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Hand- und Hautschutz

Wie wichtig die Haut für unsere Gesundheit ist, merken viele Menschen erst, wenn sie geschädigt ist. Als größtes Organ bietet sie perfekten Schutz gegen äußere Einflüsse.

Am Arbeitsplatz sind es insbesondere die Hände, die viel leisten. Beispielsweise beim Hautkontakt zu rauen oder scharfkantigen Oberflächen, bei Tätigkeiten mit gefährlichen Stoffen oder mit Wasser. Dazu braucht die Haut der Hände oft zusätzlichen Schutz.

Wer seine Haut bei Tätigkeiten mit hautgefährdenden Einwirkungen nicht angemessen schützt, reinigt und pflegt, muss mit Hauterkrankungen rechnen. Viele Beschäftigte in Mitgliedsbetrieben der BG ETEM sind davon betroffen, manche können deshalb ihren Beruf nicht mehr ausüben.

Die Verantwortung, Beschäftigte vor arbeitsbedingten Erkrankungen zu schützen, liegt beim Unternehmer und den verantwortlichen Vorgesetzten. Im Betrieb muss bekannt sein, welche Tätigkeiten die Haut gefährden können und welcher Schutz notwendig ist. Dies ist im Rahmen der dokumentierten Gefährdungsbeurteilung zu klären. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ihrerseits verpflichtet, die aus der Gefährdungsbeurteilung abgeleiteten Schutzmaßnahmen zu unterstützen und notwendige Anweisungen hieraus konsequent einzuhalten. Die Mittel, die dafür notwendig sind, stellt der Betrieb zur Verfügung.

Läuft alles richtig, können Risiken für arbeitsbedingte Hauterkrankungen wirksam eingedämmt, zumindest minimiert werden. Aber wie kommen Betriebe zu dem Wissen, welcher Hand- und Hautschutz notwendig ist? Allein mit dem Aushängen vorgefertigter Hautschutzpläne ist es jedenfalls nicht getan.

Nur die arbeitsplatz- und tätigkeitsbezogene Gefährdungsbeurteilung – ohnehin gesetzlich vorgeschrieben – führt auch beim Thema Hand- und Hautschutz zu geeigneten Schutzmaßnahmen. Wo mit Gefahrstoffen und/oder biologischen Arbeitsstoffen oder viel mit Wasser umgegangen wird, kann stoffabhängig und je nach Art, Höhe, Dauer und Ausmaß der Gefährdung eine arbeitsmedizinische Vorsorge den betrieblichen Hand- und Hautschutz vervollständigen.

Fünf Schritte führen zum Ziel. Der Aufwand lohnt sich. Und zahlt sich durch gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus.

Fünf Schritte zum betrieblichen Hautschutz
Haut- und Handschutz sind Maßnahmen zum  Arbeits- und Gesundheitsschutz und können helfen, berufsbedingte Hauterkrankungen zu reduzieren. Sorgen Sie in Ihrem Unternehmen dafür, dass Haut- und Handschutz gelebt wird.

Schritt 1: Fachkundige Gefährdungsbeurteilung
Ermitteln Sie die Hautgefährdungen in Ihrem Betrieb. Eine fachkundige Gefährdungs-beurteilung bietet Ihnen einen umfassenden Überblick über die Hautgefährdungen Ihrer Beschäftigten.

Schritt 2: STOP-Prinzip
Leiten Sie aus den ermittelten Gefährdungen die geeigneten Schutzmaßnahmen für Ihre Beschäftigten ab. Gehen Sie dabei nach dem STOP-Prinzip vor, in der Reihenfolge:

  • S: Substitution (S)
  • T: Technische (T) und
  • O: Organisatorische (O) Maßnahmen sowie
  • P: Persönliche (P) Schutzmaßnahmen

Schritt 3: Hautschutzplan
Erstellen Sie einen Hautschutzplan. Stellen Sie Ihren Beschäftigten zur Verfügung: die auf die jeweiligen Tätigkeiten ab gestimmten Hautschutz-, Hautreinigungs- und Hautpflegemittel, geeignete Schutzhandschuhe und bei Bedarf Desinfektionsmittel. Sorgen Sie dafür, dass diese auch genutzt werden!

Schritt 4: Unterweisung
Unterweisen Sie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig zum Hautschutz. Die Unterweisung muss arbeitsplatz- und tätigkeitsbezogen ausgerichtet sein und die jeweils vorliegenden Gefährdungen berücksichtigen. Teil dieser Unterweisung ist auch die arbeitsmedizinisch-toxikologische Beratung unter betriebsärztlicher Beteiligung. Die Unterweisung muss vor Aufnahme der Beschäftigung und danach mindestens jährlich erfolgen und dokumentiert werden.

Schritt 5: arbeitsmedizinische Vorsorge
Organisieren Sie im Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung und unter Beachtung der rechtlichen Vorgaben die arbeitsmedizinische  Vorsorge. Beim ersten Verdacht auf eine Hauterkrankung:  Unverzüglich betriebsärztlichen Rat hinzuziehen! Lassen Sie sich von Ihrer Berufsgenossenschaft beraten.

Integrativer Hautschutz

  • Beim integrativen Hautschutz sind Hautschutzmittel und Hautreinigung aufeinander abgestimmt und werden um die anschließend durchzuführende Hautpflege ergänzt.
  • Integrativer Hautschutz ist der wichtigste Bestandteil des Hautschutzkonzeptes und lässt sich allein durch reine Hautpflege nicht ersetzen.

Der zusätzliche Einsatz von Hautpflegemittel unterstützt die Hautregeneration der  Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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