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Handlungshilfe zur DGUV Vorschrift 2

(04.04.2011) Am 1. Januar 2011 ist die neugefasste Unfallverhütungsvorschrift „Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit“ (DGUV Vorschrift 2) der BG ETEM in Kraft getreten. Die Regelbetreuung für Betriebe mit mehr als zehn Beschäftigten erfolgt nach einer grundlegend neuen Konzeption. Zur Unterstützung bei der Einführung in den Betrieben bietet die BG ETEM jetzt eine Online-Handlungshilfe an.

Die Regelbetreuung in Betrieben mit mehr als zehn Beschäftigten besteht aus Grundbetreuung und betriebsspezifischer Betreuung. Die Handlungshilfe enthält Werkzeuge für beide Bereiche, die unabhängig voneinander genutzt werden können. Zur Handlungshilfe

Ziel der Handlungshilfe ist es, den Personalaufwand für die betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung zu ermitteln. Das Programm kann frei genutzt werden, der Zugriff ist nicht durch Passwörter geschützt. Der Benutzer der Handlungshilfe muss weder persönliche noch betriebsbezogene Daten eingeben. Lediglich die Anzahl der im Betrieb beschäftigten Personen muss als Basis für alle Berechnungen eingegeben werden. Diese Zahl, wie auch die im weiteren Verlauf der Anwendung gemachten Angaben, werden nach Verlassen der Handlungshilfe automatisch gelöscht und können nicht wiederhergestellt werden. Die Ergebnisse der Handlungshilfe können im pdf-Format heruntergeladen und ausgedruckt werden.

Sind spezielle Vorkenntnisse erforderlich?
Um die Fragen beantworten zu können, sind Grundkenntnisse über die neuen Bestimmungen der DGUV Vorschrift 2 hilfreich. Die entsprechenden Informationen finden Sie im Internet unter www.bgetem.de, Webcode 12774095. Detaillierte Kenntnisse über die betrieblichen Verhältnisse, z. B. über Tätigkeiten, Betriebsabläufe und Gefährdungen, sind nötig, um die Auslösekriterien der betriebsspezifischen Betreuung bewerten und die ergänzenden Fragen beantworten zu können.

Welche Ergebnisse liefert die Handlungshilfe?
Für die Grundbetreuung kann der Nutzer in wenigen Schritten die Betriebsart (bzw. den entsprechenden Kode des Wirtschaftszweigschlüssels 2008 mit der zugehörigen Bezeichnung) ermitteln und erhält die Betreuungsgruppe mit der Einsatzzeitensumme der Grundbetreuung. Weiterhin wird der Mindestanteil für Betriebsarzt bzw. Sicherheitsfachkraft angegeben als Grundlage für die im Betrieb vorzunehmende Verteilung dieser Einsatzzeitensumme.

Betriebsspezifische Betreuung
Mit der Handlungshilfe kann der Umfang der betriebsspezifischen Betreuung abgeschätzt werden. Dazu führt das Programm den Nutzer in Anlehnung an den Anhang 4 der DGUV Vorschrift 2 durch die 16 Aufgabenfelder. Für jedes Aufgabenfeld wird anhand der Auslösekriterien geprüft, ob es für den eigenen Betrieb relevant ist, d. h. ob in diesem Aufgabenfeld Betreuungsbedarf besteht. Sofern ein Aufgabenfeld als relevant identifiziert wurde, werden ergänzende Fragen eingeblendet, um die Bedeutung des Aufgabenfelds zu bewerten. Außerdem werden Fragen zu den von Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit in diesem Aufgabenfeld zu erbringenden Betreuungsleistungen gestellt. Diese Fragen betreffen die Häufigkeit, mit der das Aufgabenfeld voraussichtlich bearbeitet werden wird und die fachliche Komplexität der Leistungen.

Ausgenommen von der Ermittlung des Betreuungsumfangs ist das Aufgabenfeld 1.4 „Erfordernis arbeitsmedizinischer Vorsorge“. Der Zeitbedarf für die arbeitsmedizinische Vorsorge muss immer betriebsindividuell durch den Betriebsarzt ermittelt werden.

Welche Bedeutung haben die Ergebnisse?
Das Programm berechnet die verbindliche Einsatzzeitensumme der Grundbetreuung gemäß Anlage 2 der DGUV Vorschrift 2. Das errechnete Resultat für die betriebsspezifische Betreuung stellt lediglich einen Orientierungswert für den zeitlichen Aufwand dar, der zur Bearbeitung der für den Betrieb relevanten Aufgabenfelder erforderlich ist. Der Betrieb kann auch einen anderen Betreuungsumfang als den hier ermittelten festlegen, z. B. indem der Anhang 4 der DGUV Vorschrift 2 detailliert angewendet wird.

Die Spielräume und Freiheiten der betrieblichen Arbeitsschutzakteure werden durch die Handlungshilfe nicht eingeschränkt. Anders als bei der Grundbetreuung gibt es keine verbindlichen Zeitvorgaben für die betriebsspezifische Betreuung. Im Übrigen kann auch bei Anwendung der Handlungshilfe nicht automatisch von der Einhaltung der Bestimmungen der Vorschrift 2 ausgegangen werden (keine Vermutungswirkung).

Die Prüfung, welche Aufgabenfelder für den Betrieb zutreffen, muss regelmäßig erfolgen, insbesondere nach wesentlichen Änderungen im Betrieb. Dazu kann die Handlungshilfe der BG ETEM als regelmäßiges Hilfsmittel dienen.

Die Berufsgenossenschaft beabsichtigt, diese Anwendung auf Basis der in den Betrieben gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse weiterzuentwickeln. Bitte unterstützen Sie uns dabei, indem Sie das Kontaktformular der Handlungshilfe für Kritik und Anregungen nutzen.

 

Pressekontakt:
BG Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse
Abteilung Kommunikation/Öffentlichkeitsarbeit
Gustav-Heinemann-Ufer 130
50968 Köln
Telefon: 0221 3778-1010 (Zentrale: - 0)
Telefax: 0221 3778-1011
presse@bgetem.de

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