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etem Magazin | Ausgabe 4/2015 | Elektro Feinmechanik - Neue DGUV Information

Sicher in Form

etem 04.2015 Schnell, flexibel, kostengünstig: Kunststoffe in Spritzgießmaschinen zu verarbeiten hat viele Vorteile. Eine neue DGUV Information hilft bei der Gefährdungs- beurteilung. Um Produkte aus Kunststoff zu formen, kommen häufig Spritzgießmaschinen zum Einsatz – auch bei Mitgliedsbetrieben der BG ETEM. Dieses Umformverfahren bringt einige Vorteile mit sich: Es lassen sich direkt verwendbare Formteile in gro- ßer Stückzahl kostengünstig herstellen. Das Spritzgießen erlaubt eine nahezu freie Wahl von Form und Oberflächen- struktur. Beim Spritzgießen lässt es sich nicht ausschließen, dass flüchtige Zersetzungs- produkte aus den Kunststoffen freigesetzt werden. Das müssen Betriebe bei der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigen, speziell wenn es darum geht, die Exposi- tion durch die entstehenden Gefahrstoffe zu beurteilen. Als Hilfestellung wurde die neue DGUV Information 213-728 veröffentlicht. Sie enthält Kriterien für Schutzmaßnah- men, die Betriebe anwenden müssen, wenn sie auf eine messtechnische Über- wachung verzichten. Arbeitsverfahren Das Spritzgießen thermoplastischer Kunst- stoffe läuft in der Regel vollautomatisch in gekapselten Anlagen ab (siehe Abbildung auf Seite 23). Das Kunststoffgranulat wird geschmolzen und bei hohem Druck in das Werkzeug gepresst. Nach dem Abkühlen werden die fertigen Teile entnommen. Mit den unerwünschten Zersetzungs- produkten können Beschäftigte in Kontakt kommen, vor allem bei Umrüst- und In- standhaltungsarbeiten. Solche Tätigkeiten dauern in der Regel nur kurzzeitig an. Wer Maschinen reinigt oder daran Störungen behebt, kann ebenfalls den Zersetzungs- produkten ausgesetzt sein. Gefahrstoffexposition Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung müssen Betriebe u. a. ermitteln, ob die Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) bzw. die Beurteilungsmaßstäbe für die be- schriebenen Tätigkeiten eingehalten sind. Dabei helfen Arbeitsplatzmessungen Neue DGUV Information Kunststoffspritzgießen Sicher in Form Ergebnisse für Formaldehyd beim Spritzgießen von POM *a. B.: analytische Bestimmungsgrenze Gefahrstoff Anzahl Messwerte/ Betriebe Anzahl Messwerte < a. B.* 50 %-Wert mg/m³ 95 %-Wert mg/m³ Beurteilungsmaßstab mg/m³ Maximaler Messwert mg/m³ Formaldehyd 39/23 2 0,05 0,26 0,37 0,01 In Spritzgießma- schinen werden aus Kunststoffgranulat Formteile, wie dieses Staubsaugergehäuse, hergestellt. betrieb & praxis 22 Formaldehyd 39/2320,050,260,370,01

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