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Vorträge

Zusammenfassung und Präsentationen

Braucht die Vision Zero im Straßenverkehr auch eine neue Kultur

Prof. Dr. Walter Eichendorf, Präsident des DVR

Verkehrsunfälle bilden den zentralen Unfallschwerpunkt bei den Versicherten der gesetzlichen Unfallversicherung. Die Folgen von Verkehrsunfällen sind besonders schwerwiegend: Fast zwei Drittel aller tödlichen Unfälle der GUV geschehen im Straßenverkehr und ein Viertel der schweren Unfälle. Damit ist ihre Prävention entscheidend für den humanitären und finanziellen Erfolg der Prävention der GUV.

Alle BGen und UKen haben sich zusammen mit dem DVR auf die Strategie der Vision Zero verpflichtet - einer Welt ohne tödliche und schwere Unfälle im Straßenverkehr und bei der Arbeit. Deshalb hat die gemeinsame Präventionskampagne kommmitmensch ab 2019 einen Schwerpunkt bei den Verkehrsunfällen gesetzt. Im Vortrag wird gezeigt, mit welchen zehn Maßnahmen rund 90 Prozent der Verkehrsunfälle vermieden werden können. Dabei wird deutlich, dass dies nur in einem engen Zusammenspiel von Infrastruktur, Fahrzeugtechnik, Recht- und Regelsetzung sowie den handelnden Menschen geschehen kann. Letzteren widmet sich die Kampagne zur Präventionskultur, denn nur mit einer anderen Kultur der Vorsicht und gegenseitigen Rücksicht können die Unfallzahlen im Straßenverkehr trotz zunehmender Mobilität nachhaltig gesenkt werden.

Präsentation

Arbeits- und Führungskultur im Zeitalter der Digitalisierung

Andreas Greve, nextpractice GmbH

Eine Auseinandersetzung mit der Zukunft von Arbeit und Führung ist besonders in Zeiten der Digitalisierung und einer immer schnelleren, globaleren Welt für Unternehmen nahezu aller Branchen und Größen von zunehmender Bedeutung. Alte Konzepte, nach denen Führungskräfte ihr Unternehmen zielsicher steuern, ihre Mitarbeiter hierarchisch zu Höchstleistungen führen und Märkte mit Marketingaktionen grundlegend zu ihren Gunsten beeinflussen konnten, haben in einer vernetzten, instabilen Welt ausgedient. Verschiedene Wertegruppen mit teilweise gegensätzlichen Vorstellungen haben sich herausgebildet, während sich die starke Mitte mehr und mehr auflöst. Unternehmen steuern immer häufiger in die Komplexitätsfalle und sind gezwungen, auf Sicht zu segeln. In Zukunft wird nur erfolgreich sein, wer es schafft, sich in der immer noch zunehmenden Komplexität zu orientieren.

Präsentation

Wie wird man kommmitmensch? Die Kampagne zur Kultur der Prävention

Dr. Just Mields, BG ETEM

Die Kampagne kommmitmensch hat das Ziel, eine Kultur der Prävention zu etablieren. Sicherheit und Gesundheit sollen als zentrale Werte erkannt und gelebt werden. Von jedem Einzelnen, den Unternehmen und darüber hinaus in allen Lebensbereichen. Die Kampagne stellt damit einen Paradigmenwechsel dar. Weg vom reaktiven - hin zum proaktiven Denken.

Gewöhnlich werden Regelungen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz als Reaktion auf ein Ereignis, zum Beispiel einen Unfall entwickelt. Eine Kultur der Prävention fördert proaktives Handeln, das heißt, dass Probleme aufgegriffen werden, bevor sie entstehen. Das ist ein großer Schritt in Richtung Null Unfälle und der Vision Zero.

Neue Ansätze und Ideen zur Unterstützung der Unternehmen auf ihrem individuellen Weg zur Kultur der Prävention werden vorgestellt.

Präsentation

Mitarbeiter als Erfolgsfaktor

Kerstin Riesch, Stromnetz Berlin

Präsentation

Workshop 1: Werkzeuge zur Kulturentwicklung

Vivien Iffländer, Fraunhofer-Institut für Arbeitsorganisation: Werkzeuge für Teams

Das Kartenspiel "Das ist Quatsch!" setzt direkt bei den Mitarbeitenden an und sensibilisiert sie für den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz, indem gängige Ausreden, sich nicht mit dem Thema auseinanderzusetzen, spielerisch entkräftet werden. Es eignet sich für den Einsatz in Teambesprechungen, an Aktionstagen im Betrieb, auf Betriebsfeiern, in den Pausen sowie als Einstieg in Gruppenunterweisungen.

Das Werkzeug "PrinzipienFest" regt zum Reflektieren und Diskutieren in Teams an, indem blinde Flecken im alltäglichen Handeln situationsbasiert aufgedeckt und wünschenswerte Handlungsprinzipien abgeleitet werden. Es eignet sich zum Einsatz in Teambesprechungen, als Einstieg in Gruppenunterweisungen sowie allgemein zur Verbesserung der Zusammenarbeit im Team.

Präsentation

Dr. Marlen Cosmar: Werkzeuge für Führungskräfte

Die kommmitmensch-Dialoge sind ein Ansatz, der darauf abzielt, in moderierten Kleingruppen die Kultur im eigenen Team und im eigenen Unternehmen zu reflektieren und Veränderungsideen zu entwickeln. Auf verschiedenen Karten mit Texten und Comics werden den Teilnehmern auf unterhaltsame Weise Qualitäten von Kultur in den sechs verschiedenen Handlungsfeldern der Präventionskultur-Kampagne "kommmitmensch" vermittelt. Die gemeinsame Diskussion über diese verschiedenen Qualitäten bietet einen leichten und konkreten Einstieg in die danach folgende Diskussion der Kultur im Unternehmen.

Präsentation

Workshop 2: Nudging

Dr. Just Mields, Isabel Schneider, BG ETEM

Nudging ist Englisch und steht für "Stupsen". Es ist eine Methode aus der Verhaltensökonomie. Sie basiert auf psychologischen Erkenntnissen darüber, wie Menschen Entscheidungen treffen. Im Workshop lernen die Teilnehmenden mit kreativen Methoden unterschiedliche "Daumenregeln" kennen, nach denen Menschen Entscheidungen treffen. In Kleingruppen reflektieren die Teilnehmenden systematisch unsichere Situationen im Betrieb und ermitteln, welche "Stupser" helfen können, das unsichere Verhalten zu reduzieren bzw. sicheres Verhalten zu erhöhen. Ziel ist es, Vorschläge dafür zu generieren, wie die Arbeitsbedingungen gestaltet werden können, sodass es wahrscheinlicher wird, dass sich die Arbeitenden sicher und gesund verhalten. Wichtig ist dabei, dass die Wahlfreiheit der Beschäftigten bestehen bleibt.

Workshop 3: Nachhaltiger Kulturwandel - Was sind erste Schritte in der Praxis?

Dr. Anette Gebauer

Ein Kulturwandel ist schnell gefordert, aber meist schwierig zu realisieren. Euphorisch gestartete Initiativen verlaufen schnell im Sand und wirken eher kontraproduktiv. Doch es gibt auch andere Beispiele. Unternehmen, denen ein nachhaltiger Kulturwandel gelungen ist. Im Workshop diskutieren wir folgende Fragen: Was sind Möglichkeiten, was aber auch Grenzen der Kulturentwicklung? Was sind wichtige Hebel, um Kulturentwicklung möglich zu machen? Und was sind erste konkrete Schritte auf dem Weg von A nach B?

Workshop 4: Gesundheitslotsen im Betrieb

Robert Gründler

Arbeitsverdichtung, Mobilität und Flexibilität, Erreichbarkeit: Unsere Arbeit verändert sich zunehmend. Und das erfordert eine erhöhte Anpassungs- und Veränderungsbereitschaft jedes Einzelnen. Zudem verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben. Das gibt uns auf der einen Seite mehr Möglichkeiten, den Vollzeitjob mit Kindererziehung oder der Pflege von Angehörigen zu vereinbaren. Auf der anderen Seite haben viele von uns das Gefühl, nicht mehr Schritt halten zu können. Das äußert sich in den steigenden Fehlzeiten und den frühzeitigen Einstieg in das Rentenalter aufgrund psychischer Erkrankungen. Erschwerend kommt hinzu, dass Fehlzeiten aufgrund von psychischer Belastung über alle Altersgruppen hinweg in etwa dreimal so hoch sind wie bei anderen Erkrankungen. Deshalb gewinnt die betriebliche Gesundheitsförderung in vielen Betrieben an Bedeutung.

Präsentation

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