betrieb organisiert und durchgeführt wird. Erforderlich ist die Teilnahme der Betriebsleitung oder eines ihrer Vertreter sowie einer Mindestanzahl der Beschäftigten, die sich nach Art und Größe des Betriebes richtet. Art und Umfang der Veranstaltung sowie deren Beginn und Ende sollten festgelegt sein. Die Veranstaltung und damit der Versicherungsschutz enden mit Erreichen der festgelegten Dauer bzw. wenn die Betriebsleitung das Fest verlässt.

Nicht zu den betrieblichen Gemeinschaftsveranstaltungen zählen Abenteuerfahrten, Erlebniswochenenden, Incentiv- Reisen usw. Im Vordergrund steht hier oftmals die Belohnung für geleistete Arbeit, ohne dass dadurch die vom Unternehmen finanzierte Reise zu einer betrieblichen Tätigkeit für die Beteiligten wird.

Bin ich auch beim Betriebssport versichert?

Betriebssport ist versichert, wenn die sportliche Betätigung als Ausgleich zu der körperlichen, geistigen oder seelischen Arbeitsbelastung dient. Der Sport darf daher nicht zu Wettkampfzwecken ausgeübt werden. Die Übungen müssen in regelmäßigen Abständen, mindestens einmal monatlich, auch an arbeitsfreien Tagen stattfinden. Der Teilnehmerkreis ist im Wesentlichen auf Betriebsangehörige zu beschränken. Das Unternehmen muss einen gestaltenden Einfluss ausüben, indem es z.B. die Sportgruppe organisiert.

Geeignet für den Betriebssport ist grundsätzlich jede Sportart mit Ausgleichscharakter. Auch Sportarten, bei denen Mannschaften gegeneinander antreten (Fußball, Handball usw.) sind vom Versicherungsschutz erfasst, wobei nach der neuen Rechtsprechung Wettkämpfe gegen andere Betriebssportgemeinschaften außerhalb der regelmäßigen Übungsstunden nicht mehr versichert sind.

Stehen Personen, die ein Unternehmen besuchen, unter Versicherungsschutz?

Nach der Satzung der Berufsgenossenschaft sind Personen, die sich im Auftrag oder mit Zustimmung des Unternehmens auf der Betriebsstätte aufhalten (z. B. bei einem "Tag der offenen Tür", während ihres Aufenthaltes versichert. Nicht versichert sind jedoch Kunden, die aus privaten Gründen einen Einkauf tätigen oder sonstige Dienstleistungen in Auftrag geben (z. B. Wäsche in einer Reinigung abgeben).

Bin ich auf einer Dienstreise versichert?

Der Versicherungsschutz ist umfangreicher als bei regulären Tätigkeiten. Die Gefahrenmomente am fremden Ort sind größer als in der gewohnten Umgebung. Tätigkeiten, die unmittelbar dem Zweck der Dienstreise entsprechen und zwangsläufig im engen Zusammenhang mit der Reise anfallen, stehen unter Versicherungsschutz. Der Versicherungsschutz entfällt dagegen, wenn sich der Dienstreisende rein privaten Tätigkeiten widmet, die mit dem Zweck der Dienstreise nicht mehr im Zusammenhang stehen.

Bin ich bei Eignungsuntersuchungen versichert?

Beschäftigte, die sich auf Grund gesetzlicher Bestimmungen Eignungsuntersuchungen zu unterziehen haben, sind bei solchen Untersuchungen versichert, wenn es sich dabei um Pflichtuntersuchungen handelt, die durch das Unternehmen oder eine Behörde veranlasst wurden. Dazu gehören sämtliche ärztliche Untersuchungsmaßnahmen – in Arztpraxen, Krankenhäusern, bei Betriebsärzten usw. Versichert sind dabei auch die für die Untersuchung erforderlichen Wege. Nicht versichert sind Untersuchungen zur Erfüllung allgemeiner gesundheitlicher Aufgaben, wie z. B. Röntgenreihenuntersuchungen.

Bin ich als Teilnehmer eines Fahrsicherheitstrainings versichert?

Wird ein Mitarbeiter von seinem Arbeitgeber zum Fahrsicherheitstraining geschickt, so handelt er im Interesse des Betriebes und ist damit versichert. Initiiert der Beschäftigte eine solche Trainingsmaßnahme von sich aus, ohne Wissen und Einflussnahme des Betriebes, besteht kein Versicherungsschutz, da die Teilnahme dann als privat anzusehen ist. Die BG Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse bietet für Ihre Versicherten ein kostenfreies Fahrsicherheitstraining an. Nähere Informationen zu unserem Fahrsicherheitstraining.

Stehen Fortbildungsveranstaltungen außerhalb der Arbeitszeit unter Versicherungsschutz?

Die Teilnahme an einer Fortbildungsveranstaltung ist versichert, wenn sie als Teil der betrieblichen Beschäftigung anzusehen ist und dem Unternehmen unmittelbar dient. Eindeutig ist dies der Fall, wenn das Unternehmen die Teilnahme an der Fortbildung veranlasst hat. Andernfalls muss sich das betriebliche Interesse auf andere Weise dokumentieren, z.B. durch Kostenübernahme, bezahlte Freistellung von der Arbeit, usw.

Steht der Geschäftsführer einer GmbH unter Versicherungsschutz?

Hier ist neben dem Gesellschaftsvertrag auch der Anstellungsvertrag, der das Innenverhältnis des Geschäftsführers zur GmbH regelt, ausschlaggebend. Je nach den Umständen des Einzelfalles kann der Geschäftsführer abhängig Beschäftigter (dann versichert), oder Selbständiger (dann nicht versichert) sein.

Es kommt dabei nicht alleine auf die rechtliche Ausgestaltung des Dienstverhältnisses, sondern auch auf die tatsächlichen Umstände an. Besteht kein Pflichtversicherungsverhältnis, kommt eine freiwillige Versicherung bei der Berufsgenossenschaft in Betracht.

Bin ich während einer Arbeitspause versichert?

Essen und Trinken während einer Arbeitspause sind grundsätzlich keine versicherten Tätigkeiten, da sie dem privaten, persönlichen Lebensbereich zuzuordnen sind. Die Wege zum und vom Essensplatz sind versichert. Das gilt sowohl für Wege auf dem Betriebsgelände als auch für Wege außerhalb des Betriebsgeländes. Wege außerhalb des Betriebsgeländes zur Besorgung von Nahrungsmitteln stehen dann unter Versicherungsschutz, wenn der Einkauf dem alsbaldigen Verzehr am Arbeitsplatz und der Erhaltung der Arbeitsfähigkeit dient.

Sind Praktikanten, Ferienjobber und Diplomanden versichert?

Ferienjobber und Praktikanten sind in das Unternehmen und dessen Arbeitsprozesse eingegliedert und weisungsgebunden tätig. Sie sind deshalb wie die sonstigen Beschäftigten versichert. Der Versicherungsschutz besteht vom ersten Arbeitstag an und ist unabhängig von der Dauer des Arbeitsverhältnisses sowie von der Höhe des Entgelts.

Der vom Unternehmen zu leistende Beitrag für Ferienjobber und bezahlte Praktikanten richtet sich wie bei regulären Beschäftigungsverhältnissen nach der Höhe des gezahlten Entgelts. Das Unternehmen meldet diese Personen automatisch über die Entgeltsumme im Lohnnachweis an die Berufsgenossenschaft.

Ein Schülerpraktikum während des Schuljahres ist Teil der schulischen Ausbildung und daher über die Schüler-Unfallversicherung abgesichert. Freiwillige Praktika, die in den Ferien stattfinden, sind über die für das Unternehmen zuständige Berufsgenossenschaft abgesichert. Dies gilt auch für in der Studienordnung vorgeschriebene oder freiwillige Praktika von Studenten.

Versicherungsschutz bei der BG ETEM besteht für Personen, die sich zur Erstellung ihrer Doktorarbeit auf dem Gelände eines Mitgliedsbetriebes der BG ETEM aufhalten. Befindet sich der Doktorand lediglich zur Erstellung seiner Doktorarbeit auf dem Betriebsgelände des Mitgliedsunternehmens, so besteht Versicherungsschutz über die Satzung der BG ETEM. Befindet sich der Doktorand in einem echten Beschäftigungsverhältnis mit Entgeltzahlung und ist er in den Betriebsablauf eingegliedert, so ist er als „Beschäftigter“ per Gesetz versichert.

Nicht über die deutsche Unfallversicherung abgesichert sind Ferienjobber oder Praktikanten im Ausland. Die Unfallversicherung greift nur in Fällen, in denen in Deutschland ein festes Arbeitsverhältnis besteht und der Auslandsaufenthalt zeitlich befristet ist.

Ist ein Telearbeiter bei der Arbeit zu Hause unfallversichert?

Der Telearbeiter, der von zu Hause aus arbeitet, ist wie jeder andere Arbeitnehmer bei Ausübung der dienstlichen Tätigkeit versichert. Hinsichtlich der speziellen räumlichen Verhältnisse bei Telearbeitsplätzen gelten aber einige Besonderheiten. So fallen Gefährdungen die von der Privatwohnung ausgehen nicht unter den Versicherungsschutz. Bewegt sich der Arbeitnehmer innerhalb seiner Wohnung oder übt er Verrichtungen aus, die nicht unmittelbar mit seiner beruflichen Tätigkeit im Zusammenhang stehen, ist er dabei nicht versichert. Dies gilt zum Beispiel beim Weg von den privaten Räumen zum Arbeitszimmer oder beim Aufsuchen des Badezimmers. Alle Unterbrechungen der Arbeitstätigkeit werden als privatwirtschaftliche Tätigkeiten angesehen. Wege von und zur Betriebsstätte, z.B. um an Besprechungen teilzunehmen, sind als Betriebswege versichert.