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Allgemeine Präventionsmaßnahmen

Hier beschreiben wir die grundlegenden persönlichen Maßnahmen zur Vermeidung einer Infektion.

Corona: Allgemeine Schutzmaßnahmen
Unsere Medien zu Corona
Abstand und Hygiene sind die wichtigsten Voraussetzungen zur Eindämmung des Coronavirus. Im betrieblichen Umfeld stellen sich jedoch weitere Herausforderungen, die eine genaue Gefährdungsbeurteilung und geeignete organisatorische Maßnahmen erfordern.

Wir unterstützen Sie mit einem breiten Angebot an Informationen auf diesen Seiten. In unserem Medienportal können Sie darüber hinaus allgemeine und brachenspezifische Informationen bestellen bzw. herunterladen.

Unsere Verhaltensregeln gelten sowohl bei der beruflichen Tätigkeit als auch im privaten Bereich. Weitere allgemeine Informationen erhalten Sie unter infektionsschutz.de.

[Stand: 22.04.2020]

Der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung kommt in Zeiten von Corona besondere Bedeutung zu. Dort wo der Betrieb nicht durch Regelungen der Bundesregierung, der Landesregierungen oder der Kommunalverwaltung untersagt oder eingeschränkt wurde, müssen die Unternehmen die spezifischen Gefährdungen am Arbeitsplatz ermitteln und geeignete Maßnahmen ergreifen, um Beschäftigte vor Ansteckung zu schützen und eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Angesichts dessen, dass mit dem neuen Virus eine weitere Gefährdung hinzukommt, ist es wichtig, die Gefährdungsbeurteilung zum Ziel der Infektionsprophylaxe zu ergänzen.

Coronavirus: Ergänzung der Gefährdungsbeurteilung
Zum Download

Maßstab für alle Maßnahmen, die im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung für Betriebs- und Baustellengelände getroffen werden, sind die Regelungen, die auch im öffentlichen Raum gelten:

  1. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Atemwegssymptomen oder Fieber sollten sich nicht auf dem Betriebsgelände aufhalten,
  2. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten ausreichend Abstand (etwa 1,5 bis 2 Meter) zu anderen Beschäftigten halten können,
  3. ergänzend zu Regel 1 und 2 können Beschäftigte zum Fremdschutz einen Mund-Nasen-Schutz tragen.
  4. Einhaltung der persönlichen und organisatorischen Hygieneregeln.
  5. Identifizierung von Risikopersonen und Ableitung zusätzlicher Präventionsmaßnahmen

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung hat zur Unterstützung der Unternehmen das Faltblatt „10 Tipps zur betrieblichen Pandemieplanung“ entwickelt.

[Stand: 14.04.2020]

Organisieren Sie so weit als möglich den betrieblichen Alltag so, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausreichend Abstand (etwa 1,5 bis 2 Meter) zu anderen Beschäftigten halten können. Nutzen Sie die Möglichkeiten von Telearbeit und mobilem Arbeiten.

Podcast "Praktische Tipps fürs Homeoffice"

Bei Büroarbeitsplätzen sollten die freien Raumkapazitäten optimal genutzt werden, um Mehrfachbelegungen von Räumen zu vermeiden bzw. die Abstände zu vergrößern.

Sichere Verpflegungssituationen schaffen!
Achten Sie darauf, dass auch in der Pause die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausreichend Abstand zueinander und zu anderen Personen halten können, z. B. dadurch, dass Tische und Stühle nicht zu dicht beieinanderstehen. Achten Sie darauf, dass möglichst keine Warteschlangen bei der Essensausgabe entstehen. Erweitern Sie, wenn möglich, die Kantinen- und Essensausgabezeiten. Zu sensiblen Bereichen kann z. B. die Besteckausgabe in der Kantine zählen.

[Stand: 14.04.2020]

Wie sollen sich Beschäftige verhalten, die Krankheitssymptome zeigen?
Im Fall des Corona-Virus lautet die Empfehlung: Die Betroffenen sollten zunächst von zu Hause aus einen Arzt/eine Ärztin, das regionale Gesundheitsamt oder, je nach Wohnort, zentrale Service-Hotlines für Corona-Verdachtsfälle anrufen. Die Fachleute entscheiden, ob ein Test angezeigt ist und wie man weiter verfahren soll.

Heimarbeit und Dienstreisen
Dort wo möglich, sollten Beschäftigte in Absprache mit dem Arbeitgeber Heim- und Telearbeit nutzen. Schaffen Sie vor allem für Risikopersonen risikoarme Arbeitsbereiche.

Wie sollen sich Arbeitgeber verhalten? - Nur gesund zur Arbeit!
Legen Sie Wert darauf, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nur gesund zu Arbeit kommen. Fieber, Husten und Atemnot können Anzeichen für eine Infektion mit dem Coronavirus sein. Zeigt ein Mitarbeiter für einen medizinischen Laien erkennbare Atemwegssymptome, sollte ein Betreten des Betriebsgeländes nach Möglichkeit nicht zugelassen werden.

Stattdessen sollte sich die betroffene Person umgehend an einen behandelnden Arzt oder das Gesundheitsamt wenden. Das Gesundheitsamt ist für den Meldeweg zuständig und prüft, welche weiteren Maßnahmen zu ergreifen sind. Außerdem informiert die Behörde, wie sich Arbeitgeber weiter zu verhalten haben.

Hat ein Arbeitnehmer am Arbeitsplatz entsprechende Symptome, sollten Arbeitgeber ihn nach Hause oder zum Arzt schicken, damit geklärt wird, ob es sich wirklich um das Coronavirus handelt.

[Stand: 14.04.2020]

Wir empfehlen, dem Arbeitgeber einen Kontakt mit einer infizierten Person mitzuteilen, damit er seinen Fürsorgepflichten nachkommen und Maßnahmen einleiten kann.

Bei Erkrankung der Angehörigen oder Verdacht einer Erkrankung der Angehörigen darf der Mitarbeiter nicht automatisch zu Hause bleiben. Die Entscheidung über ein Zuhausebleiben sollte gemeinsam mit behandelndem Arzt/Gesundheitsamt/Arbeitgeber getroffen werden.

[Stand: 14.04.2020]

Ein hygienisches Verhalten am Arbeitsplatz ist besonders wichtig. Die zuständigen Bundes- oder Landesbehörden geben Hinweise, was zu beachten ist. Das betrifft zum Beispiel Quarantänemaßnahmen oder die Schließung von Einrichtungen. Im Fall des aktuellen Corona-Virus gelten die gleichen Hygieneregeln wie allgemein zum Schutz vor luftübertragbaren Infektionskrankheiten:

  • Mindestabstand 1,5 m zu jeder anderen Person, jeden direkten Gesichtskontakt vermeiden (zum Schutz vor Husten, Niesen und Ausatmung)
  • Beachtung der Husten- und Niesregeln: Husten und Niesen in ein Taschentuch oder in die Armbeuge. Taschentuch sofort entsorgen. Falls in die Hand gehustet wurde, sofort Händewaschen!)
  • Verzicht auf’s Händeschütteln. Hände möglichst aus dem Gesicht fernhalten. Gute Händehygiene (Hände waschen vor jedem Essen und bevor man sich in das Gesicht fasst, mindestens 20 Sekunden gründlich waschen)
  • Geschlossene Räume regelmäßig lüften. Gehen Sie generell davon aus, dass Gegenstände und Flächen in Innenräumen kontaminiert sein können.

Die DGUV hat ein Hygieneplakat entwickelt, das die wichtigsten Maßnahmen zusammenfasst. Außerdem erhalten Sie dort ein Poster zum Händeschütteln und eine Infografik zum Thema Unterschiede bei Schutzmasken.

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung müssen sich Arbeitgeber mit der Hygiene im Betrieb auseinandersetzen und Maßnahmen festlegen, damit eine Ansteckungsgefahr minimiert wird.
Viele Menschen treffen aufeinander und benutzen dieselben Gegenstände. Achten Sie auf ausreichende Reinigung und Hygiene und passen Sie ggf. die Reinigungsintervalle an. Eine Faustregel, wie oft im Betrieb gereinigt oder welche Gegenstände zu desinfizieren sind, gibt es leider nicht. Achten Sie darauf, dass insbesondere Sanitäreinrichtungen und Gemeinschaftsräume regelmäßig gereinigt werden. Zur Vermeidung von Infektionen trägt auch das regelmäßige Reinigen von Türklinken und Handläufen bei. Stellen Sie ausreichend Seife und Handtuchspender zur Verfügung.

Weitere Informationen, auch in unterschiedlichen Sprachen, erhalten Sie unter www.infektionsschutz.de.

[Stand: 14.04.2020]

Angesichts der Tatsache, dass Desinfektionsmittel derzeit nur mit langen Wartezeiten lieferbar sind, können Betriebe Desinfektionsmittel ausschließlich für den internen(!) Gebrauch selbst herstellen - sofern sie über die entsprechende Ausrüstung und Fachkunde verfügen. Die Herstellung ist nach einer der in der Allgemeinverfügung vom 20.03.2020 genannten Rezepturen für alle Unternehmen erlaubt.

Dabei muss zwischen Händedesinfektion und Flächendesinfektion unterschieden werden. Diese unterscheiden sich in Hinsicht auf Rezeptur UND Anwendung.

Es müssen jedoch die in den Allgemeinverfügungen genannten Reinheiten beachtet werden. Die unter diesen Allgemeinverfügungen hergestellten Mittel dürfen nicht an Dritte abgegeben werden (also nicht in Verkehr gebracht werden). Für das In­ver­kehrbrin­gen des Desinfektionsmittels ist der Adressatenkreis der Allgemeinverfügung auf die dort genannten Firmen eingeschränkt.

  • Selbst hergestellte Desinfektionsmittel sind gemäß TRGS 201 Einstufung und Kennzeichnung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen vom Betrieb einzustufen und zu kennzeichnen.
  • Darüber hinaus ist eine Gefährdungsbeurteilung für den Mischvorgang sowie für die geplante Verwendung zu erstellen.
  • Dabei ist die korrekte Durchführung bzw. Anwendung festzulegen sowie etwaiger Fehlgebrauch zu berücksichtigen.
  • Bei der Anwendung von Handdesinfektionsmitteln ist die hautentfettende Wirkung maßgeblich (Erstellung eines Hautschutzplanes!).
  • Zum anderen ist bei alkoholischen Lösungen mit der Freisetzung entzündbarer Dämpfe sowohl beim Umfüllen als auch bei großflächiger Anwendung zu rechnen. Es sind daher entsprechende Schutzmaßnahmen wie gute Belüftung und das Fernhalten von Zündquellen zu treffen.

Weitere Informationen erhalten Sie auf den Seiten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Die Corona-Krise bedroht und verunsichert nicht nur Unternehmen, sondern erzeugt auch bei vielen Beschäftigten große Ängste. Wir zeigen Ihnen Wege aus der Angst.

[Stand: 14.04.2020]

Kein Tag ohne Corona! Das Fernsehen, die Zeitungen, das Internet - alles ist voll mit Nachrichten über die Ausbreitung des Coronavirus. Auch in Gesprächen mit Kollegen, Freunden und Familie geht es nur noch um Corona, COVID-19 und leergeräumte Supermarktregale.

Viele Botschaften, selbst die aus seriösen Quellen wie dem Robert Koch-Institut, können Unbehagen erzeugen. Manche Schreckensnachrichten oder Verschwörungstheorien, die über Facebook und andere Dienste verbreitet werden, erzeugen regelrecht Hysterie und Panik.

Ein Weg, seiner Angst sinnvoll zu begegnen und sich selbst wieder handlungsfähig zu machen, sind die Drei A's: Abschalten, Abkühlen, Aktion

  1. Abschalten: Rund um die Uhr werden Nachrichten über Corona gesendet. Allerdings nicht, weil es ständig Neuigkeiten gibt, sondern, damit stets etwas in den Timelines der Social Media-Dienste steht. Legen Sie das Smartphone bewusst zur Seite und fahren Sie Ihren Informationshunger herunter. Auch in diesen Zeiten gilt: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen! Konsumieren Sie Corona-News nur zeitlich begrenzt und vor allem - aus seriösen Quellen! Wichtig: Ruinieren Sie nicht Ihre wichtige Nachtruhe. Lesen Sie keinesfalls Nachrichten direkt vorm Schlafen gehen!
  2. Abkühlen: Wenn sich die Corona-News aufdrängen und auch jeglicher Versuch der Informationsflut durch die Medien zu entfliehen, das willentliche „Stop“-Sagen, nicht funktioniert. Wenn sich der Herzschlag beschleunigt und die Kehle sich zuschnürt und man sich bei dem Gedanken erwischt: „Ist das schon Corona“? Dann heißt es: Durchatmen! Erst einmal gedanklich wieder abkühlen! Und realisieren, dass es einem doch eigentlich noch ganz gut ging, bevor man diesen oder jenen Artikel gelesen oder das Katastrophenvideo auf YouTube gesehen hat.
    Es stimmt, die Situation ist nicht einfach, viele Menschen sind gefährdet und einigen geht es sehr schlecht. Aber es bringt nichts, immerzu in sich hineinzuhorchen.
  3. Aktion: Das Beste, was man jetzt tun kann, ist sich selbst wieder in Aktion zu erleben. Die Unternehmer, die Handwerker, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die wie gewohnt ihrer Arbeit nachgehen, um "den Laden am Laufen zu halten" tun genau das! Sie beweisen, dass es geht und verschaffen sich selbst und anderen dadurch Stärke und Zuversicht im Umgang mit der Krise. So viel Normalität wie möglich aufrecht zu erhalten, ist das beste Mittel, mit der Krise umzugehen. Wer nicht mehr arbeiten darf, kann sich gezielt ablenken: Was tut einem selbst jetzt gut, welche Möglichkeiten gibt es, genau das jetzt umzusetzen? Diese Strategie verfolgen derzeit auch viele Menschen im Internet; Musiker, die Songs aufnehmen oder Freundeskreise, die sich auf Online-Plattformen zum gemeinsamen Spielen treffen. Wichtig ist, sich selbst in Aktion zu erleben und zu merken, was jetzt möglich ist!

Psychologische Hilfe in der Krise
Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen hat eine anonyme Hotline eingerichtet, um Ratsuchende im Umgang mit dieser Situation aktiv zu unterstützen. Die Hotline ist täglich von 08.00 bis 20.00 Uhr geschaltet und unter der Nummer 0800 777 22 44 zu erreichen.

Bleiben Sie gesund!

Im Folgenden wird ausdrücklich unterschieden zwischen der Nutzung von Mund-Nasen-Bedeckung zur Eindämmung des Coronavirus und der Nutzung von Atemschutz als Arbeitsschutzmaßnahme (bei Tätigkeiten mit erhöhter Exposition gegenüber Gefahrstoffen oder Biostoffen).

[Stand: 06.05.2020]

Den beiden Nutzungsarten liegen unterschiedliche Risiken und Schutzziele zugrunde: Der Einsatz von Mund-Nasen-Bedeckung dient der Vermeidung der Verbreitung des Coronavirus durch den möglicherweise unbemerkt Infizierten. Durch geeigneten Atemschutz wird der Träger bei seiner Tätigkeit vor dem Coronavirus geschützt, der von infizierten Personen in seiner Umgebung freigesetzt wird.

Downloads
Unterweisungshilfe "Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) zum Fremdschutz vor dem Coronavirus"
Empfehlungen zum Einsatz von Atemschutz bei Staubbelastungen (Empfehlung des FB RCI)
Auswahlhilfe (Empfehlungen der BAuA)
Mund-Nase-Schutz ist keine Atemschutzmaske (Pressemitteilung der DGUV)

Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) zur Infektionsprophylaxe gegen COVID-19 (Fremdschutz!)

Solange die Infektionsdichte in der Bevölkerung und die allgemeine Immunitätslage noch nicht bekannt sind und weder wirksame Behandlungsmöglichkeiten noch Impfstoffe zur Verfügung stehen, sind folgende Maßnahmen geboten:

  1. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Atemwegssymptomen oder Fieber sollten sich nicht auf dem Betriebsgelände aufhalten bzw. einer betrieblichen Tätigkeit nachgehen,
  2. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten ausreichend Abstand (mindestens 1,5 Meter) zu anderen Beschäftigten halten können,
  3. ergänzend zu Regel 1 und 2 sollten Beschäftigte zum Fremdschutz eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Die Regeln 2 und 3 sind deshalb so bedeutend, weil derzeit davon ausgegangen wird, dass infizierte Personen bereits innerhalb der Inkubationszeit (also noch vor dem Auftreten erster Krankheitssymptome) die Infektion auf andere Personen übertragen können.

Die ausschließlich zu diesem Schutzziel verwendeten ungeprüften Mund-Nasen-Bedeckungen können eine Infektionsübertragung nicht vollständig verhindern, aber dazu beitragen, die Möglichkeit einer Übertragung zu minimieren.

ABER: Der Einsatz von Mund-Nasen-Bedeckungen kann die zentralen Schutzmaßnahmen, wie die (Selbst-)Isolation Erkrankter, die Einhaltung des Abstands von mindestens 1,5 m, die Hustenregeln und die Händehygiene zum Schutz vor Ansteckung nicht ersetzen.

Mund-Nasen-Schutz (MNS) und Mund-Nasen-Bedeckung (MNB)
Mund-Nasen-Schutz (MNS), besser bekannt als OP-Maske, ist ein Medizinprodukt und dient dem Schutz der Person, die behandelt wird. Aufgrund der starken Nachfrage sollte vorrangig der Bedarf von medizinischem und pflegerischem Personal gedeckt werden.

Im Gegensatz zum geprüften Mund-Nasen-Schutz (MNS) zählen zu dem allgemeineren Begriff der Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) auch neue Textilien, wie "Alltagsmaske", "Community-Maske", Behelfs-Mund-Nasen-Maske, Gesichtsbedeckung o. ä. Nach Einschätzung u. a. des Robert-Koch-Instituts (RKI) kann das vorsorgliche Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung dazu beitragen, das Übertragungsrisiko bei Covid-19 zu vermindern.

Welche Anforderungen sollte eine Mund-Nasen-Bedeckung erfüllen?
Die Mund-Nasen-Bedeckung

  • soll enganliegend an Nase (biegbar, entsprechender Zuschnitt, etc.), Wangen und Kinn sein.
  • bleibt bei Kopfbewegungen sicher vor Mund und Nase sitzen.
  • besteht aus Material mit hoher Fadendichte (Tests: (1) Aus dem Mund mit Druck ausatmen, der Luftstrom muss an der vorgehaltenen Hand deutlich reduziert ankommen; (2) Vor eine helle Lichtquelle halten, die Lichtquelle sollte nicht erkennbar sein). Ggf. kann das Material auch mehrlagig verwendet werden.
  • hält ggf. die Wiederaufbereitung aus.
  • hat keine Durchstiche o. ä. direkt im Bereich von Mund und Nase.
  • ermöglicht eine ausreichende Sauerstoffversorgung.
  • wird nur genutzt, solange sie trocken ist (unbehandelte Baumwolle durchfeuchtet vergleichsweise schnell).

Wann ist das Tragen erforderlich?
Das Tragen ist immer dann erforderlich, wenn ein Abstand von mind. 1,5 m nicht sicher und dauerhaft eingehalten werden kann. Alternativen Schutzmaßnahmen, wie der Abtrennung von Arbeitsplätzen, ist Vorrang zu geben. Arbeitsabläufe sind dahingehend zu prüfen, ob eine Vereinzelung der Tätigkeiten möglich ist, falls dadurch nicht zusätzliche Gefährdungen entstehen. Andernfalls sind möglichst kleine, feste Teams (z. B. 2 bis 3 Personen) vorzusehen, um wechselnde Kontakte zu reduzieren.

Dauerhaftes Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen ist nach Möglichkeit zu vermeiden. Bei der ersten Verwendung sollte getestet werden, ob die MNB ausreichend Luft zum Atmen durchlässt. Im Zweifelsfall ist vor dem Einsatz ärztlicher Rat einzuholen.

Verwenden Sie bei neuen Kontakten (z. B. neuer Kunde) auch eine neue Mund-Nasen-Bedeckung.

Wie lege ich eine Mund-Nasen-Bedeckung richtig an?
Der beste Schutz hilft nicht, wenn er falsch angelegt ist.

Illustration MNB richtig anziehen
Zum Vergrößern, bitte Bild anklicken.
  1. Vor dem Anlegen die Hände gründlich mit Seife waschen.
  2. Die Verschlussbänder an der oberen Kopfmitte befestigen, Ohrenschlaufen hinter die Ohren ziehen.
  3. Nasenbügel (falls vorhanden) anpassen.
  4. Die seitlichen Abschlüsse der MNB so dicht und angenehm wie möglich an das Gesicht anpassen.

RiskBuster Corona Mund-Nase-Bedeckung
RiskBuster Holger Schumacher erklärt die Anwendung der MNB
Einmal angelegt sollte die MNB nicht mehr angefasst werden. Denken Sie daran, die MNB regelmäßig gegen eine Neue bzw. Aufbereitete (siehe unten) auszutauschen.

Wie nehme ich eine Mund-Nasen-Bedeckung richtig ab?
Sie müssen davon ausgehen, dass sich auf der Außenseite Keime, Bakterien und Viren befinden können. Daher:

  1. Ausziehen erst, wenn der Abstand zur nächsten Person mehr als 1,5 Meter beträgt.
  2. Beim Ausziehen nur an Bändern (oberes Band zuerst), Gummis oder am Hinterkopf anfassen.
  3. Vorderseite nicht berühren.
  4. Nach dem Ablegen die Hände gründlich mit Seife waschen.

Illustration MNB ausziehen
Zum Vergrößern, bitte Bild anklicken.


Entsorgen oder aufbereiten?

Auch im Rahmen von akuten pandemiebedingten Engpässen dürfen Einwegartikel nur in geringem Umfang wiederverwertet werden, um einen möglichst hohen hygienischen Standard zu halten. Solange der Bedarf nicht gedeckt ist, gibt es allerdings keine Alternativen zur Wiederaufbereitung. Sobald der Bedarf gedeckt werden kann, gilt es erneut zu bewerten, ob Wiederaufbereitung noch sinnvoll ist. Dabei wird sicher auch der Umweltschutzgedanke eine Rolle spielen.

Ideal wäre, das Textil direkt in die Waschmaschine zu legen. Ist das nicht möglich, bitte vorsichtig bewegen und für den Transport in einem dicht schließenden Behälter aufbewahren (Behälter z. B. einmal täglich reinigen). Die MNB sollte dort möglichst kurz verbleiben. Bei längerer Zeiträumen ist eine trockene Lagerung vorzuziehen. Je nach Material kann so gereinigt werden (bitte Herstellerangaben - sofern verfügbar - beachten):

  • 30 Minuten bei mind. 60° C mit Waschmittel in der Maschine waschen (falls vorhanden, im Hygieneprogramm)
  • 5 Minuten in einem kleinen Topf (auch Wasserkocher) kochen

Illustration MNB reinigen
Zum Vergrößern, bitte Bild anklicken.


Im Anschluss muss die Maske gut getrocknet werden.

Sollten Sie mit der Mund-Nasen-Bedeckung unbeabsichtigt Flächen berührt haben: Haushaltshandschuhe anziehen und betroffene Flächen mit heißem Wasser und handelsüblichem Spülmittel reinigen.

Woher bekomme ich Mund-Nasen-Bedeckungen?
Mund-Nasen-Schutz erhalten Sie beispielsweise im Fachhandel.

Viele Textil-Betriebe haben auf die Produktion von MNB oder Teile davon umgestellt. Noch bewerben erst Wenige diese neuen Produkte, da die Kapazitäten mit der Versorgung der medizinischen und pflegerischen Bereiche ausgeschöpft sind.

Auch selbstgenähte Bedeckungen sind eine - aktuell sogar im pflegerischen Bereich - vielgenutzte Alternative.

Atemschutz als Arbeitsschutzmaßnahme (Eigenschutz)

In der Corona-Pandemie ist zum Schutz des medizinischen Personals Mund-Nasen-Schutz oft nicht ausreichend, um einen ausreichenden Schutz vor Covid-19-Viren zu gewährleisten. Es werden daher in diesem Bereich vermehrt FFP2- oder FFP3-Atemschutzmasken zum Schutz der Beschäftigten eingesetzt. Dies führt dazu, dass im gewerblichen Bereich diese Maskentypen nicht immer in ausreichender Anzahl verfügbar sind. Im Beitrag „Wie wähle ich den richtigen Atemschutz in Zeiten der Corona-Pandemie aus?“ erfahren Sie hierzu mehr.

[Stand: 17.04.2020]

Es ist allgemein bekannt, dass Viren im Freien nur in (sehr) geringen Konzentrationen vorhanden sind. Dies gilt auch für das neuartige Corona-Virus (SARS-CoV-2). In geschlossenen Räumen kann die Anzahl von Erregern hingegen stark steigen, ist dort eine infizierte Person anwesend. Durch regelmäßiges Lüften kann die Viruskonzentration und damit ein mögliches Ansteckungsrisiko effektiv gesenkt werden.

Bei Lüftungsmaßnahmen wird zwischen freier (natürliche) Lüftung und technischer (maschinelle) Lüftung unterschieden. Die freie Lüftung erfolgt beispielsweise durch geöffnete Fenster, die technische Lüftung durch Lüftungs- und Klimaanlagen.

In vielen Büros überwiegt die freie Lüftung. Man unterscheidet dabei Spaltlüftung (gekipptes Fenster) und Stoßlüftung (kurzzeitig ganz geöffnetes Fenster), wobei die Stoßlüftung einen wesentlich intensiveren Luftaustausch bewirkt. Noch intensiver ist die Querlüftung, bei der einander gegenüberliegende Fenster geöffnet werden. In Büroräumen sollte mindestens einmal pro Stunde für etwa 10 Minuten mit ganz geöffneten Fenstern gelüftet werden.

Die maschinelle Lüftung mit RLT-Anlagen (raumlufttechnische Anlagen) ist dann am effektivsten, wenn die RLT-Anlage ohne Umluft betrieben wird. Moderne Lüftungsanlagen sind häufig so ausgelegt, dass ausschließlich Außenluft in die Räume gefördert wird und die Abluft in die Umgebung abgeführt wird. Dadurch werden auch luftgetragene Viren aus den Räumen entfernt.

Wird eine RLT-Anlage zur Lüftung verwendet, ist insbesondere folgendes zu beachten:

  • Für den Betrieb und die Instandhaltung der RLT-Anlage muss eine Gefährdungsbeurteilung vorliegen. Die Gefährdungsbeurteilung muss durch einen Fachkundigen erstellt werden, der mindesten die Qualifikation Kategorie A gemäß VDI-MT 6022 Blatt 2 besitzt.
  • Es sollten regelmäßige Hygieneinspektionen und Hygienekontrollen der Anlagen gemäß VDI 6022 Blatt 1 erfolgen.
  • Das Personal für die Hygieneinspektionen und -kontrollen sowie daraus abgeleiteter weiterer Instandhaltungsarbeiten muss nachweislich eine Fachkunde gemäß VDI 6022 Blatt1 und VDI-MT 6022 Blatt 2 besitzen.
  • Es ist sicherzustellen, dass die Außenluftansaugung und der Fortluftauslass der RLT-Anlage außerhalb des Gebäudes einen ausreichenden Abstand besitzen, um lüftungstechnische Kurzschlüsse zu unterbinden.
  • Wenn möglich die Anlage ohne Umluft betreiben (Außenluftanteil auf 100 % erhöhen).
  • Filterung der Zuluft: Mindestens die zweite Filterstufe sollte der Filterklasse ePM1 ≥ 80 % entsprechen; alternativ können vorhandene Filter der ehemaligen Filterklasse F9 bis zu deren Austausch weiter betrieben werden.
  • Überdruck im Zuluftteil gegenüber dem Abluftteil sicherstellen, damit möglicherweise mit Tröpfchen belastete Abluft aus den Räumen nicht in andere Bereiche transportiert wird.
  • Betriebszeiten der Anlagen ggf. vor und nach der regulären Nutzungszeit verlängern (z. B. um 2 h).
  • Regelmäßige Instandhaltungsarbeiten wie z. B. Wartung und Reinigung der RLT-Anlage sind unter Beachtung ausreichender Hygiene durch das Wartungspersonal durchzuführen. Für die Wartung und den Austausch beladener Filter ist immer persönliche Schutzausrüstung (Einmalschutzanzug, Atemschutzmaske FFP2 oder FFP3 und Schutzbrille) zu tragen.

[Stand: 25.03.2020]

Reduzieren Sie Dienstreisen und Präsenzveranstaltungen wie Besprechungen auf das absolute Minimum und stellen Sie soweit als möglich technische Alternativen für Online-Meetings wie Telefon- oder Videokonferenzen zur Verfügung.

Insbesondere Reisen in vom Robert Koch-Institut festgelegte besonders betroffene Gebiete oder in internationale Risikogebiete sind zu vermeiden und sollten nur noch in begründeten Ausnahmefällen erfolgen. 

Bedenken Sie, dass andere Länder kurzfristige Reisebeschränkungen verhängen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Zielort möglicherweise Quarantänebestimmungen unterliegen können.

[Stand: 14.04.2020]

In vielen Betrieben sind neben der Stammbelegschaft auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von externen Betrieben, z.B. Handwerksbetriebe oder Zeitarbeitsfirmen tätig. Auch diese Personen müssen über die Maßnahmen informiert sein, die aktuell im Betrieb hinsichtlich des Coronavirus getroffen werden.

Rechtsgrundlage hierfür ist § 8 des Arbeitsschutzgesetzes. Die entsprechenden Informationsketten müssen in Zusammenarbeit mit den externen Betrieben in der betrieblichen Pandemieplanung berücksichtigt sein. Externe Betriebe und deren Beschäftigte, die in diesem Betrieb tätig sind, müssen folgendermaßen unterwiesen werden:

  • Gibt es Veränderungen in den Betriebsabläufen, die sich auf die Zusammenarbeit auswirken?
  • Gibt es im Betrieb besondere Infektionsrisiken, die zu beachten sind?
  • Wer ist im Betrieb zu informieren, falls ein Verdachts- oder Erkrankungsfall bei externen Beschäftigten oder Selbstständigen auftritt?
  • Wie wird informiert, falls in der Stammbelegschaft ein Verdachts- oder Erkrankungsfall auftritt?

Informationen über das betriebliche Vorgehen helfen zum einen, dass alle Beteiligten schnell über mögliche Verdachts- oder Erkrankungsfälle Bescheid wissen. Zum anderen kann so Verunsicherung und der Verbreitung von Gerüchten vorgebeugt werden.

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