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etem Magazin | Ausgabe 4/2015 | Elektro Feinmechanik

Mit Spaß zum Leistungsoptimum Dr. Just Mields, Arbeitspsychologe bei der BG ETEM, über die Vorteile gesundheitsgerechter Führung. Worauf kommt es beim gesundheitsgerechten Führen von Mitarbeitern besonders an? ▪▪ Führung ist die Lösung für das Problem, andere Menschen dazu zu bringen, für einen zu arbeiten. Früher, als vor allem physisch gearbeitet wurde, war die Lösung einfach: gute Be- zahlung, strenge Anweisungen und Kontrolle. Heute kommt man damit nicht mehr weit. Kompetenz, Kreativität und Mo- tivation sind gefragt. Ein kreativer Kopf kann in zwei Stun- den mehr leisten, als ein uninspirierter in zwei Wochen. Führung muss heute mehr inspirieren, mehr durch attraktive Ziele begeistern und das Potenzial der Beschäftigten aus- schöpfen. Dafür muss man mit den Leuten auf Augenhöhe reden und zuhören können. Was hat mein Betrieb von einem solchen Führungsstil? ▪▪ Schlechte Führung senkt die Produktivität und vernichtet Kapital, wenn Mitarbeiter durch mangelhafte Arbeitsorga- nisation und Kommunikation stressbedingt erkranken und ausfallen. Wir nehmen an, dass ein gesundheitsgerechter Führungsstil eine leistungssteigernde Wirkung hat. Den positiven Einfluss übt die Führungskraft aus, wenn sie res- pektvoll, wertschätzend und zielorientiert führt. Dazu be- nötigt sie soziale Kompetenz. Die Führungskraft sollte sich als Teamplayer begreifen, dessen Aufgabe es ist, die Po- tenziale der Beschäftigten zu heben. Das Stichwort ist: Die Richtung vorgeben und die Mitarbeiter so unterstützen, dass sie erfolgreich sind und Spaß haben. ▪▪ Muss eine Führungskraft besondere Eigenschaften mit- bringen? ▪▪ Als Führungskraft braucht man ein gerüttelt Maß Ambigui- tätstoleranz. Das heißt, man muss in schwierigen Situatio- nen mentalen Stress aushalten können. Eine gute Führungs- kraft gibt diesen Druck nicht eins zu eins weiter, sondern lässt ihre Mitarbeiter arbeiten. Hektik bringt wenig. Klare In- formationen und angemessene Unterstützung sind besser. ▪▪ Und was hat das mit Arbeitssicherheit zu tun? ▪▪ Zu den Ursachen von Arbeitsunfällen können auch Stress, Monotonie oder psychische Sättigung gehören. Ei- ne gesundheitsgerechte Führung wirkt präventiv. Sie führt Menschen zu ihrem Leistungsoptimum – da wo es an- fängt, Spaß zu machen, ohne zu stressen. wie möglich beseitigt. Der Erfolg kann sich sehen lassen. Die Zahl der Arbeitsunfälle (-22 Prozent) und Ausfalltage (-41 Prozent) ist deutlich rückläufig. Für Mields zeigt dies, dass ein gesundheitsgerech- ter Führungsstil unter Einbeziehung der Mitarbeite- rinnen und Mitarbeiter auf lange Sicht wesentlich nachhaltigere Ergebnisse bringt als reine Steue- rungs- und Regelungsinstrumente, die sich an linea- ren Hierarchiemodellen orientieren. Diese Ansicht bestätigt auch die Studie des BMAS. Danach glaubt die Mehrheit der befragten Führungs- kräfte, dass die klassischen Managementinstrumen- te der Dynamik und Komplexität der künftigen Arbeitswelt nicht mehr gewachsen sein werden. Nur noch knapp 30 Prozent der Manager denken, dass ein allein auf Effizienz und die Maximierung von Pro- fiten ausgerichtetes Führungssystem Zukunft hat. Dagegen stehen sowohl für Führungskräfte wie auch Beschäftigte persönliches Engagement dank mehr Wertschätzung, Entscheidungsspielräumen und Eigenverantwortung im Zentrum des Interesses. Bei dem notwendigen Umbau der Unternehmenskul- tur sieht Hirnforscher Gerald Hüther den Mittelstand im Vorteil. Er sei flexibler als Großunternehmen. →→ info www.forum-gute-fuehrung.de ?etem fragt Foto:wdv-F.Blümler mensch & arbeit 13etem 04.2015

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