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etem Magazin | Ausgabe 4/2015 | Elektro Feinmechanik - Lärm am Arbeitsplatz

Nicht zu überhören

Lärm ist ein unerwünschtes Geräusch, das Menschen stört, belästigt oder ge- sundheitlich schädigt. Schon ein lauter PC-Lüfter in einem Büro kann jemanden, der konzentriert arbeitet, stören. Daher verdeutlicht diese allgemeine Definition, dass es eine Arbeitswelt ohne Lärm wohl nie geben wird. So ist es auch kein Wun- der, dass rund 30 Prozent der Erwerbstäti- gen angeben, häufig bei Lärm zu arbeiten und sich jeder zweite Erwerbstätige durch Lärm am Arbeitsplatz belastet fühlt („Si- cherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2013“, BMAS/BAuA, 2015). Menschen sind von Lärm umgeben, auch am Arbeits- platz. Wie wirkt sich Dauer- beschallung aus? Und wie lassen sich geeignete Schutzmaßnahmen finden? Lärm kann sich extraaural und aural auf Menschen auswirken. Als extraaural wer- den Wirkungen bezeichnet, die nicht direkt das Gehör betreffen. Dazu zählen erstens die bereits erwähnten störenden Wirkungen, wie Verständigungsprobleme oder Betriebsgeräusche und Warnsignale, die überhört werden. Zweitens fallen die psychischen Wirkungen darunter, z. B. Stress, Ärger oder Konzentrationsstörun- gen, drittens die vegetativen Wirkungen, etwa auf Blutdruck, Puls, Stoffwechsel oder auch Herz- und Kreislaufbeschwer- den. Als aurale Wirkungen werden die schädigenden Einflüsse auf das mensch- liche Gehör bezeichnet. Dabei kann es sich um eine Schädigung durch ein einmaliges Schallereignis handeln (z. B. Knall- oder Explosionstrauma) oder durch eine mehrjährige Schallexposition (Lärm- schwerhörigkeit). Berufskrankheit Lärmschwerhörigkeit Die Lärmschwerhörigkeit ist als Berufs- krankheit Nr. 2301 (BK 2301) in der Anlage der Berufskrankheiten-Verordnung aufge- führt. Kriterien für die Anerkennung als Berufskrankheit sind die ärztliche Be- scheinigung eines lärmtypischen Gehör- schadens sowie der Nachweis einer mehrjährigen Schallexposition in Form von Tages-Lärmexpositionspegeln ober- halb von 85 dB(A). Im Jahr 2013 gab es bundesweit 12.534 angezeigte Ver- dachtsfälle auf Lärmschwerhörigkeit, wo- von mehr als jeder zweite Fall (6.935 Fäl- le) als Berufskrankheit anerkannt wurde. Die BK 2301 ist die am meisten anerkann- te Berufskrankheit. Es entwickelt sich aber ein positiver Trend, denn die Anzahl der neuen Rentenfälle nimmt stetig ab. Waren es im Jahr 1996 noch 1.401 Fälle, so wurden 2013 nur noch 299 Fälle gezählt. Dieser deutliche Rückgang der höher- gradigen Lärmschwerhörigkeiten ist das Resultat einer jahrzehntelangen, erfolg- reichen Präventionsarbeit. Als Grundlage für die Präventionsarbeit dienen seit 2007 die Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdun- gen durch Lärm und Vibrationen Lärm am Arbeitsplatz Nicht zu überhören Begriffserklärungen „Der Tages-Lärmexpositionspegel (LEX,8h) ist ein A-bewerteter äquiva- lenter Dauerschallpegel, der (per- sonenbezogen) für die Dauer eines repräsentativen Arbeitstages zu er- mitteln und auf eine Achtstunden- schicht (Zeitdauer von acht Stunden) zu beziehen ist. Er umfasst alle am Arbeitsplatz auftretenden Schall- ereignisse.“ „Der Spitzenschalldruckpegel (LpC,peak) ist der Höchstwert des Schalldruckpegels mit der Frequenz- bewertung „C“ und der Zeit- bewertung „peak“ innerhalb des Messzeitraums. Dieser Zeitraum ist so zu wählen, dass die lautesten Schallereignisse innerhalb einer Arbeitsschicht erfasst werden.“ (TRLV Lärm, Teil Allgemeines, Kapitel 4 – Begriffsbestimmungen) mensch & arbeit 8 etem 04.2015

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