Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

1. Vorbereitung und Planung

Investieren Sie ausreichend Zeit für eine saubere Planung aller Prozessschritte.

Steuerungsgruppe

Die Steuerung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung sollte durch eine Steuerungsgruppe erfolgen. Diese setzt sich idealerweise aus den folgenden Personen zusammen:

  • Geschäftsleitung oder ein Vertreter
  • Interessenvertretung (Betriebsrat)
  • Fachkraft für Arbeitssicherheit
  • Betriebsarzt
  • Mitarbeiter des Personalbereichs
  • Vertreter aus dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement
  • weitere Beauftragte

Idealerweise nutzen Sie bestehende betriebliche Strukturen, zum Beispiel den Arbeitsschutzausschuss (ASA).

Die Steuerungsgruppe setzt Ziele, plant den Prozess, legt Rahmenbedingungen, Ressourcen und Verantwortlichkeiten fest.

Projektplan entwickeln

Im nächsten Schritt wird ein Projektplan erstellt. Die Projektplanung ergibt sich aus den in dieser Handlungsanleitung hinterlegten Schritten.

Wichtige Fragen, die in diesem Zusammenhang beantwortet werden sollten:

  • Sollen die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung oder Teilschritte zunächst in einem Pilotbereich durchlaufen werden?
  • Kann die Umsetzung komplett intern erfolgen oder soll sie durch einen externen Dienstleister unterstützt werden?

Die Durchführung, Auswertung und Beurteilung der Befragung ist abhängig von der Betriebsgröße. Erfahrungsgemäß ist mit mindestens sechs Wochen zu rechnen.

Bei der Festlegung des Befragungszeitraumes sollten Sie darauf achten, eine Zeitspanne zu wählen, in der möglichst viele der Beschäftigten auch tatsächlich im Betrieb anwesend sind (keine Hauptferienzeiten o.Ä.).

Auswertungsgruppen festlegen

In der Gefährdungsbeurteilung soll die Belastung durch die berufliche Tätigkeit/den Arbeitsplatz erfasst werden. Gleichartige Tätigkeiten können zusammengefasst werden.

Daher sollten die Auswertungsgruppen Arbeitsplätze bzw. Tätigkeiten umfassen, die hinsichtlich ihrer psychischen Belastung vergleichbar sind.

Diese Gruppenbildung kann anhand des Organigramms erfolgen. Das würde bedeuten, alle Mitglieder eines Arbeitsteams oder einer Abteilung bilden eine Auswertungsgruppe. Alternativ kann die Gruppenbildung auch tätigkeitsbezogen erfolgen, so dass alle Entwickler eine Auswertungsgruppe bilden, alle Führungskräfte eine, alle Monteure eine usw.

Unter Umständen können auch Kombinationen Sinn ergeben, wie z.B. Auswertungsgruppen anhand der Teamzugehörigkeit zu bilden, daneben eine Auswertungsgruppe für Führungskräfte.

Berücksichtigen Sie bei der Bildung von Auswertungsgruppen zudem die folgenden Hinweise:

  • Denken Sie an den Datenschutz – es sollten keine Auswertungsgruppen mit weniger als 10 Beschäftigten gebildet werden, um die Anonymität beim Ausfüllen des Fragebogens sicherzustellen.
  • Bilden Sie nachvollziehbare Auswertungsgruppen – im Laufe der Befragung muss der Beschäftigte angeben, zu welcher Auswertungsgruppe er gehört.
Diesen Beitrag teilen
Diesen Beitrag teilen