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Einsatz von Mund-Nasen-Bedeckung und Atemschutz

Im Folgenden wird ausdrücklich unterschieden zwischen der Nutzung von Mund-Nasen-Bedeckung zur Eindämmung des Coronavirus und der Nutzung von Atemschutz als Arbeitsschutzmaßnahme (bei Tätigkeiten mit erhöhter Exposition gegenüber Gefahrstoffen oder Biostoffen).

[Stand: 06.05.2020]

Den beiden Nutzungsarten liegen unterschiedliche Risiken und Schutzziele zugrunde: Der Einsatz von Mund-Nasen-Bedeckung dient der Vermeidung der Verbreitung des Coronavirus durch den möglicherweise unbemerkt Infizierten. Durch geeigneten Atemschutz wird der Träger bei seiner Tätigkeit vor dem Coronavirus geschützt, der von infizierten Personen in seiner Umgebung freigesetzt wird.

Downloads
Unterweisungshilfe "Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) zum Fremdschutz vor dem Coronavirus"
Empfehlungen zum Einsatz von Atemschutz bei Staubbelastungen (Empfehlung des FB RCI)
Auswahlhilfe (Empfehlungen der BAuA)
Mund-Nase-Schutz ist keine Atemschutzmaske (Pressemitteilung der DGUV)

Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) zur Infektionsprophylaxe gegen COVID-19 (Fremdschutz!)

Solange die Infektionsdichte in der Bevölkerung und die allgemeine Immunitätslage noch nicht bekannt sind und weder wirksame Behandlungsmöglichkeiten noch Impfstoffe zur Verfügung stehen, sind folgende Maßnahmen geboten:

  1. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Atemwegssymptomen oder Fieber sollten sich nicht auf dem Betriebsgelände aufhalten bzw. einer betrieblichen Tätigkeit nachgehen,
  2. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten ausreichend Abstand (mindestens 1,5 Meter) zu anderen Beschäftigten halten können,
  3. ergänzend zu Regel 1 und 2 sollten Beschäftigte zum Fremdschutz eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Die Regeln 2 und 3 sind deshalb so bedeutend, weil derzeit davon ausgegangen wird, dass infizierte Personen bereits innerhalb der Inkubationszeit (also noch vor dem Auftreten erster Krankheitssymptome) die Infektion auf andere Personen übertragen können.

Die ausschließlich zu diesem Schutzziel verwendeten ungeprüften Mund-Nasen-Bedeckungen können eine Infektionsübertragung nicht vollständig verhindern, aber dazu beitragen, die Möglichkeit einer Übertragung zu minimieren.

ABER: Der Einsatz von Mund-Nasen-Bedeckungen kann die zentralen Schutzmaßnahmen, wie die (Selbst-)Isolation Erkrankter, die Einhaltung des Abstands von mindestens 1,5 m, die Hustenregeln und die Händehygiene zum Schutz vor Ansteckung nicht ersetzen.

Mund-Nasen-Schutz (MNS) und Mund-Nasen-Bedeckung (MNB)
Mund-Nasen-Schutz (MNS), besser bekannt als OP-Maske, ist ein Medizinprodukt und dient dem Schutz der Person, die behandelt wird. Aufgrund der starken Nachfrage sollte vorrangig der Bedarf von medizinischem und pflegerischem Personal gedeckt werden.

Im Gegensatz zum geprüften Mund-Nasen-Schutz (MNS) zählen zu dem allgemeineren Begriff der Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) auch neue Textilien, wie "Alltagsmaske", "Community-Maske", Behelfs-Mund-Nasen-Maske, Gesichtsbedeckung o. ä. Nach Einschätzung u. a. des Robert-Koch-Instituts (RKI) kann das vorsorgliche Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung dazu beitragen, das Übertragungsrisiko bei Covid-19 zu vermindern.

Welche Anforderungen sollte eine Mund-Nasen-Bedeckung erfüllen?
Die Mund-Nasen-Bedeckung

  • soll enganliegend an Nase (biegbar, entsprechender Zuschnitt, etc.), Wangen und Kinn sein.
  • bleibt bei Kopfbewegungen sicher vor Mund und Nase sitzen.
  • besteht aus Material mit hoher Fadendichte (Tests: (1) Aus dem Mund mit Druck ausatmen, der Luftstrom muss an der vorgehaltenen Hand deutlich reduziert ankommen; (2) Vor eine helle Lichtquelle halten, die Lichtquelle sollte nicht erkennbar sein). Ggf. kann das Material auch mehrlagig verwendet werden.
  • hält ggf. die Wiederaufbereitung aus.
  • hat keine Durchstiche o. ä. direkt im Bereich von Mund und Nase.
  • ermöglicht eine ausreichende Sauerstoffversorgung.
  • wird nur genutzt, solange sie trocken ist (unbehandelte Baumwolle durchfeuchtet vergleichsweise schnell).

Wann ist das Tragen erforderlich?
Das Tragen ist immer dann erforderlich, wenn ein Abstand von mind. 1,5 m nicht sicher und dauerhaft eingehalten werden kann. Alternativen Schutzmaßnahmen, wie der Abtrennung von Arbeitsplätzen, ist Vorrang zu geben. Arbeitsabläufe sind dahingehend zu prüfen, ob eine Vereinzelung der Tätigkeiten möglich ist, falls dadurch nicht zusätzliche Gefährdungen entstehen. Andernfalls sind möglichst kleine, feste Teams (z. B. 2 bis 3 Personen) vorzusehen, um wechselnde Kontakte zu reduzieren.

Dauerhaftes Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen ist nach Möglichkeit zu vermeiden. Bei der ersten Verwendung sollte getestet werden, ob die MNB ausreichend Luft zum Atmen durchlässt. Im Zweifelsfall ist vor dem Einsatz ärztlicher Rat einzuholen.

Verwenden Sie bei neuen Kontakten (z. B. neuer Kunde) auch eine neue Mund-Nasen-Bedeckung.

Wie lege ich eine Mund-Nasen-Bedeckung richtig an?
Der beste Schutz hilft nicht, wenn er falsch angelegt ist.

Illustration MNB richtig anziehen
Zum Vergrößern, bitte Bild anklicken.
  1. Vor dem Anlegen die Hände gründlich mit Seife waschen.
  2. Die Verschlussbänder an der oberen Kopfmitte befestigen, Ohrenschlaufen hinter die Ohren ziehen.
  3. Nasenbügel (falls vorhanden) anpassen.
  4. Die seitlichen Abschlüsse der MNB so dicht und angenehm wie möglich an das Gesicht anpassen.

RiskBuster Corona Mund-Nase-Bedeckung
RiskBuster Holger Schumacher erklärt die Anwendung der MNB
Einmal angelegt sollte die MNB nicht mehr angefasst werden. Denken Sie daran, die MNB regelmäßig gegen eine Neue bzw. Aufbereitete (siehe unten) auszutauschen.

Wie nehme ich eine Mund-Nasen-Bedeckung richtig ab?
Sie müssen davon ausgehen, dass sich auf der Außenseite Keime, Bakterien und Viren befinden können. Daher:

  1. Ausziehen erst, wenn der Abstand zur nächsten Person mehr als 1,5 Meter beträgt.
  2. Beim Ausziehen nur an Bändern (oberes Band zuerst), Gummis oder am Hinterkopf anfassen.
  3. Vorderseite nicht berühren.
  4. Nach dem Ablegen die Hände gründlich mit Seife waschen.

Illustration MNB ausziehen
Zum Vergrößern, bitte Bild anklicken.


Entsorgen oder aufbereiten?

Auch im Rahmen von akuten pandemiebedingten Engpässen dürfen Einwegartikel nur in geringem Umfang wiederverwertet werden, um einen möglichst hohen hygienischen Standard zu halten. Solange der Bedarf nicht gedeckt ist, gibt es allerdings keine Alternativen zur Wiederaufbereitung. Sobald der Bedarf gedeckt werden kann, gilt es erneut zu bewerten, ob Wiederaufbereitung noch sinnvoll ist. Dabei wird sicher auch der Umweltschutzgedanke eine Rolle spielen.

Ideal wäre, das Textil direkt in die Waschmaschine zu legen. Ist das nicht möglich, bitte vorsichtig bewegen und für den Transport in einem dicht schließenden Behälter aufbewahren (Behälter z. B. einmal täglich reinigen). Die MNB sollte dort möglichst kurz verbleiben. Bei längerer Zeiträumen ist eine trockene Lagerung vorzuziehen. Je nach Material kann so gereinigt werden (bitte Herstellerangaben - sofern verfügbar - beachten):

  • 30 Minuten bei mind. 60° C mit Waschmittel in der Maschine waschen (falls vorhanden, im Hygieneprogramm)
  • 5 Minuten in einem kleinen Topf (auch Wasserkocher) kochen

Illustration MNB reinigen
Zum Vergrößern, bitte Bild anklicken.


Im Anschluss muss die Maske gut getrocknet werden.

Sollten Sie mit der Mund-Nasen-Bedeckung unbeabsichtigt Flächen berührt haben: Haushaltshandschuhe anziehen und betroffene Flächen mit heißem Wasser und handelsüblichem Spülmittel reinigen.

Woher bekomme ich Mund-Nasen-Bedeckungen?
Mund-Nasen-Schutz erhalten Sie beispielsweise im Fachhandel.

Viele Textil-Betriebe haben auf die Produktion von MNB oder Teile davon umgestellt. Noch bewerben erst Wenige diese neuen Produkte, da die Kapazitäten mit der Versorgung der medizinischen und pflegerischen Bereiche ausgeschöpft sind.

Auch selbstgenähte Bedeckungen sind eine - aktuell sogar im pflegerischen Bereich - vielgenutzte Alternative.

Atemschutz als Arbeitsschutzmaßnahme (Eigenschutz)

In der Corona-Pandemie ist zum Schutz des medizinischen Personals Mund-Nasen-Schutz oft nicht ausreichend, um einen ausreichenden Schutz vor Covid-19-Viren zu gewährleisten. Es werden daher in diesem Bereich vermehrt FFP2- oder FFP3-Atemschutzmasken zum Schutz der Beschäftigten eingesetzt. Dies führt dazu, dass im gewerblichen Bereich diese Maskentypen nicht immer in ausreichender Anzahl verfügbar sind. Im Beitrag „Wie wähle ich den richtigen Atemschutz in Zeiten der Corona-Pandemie aus?“ erfahren Sie hierzu mehr.

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