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Risiko raus! Beim Multitasking sind alle gleich - schlecht

(30.06.2010) Multitasking bestimmt unseren Arbeitsalltag. Aber können Frauen tatsächlich besser als Männer mit mehreren Aufgaben gleichzeitig jonglieren? Sind Jüngere belastbarer als Ältere? Eine Studie des Instituts für Arbeit und Gesundheit der DGUV (IAG) widerlegt dies. Wer versucht, verschiedene Dinge gleichzeitig zu erledigen, zahlt einen Preis - egal ob Mann, Frau, jung oder alt. Nachlassende Leistungen, erhöhte Anspannung und ein erhöhtes Unfallrisiko sind die Folgen. Darauf weisen Unfallkassen und Berufsgenossenschaften bei ihrer Präventionskampagne "Risiko raus!" hin.

An der Studie nahmen 32 männliche und 32 weibliche Versuchspersonen im Alter zwischen 21 und 60 Jahren teil. Sie bekamen zwei realitätsnahe Aufgaben gestellt: Zum einen sollten sie bei einer Fahrsimulation auf Signal die Spur wechseln. Zum anderen wurde eine Bürotätigkeit nachgestellt. Hier sollten die Probanden per Knopfdruck entscheiden, ob Worte, die sie auf dem Bildschirm sahen, Rechtschreibfehler enthielten oder nicht. Beide Aufgaben wurden zunächst ohne, dann mit Zusatzaufgabe erledigt. Bei der Fahraufgabe sollten die Probanden eine Telefonnummer ins Handy tippen oder eine Wegbeschreibung vorlesen. Bei der Wortaufgabe wurde ihnen ein Text über Kopfhörer vorgespielt, zu dem sie dann Fragen beantworten mussten.

Die Leistung wird schlechter, der Puls beschleunigt sich
Die Fahrleistung wurde unter Multitasking-Bedingungen schlechter, die Versuchspersonen waren angespannter, das Herz schlug schneller. Bei der Büroaufgabe zeigte sich ebenfalls eine Leistungsverschlechterung, sobald eine weitere Aufgabe parallel bewältigt werden musste. Auch hier fühlten sich die Probanden angespannter. Dazu die Versuchsleiterin Dr. Hiltraut Paridon: "Wer mehrere Aufgaben gleichzeitig bewältigen muss, erhöht damit seinen Stress und macht Fehler. Das ist weder für den Einzelnen gut, denn er schadet damit seiner Gesundheit. Noch ist es gut für das Unternehmen, denn bei Stress geschehen mehr Unfälle und die sind teuer."

Da sich Doppelbelastungen im Arbeitsalltag aber kaum vollständig vermeiden lassen, rät Paridon: "Überprüfen Sie, in welchen Situationen Multitasking besonders kritisch ist und versuchen Sie, an diesen Stellen etwas zu verändern. Das gilt vor allem für sicherheitsrelevante Tätigkeiten. Um seine eigene Gesundheit und die anderer zu schützen, sollte Multitasking vermieden werden."

Hintergrund "Risiko raus!"
In der Präventionskampagne "Risiko raus!" arbeiten die Berufsgenossenschaften, Unfallkassen, ihr Spitzenverband Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), die Landwirtschaftliche Sozialversicherung, der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) und die Bundesländer sowie weitere Partner zusammen. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, das Unfallrisiko beim Fahren und Transportieren zu verringern. Weitere Informationen unter www.risiko-raus.de.

 

Pressekontakt:
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