Antigen-Tests - Merkmale und betriebliche Organisation

Durch Antigen-Tests (AG-Tests) können Personen (Infizierte), die noch keine Krankheitssymptome einer SARS-CoV-2-Infektion zeigen, aber trotzdem "ansteckend" sein können, besser identifiziert werden.

Aus Mund-Nase-Rachensekret kann bei genügend hoher Viruslast innerhalb von ca. 15-30 Minuten Virusmaterial nachgewiesen werden. Durch gezielte Isolierung der Infizierten und ihrer engen Kontaktpersonen ist eine Unterbrechung der Übertragungskette schneller möglich, als durch den Labornachweis durch einen PCR-Test.

  • Die Verwendung von AG-Schnelltests ersetzen keinesfalls die sonstigen, ggf. im Betrieb vorhandenen Schutzmaßnahmen AHA-L!.
  • Ein negatives Testergebnis darf niemals zu einer Umgehung der bestehenden Infektionsschutzmaßnahmen führen.
  • Schnelltests zeigen nur eine Momentaufnahme, bieten jedoch einen zusätzlichen Beitrag zum Infektionsschutz.

AG-Schnelltests und AG-Selbsttests unterscheiden sich in der Methode des Virusnachweises nicht voneinander, sondern in der Art der Probenahme. Sie müssen die CE-Kennzeichnung bzw. eine Sonderzulasssung als solche tragen, sollten evaluiert sein und somit bestimmte Mindestvorgaben erfüllen, z. B. i. S. der sog. "Sensitivität/Spezifität":

AG-Schnelltests („Point-of-Care“)

AG-Selbsttests

Durchführung von eingewiesenen und "geschulten" Personen (s. u.)

Durchführung ohne Einweisung oder Schulung "selbst" - durch Laien anzuwenden

Akribische Beachtung der Gebrauchsanweisung!
I. d. R. Abstrich mittels Wattetupfer aus Rachen, Nase, (Mund, s. RKI)
Der sogenannte hintere Rachenabstrich ist der Ort, der weder durch Naseputzen,
Gurgeln o. a. "gespült" werden kann und wo sich das Virus nach derzeitigen Erkenntnissen ungehindert vermehrt.

Akribische Beachtung der Gebrauchsanweisung!
I. d. R. Abstrich mittels Wattetupfer aus vorderem Nasebereich, (Mund), ggf. Gurgeln (s. RKI)

Tupfer sollte sichtlich "feucht" sein.

Vorteil:
"geschulte" Personen nach fachlicher Anleitung können Test konkret durchführen;
geringere Fehlerquote bei der Probenahme, höhere Sicherheit bei der Ergebnisinterpretation

Vorteil:
schnelle Durchführung, frei erhältlich, von Laien durchzuführen.

Nachteil:
je nach Durchführung nicht ausreichend "Abstrichmaterial" "falsch negativ"),
keine Kontrolle der Durchführung (Fehler),
keine Kontrolle des Nachweises

Ob AG-Schnelltests zur Durchführung durch fachkundiges Personal oder Schnelltests zur Eigenanwendung (Selbsttests) an- oder verwendet werden, ist nicht immer ausdrücklich geregelt.

Wichtige Informationen zum Testen

Qualitätsmerkmale der Antigen-Tests:

  • Sensitivität:
    Die Sensitivität gibt Auskunft darüber, ob alle Infizierten auch als infiziert erkannt werden. 98 % Sensitivität bedeutet z. B.: von 100 Infizierten werden 98 (richtig positiv) erkannt. Zwei werden nicht erkannt und sind "falsch negativ".
  • Spezifität:
    Gibt Auskunft darüber, ob gesunde Personen auch als gesund erkannt werden. 95 % Spezifität bedeutet z. B.: von 100 gesunden Probanden wurden 95 als richtig negativ erkannt. 5 wurden "falsch-positiv" getestet.

Ein negatives Testergebnis kann bedeuten:

  • es sind keine Viren vorhanden, die Person ist nicht infiziert.
  • es sind bereits  Viren im Mund-Nasen-Bereich vorhanden, die jedoch aufgrund der Empfindlichkeit des Tests s. u. noch nicht nachweisbar sind oder die sich nach einer möglichen, unbemerkten Infektion noch im "Vermehrungszustand" befinden und später durchaus zu Symptomen führen können. In der sog. „Inkubationszeit“ (= Zeit zwischen dem Kontakt mit dem SARS-CoV-2-Virus (Ansteckung) und dem Ausbruch der Krankheit mit Symptomen) können Viren ohne Einhaltung der AHA-L-Regeln auf andere Personen besonders durch Husten, Niesen, Sprechen, Rufen oder Singen durch Tropfen oder Aerosole übertragen werden. Der Test ist nur eine Momentaufnahme und bedeutet, dass eine Person wahrscheinlich zu diesem Zeitpunkt nicht ansteckend ist.

  • der Test wurde nicht richtig durchgeführt (Gebrauchsanweisung vom Hersteller genau beachten!)

Ein positives Testergebnis bedeutet:

  • es sind Viren vorhanden, sodass andere Personen infiziert werden können!

Jede Person mit einem positiven AG-Schnelltest gilt als "infektiös"!
Es müssen sofort Maßnahmen zum Infektionsschutz anderer Personen getroffen werden: Isolation, Tragen von FFP2-Masken, Abstandsregel, Arztkontakt, Kontrolle durch PCR-Test!

(Auf ein "falsch-positives" Ergebnis sei hier nur ergänzend verwiesen.)

Personen, die bei anderen Personen AG-Schnelltests durchführen, müssen dazu von anderen Personen eingewiesen werden, die die dafür erforderliche Ausbildung oder Kenntnis und Erfahrung besitzen. Eine genaue Definition o. g. Personengruppen liegt derzeit nicht vor.

Da beim direkten Kontakt während der Abstrichentnahme für den Tester ein gewisses Infektionsrisiko besteht (enger Kontakt, Husten, Niesen), sind entsprechende (Arbeits-)Schutzmaßnahmen zu treffen (Räumlichkeit, Kittel, Augenschutz, Gesichtsschild, Atemschutz, Handschuhe, Desinfektionsmittel).

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