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etem Magazin | Ausgabe 4/2015 | Elektro Feinmechanik

(LärmVibrationsArbSchV) sowie die 2010 erschienenen Technischen Regeln zur LärmVibrationsArbSchV (TRLV Lärm). Im Kern der Verordnung stehen die Gefähr- dungsbeurteilung sowie die Vorgabe be- stimmter Schutzmaßnahmen für den Fall, dass die Lärmexposition der Beschäftig- ten bestimmte Auslösewerte erreicht oder unter auch an verschiedenen Einsatz- orten statt. Hinzu kommt, dass die Beschäftigten neben dem selbst erzeug- ten Lärm auch noch wechselnden Lärm- quellen aus der Umgebung ausgesetzt sind (z. B. Lärm anderer Gewerke, Stra- ßenlärm). Aus diesem Grund bleibt auch hier die sorgfältige Arbeitsanalyse zu Be- ginn der Ermittlung der wichtigste Punkt. Nur wenn alle vorkommenden Tätigkeiten bekannt sind, kann ein Tages-Lärmex- positionspegel für einen repräsentativen Arbeitstag gebildet werden. Dazu dient eine passende Messstrategie nach TRLV Lärm bzw. DIN EN ISO 9612 „Akustik – Bestimmung der Lärmexposition am Arbeitsplatz“. Aus vielen Messwerten, die zum Teil an mehreren Arbeitstagen erho- Beispiele aus der Praxis ▪▪ Bei der Lärmexposition an Metall- bearbeitungsmaschinen (z. B. Drehmaschinen, Fräsmaschinen, Bearbeitungszentren) behandeln Gefährdungsbeurteilungen sehr häufig allein das Laufgeräusch der Maschine. In der Regel nen- nen sie einen Wert zwischen 75 und 83 dB(A). An derartigen Maschinen setzen Bediener aber auch regelmäßig eine Druckluft- pistole ein, um Werkstücke sowie Werkzeug und Maschine zu reini- gen. Je nach Häufigkeit und Dauer des Drucklufteinsatzes pro Ar- beitstag kann an diesen Arbeits- plätzen der obere Auslösewert schnell erreicht bzw. überschritten werden. ▪▪ Beim Bedienen von Stanz-Nibbel- Maschinen spielen mehrere lärm- relevante Produktionsfaktoren eine große Rolle. Diese müssen allesamt berücksichtigt werden, wenn man die Lärmexposition ermittelt. Als wichtigster Faktor ist die Dicke des zu bearbeitenden Bleches zu nennen. Wird die Lärmmessung lediglich beim Be- arbeiten von dünnen Blechen (≤ 2 mm) durchgeführt, ergibt sie in der Regel Werte deutlich unter 85 dB(A). Kommen aber Bleche ab einer Stärke von 3 mm zum Einsatz, kann der obere Auslöse- wert schnell erreicht oder über- schritten werden. Beide Beispiele zeigen, dass das Gehör direkt gefährdet werden kann, ohne dass die Gefährdungs- beurteilung darauf eingeht. Eine nicht sorgfältig durchgeführte Analyse kann damit schnell zur Auswahl falscher Schutzmaßnah- men führen. übersteigt. Die Höhe der Lärmexposition ist als Tages-Lärmexpositionspegel (LEX,8h) und Spitzenschalldruckpegel (LpC,peak) an- zugeben. Die Definitionen der Pegel sind nachzulesen im Infokasten auf Seite 8. Nachdem der Tages-Lärmexpositions- pegel und der Spitzenschalldruckpegel ermittelt wurden, sind beide hinsichtlich ihrer Gefährdung für die Beschäftigten zu beurteilen. Dazu muss man die Pegel mit den im § 6 der LärmVibrationsArbSchV festgelegten Auslösewerten vergleichen. Je nach Beurteilungsergebnis müssen Arbeitgeber entsprechende Schutzmaß- nahmen nach LärmVibrationsArbSchV bzw. nach der Verordnung zur arbeits- medizinischen Vorsorge (ArbMedVV) um- setzen. Die Grafik auf den Seiten 8/9 zeigt die Auslösewerte mit den entspre- chenden Schutzmaßnahmen. Die angeführten Definitionen zum Tages-Lärmexpositionspegel und Spitzen- schalldruckpegel enthalten Begriffe, die zum Ermitteln der Lärmexposition eine wichtige Grundlage bilden und deshalb nachfolgend näher kommentiert werden. „Alle auftretenden Schallereignisse“ Die LärmVibrationsArbSchV soll Beschäf- tigte vor tatsächlichen oder möglichen Gefährdungen durch Lärm oder Vibratio- nen bei der Arbeit schützen. Um dieses Schutzziel zu gewährleisten, müssen Betriebe im Rahmen der Gefährdungs- beurteilung das genaue Ausmaß der Lärmexposition für die Beschäftigten ermitteln. Das bedeutet, an jedem zu beurteilenden Arbeitsplatz alle Tätigkei- ten, Maschinenparameter und Umge- bungsparameter hinsichtlich Art, Höhe und Dauer der Lärmexposition sorgfältig zu analysieren. „Repräsentativer Arbeitstag“ Der Begriff „Tages-Lärmexpositionspegel“ darf nicht den Eindruck erwecken, dass es lediglich darum geht, den Expositions- pegel für einen Arbeitstag festzustellen. Bei einer Vielzahl von Berufen bzw. Arbeitsplätzen variiert der Tages-Lärmex- positionspegel zum Teil sehr stark von Tag zu Tag. Ein gutes Beispiel dafür sind Be- schäftigte, die tagtäglich auf Baustellen arbeiten. Es gibt dort viele unterschiedli- che Tätigkeiten, die nicht alle an jedem Arbeitstag ausgeführt werden. Sie dauern beispielsweise an verschiedenen Tagen unterschiedlich lange – und finden mit- An einem Arbeitstag muss das Gehör mit Lärm aus vielfältigen Quellen in unterschiedlicher Lautstärke fertigwerden. mensch & arbeit 10 etem 04.2015

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