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Institut für Strahlenschutz

Das Institut für Strahlenschutz ist eine gemeinsame Einrichtung der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse und der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie. Vorrangiges Ziel des Instituts ist die Sicherstellung der Organisation der Ersten Hilfe im Falle eines beruflich bedingten Strahlenunfalles.

Leitstellen für eine optimale Versorgung der Verunfallten sind die Regionalen Strahlenschutzzentren (RSZ). Weitere Aufgaben des Instituts sind die Schulung (z.B. der Mitarbeiter der Regionalen Strahlenschutzzentren) und die Mitwirkung an Forschungsprojekten, die der Erforschung des Risikos, das sich auf Grund des Umgangs mit ionisierender Strahlung ergibt, dienen.

Leiter des Instituts für Strahlenschutz ist Franz Fehringer (BG ETEM), sein Stellvertreter ist Dr. Matthias Kluckert (BGRCI).

Eine der wesentlichen Aufgaben der Berufsgenossenschaften ist das Vorbeugen von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Erkrankungen sowie die optimale Versorgung von Versicherten, die einen Arbeitsunfall erlitten haben oder an einer Berufskrankheit erkrankt sind. Um diese Aufgaben auch bei betrieblichen Strahlenunfällen zu erfüllen, haben die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse und die Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie das Institut für Strahlenschutz im Jahre 1982 gegründet.  

Seine Zielsetzung ist insbesondere die Sicherstellung der medizinischen Versorgung von Personen, die eine erhöhte Strahleneinwirkung erlitten haben. Leitstellen, um im Falle einer erhöhten Strahleneinwirkung die optimale Versorgung der Unfallopfer sicherzustellen, sind die Regionalen Strahlenschutzzentren. An Universitäten und Forschungseinrichtungen konnten dazu eine Reihe von Einrichtungen für die Behandlung des betrieblichen Strahlenunfalls gewonnen werden. Sie sind Tag und Nacht erreichbar, und stets ist ein Strahlenschutzarzt oder ein Strahlenschutzphysiker bereit, notwendige Ratschläge zu geben und weitere Maßnahmen zu veranlassen. Mit elf Regionalen Strahlenschutzzentren ist eine flächendeckende Versorgung sicher gestellt.  

Für den Fall eines schweren Strahlenunfalls ist an der berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Ludwigshafen eine Spezialstation geschaffen worden. Mit einer Dekontaminationseinrichtung, einem gesonderten Operationsraum und maximal 14 Betten sind alle Möglichkeiten zur Aufnahme von kontaminierten oder extern exponierten Unfallopfern und auch von Kombinationsverletzten vorhanden. Dort steht auch ein Beraterstab von Experten des Strahlenschutzes und der Strahlenschutzmedizin zur Verfügung. Für den sehr unwahrscheinlichen Fall einer notwendigen hämatologischen Intensivpflege bis hin zur Knochenmarktransplantation bestehen z.B. Absprachen mit dem Transplantationszentrum der Universität Ulm. Eine eventuell notwendige dermatologische oder chirurgische Versorgung akuter Strahlenunfälle ist u.a. an der Klinik Hornheide der Universität Münster vorgesehen.  

Ernsthafte Strahlenunfälle sind sehr selten. Seit mehr als zwanzig Jahren ist in Deutschland kein Strahlenunfall zu beklagen, der alle Möglichkeiten des vorgestellten Systems gefordert hätte. Daher fehlt den Ärzten und dem Pflegepersonal die praktische Erfahrung im Umgang mit Strahlenunfällen. Um dennoch das notwendige Wissen bei den Mitarbeitern der verschiedenen Institutionen zu gewährleisten, werden regelmäßig Schulungen, Unterweisungen und Übungen durchgeführt.  

Das Institut steht auch anderen Berufsgenossenschaften beratend zur Seite, wenn Spezialprobleme im Strahlenschutz zu lösen oder vorbeugende Strahlenschutzmaßnahmen zu planen sind.  

In Veröffentlichungen, die zum Selbstkostenpreis zur Verfügung stehen, berichtet das Institut für Strahlenschutz über Ergebnisse seiner Aktivitäten und der unterstützten Forschungsprojekte.