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Häufig gestellte Fragen zu Mitgliedschaft und Beitrag

Was ist eine Berufsgenossenschaft?

Die Berufsgenossenschaft (BG) ist als Trägerin der gesetzlichen Unfallversicherung Teil der deutschen Sozialversicherung. Im Falle eines Arbeits-/Wegeunfalls oder einer anerkannten Berufskrankheit sind die Beschäftigten eines Unternehmens versichert und haben Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung.

Welche Leistungen erbringt die BG im Versicherungsfall?

Nach Arbeits- und Wegeunfällen sowie bei anerkannten Berufskrankheiten haben Versicherte Anspruch auf ambulante und stationäre Heilbehandlung. Nach schweren Unfällen beginnen parallel Maßnahmen zur beruflichen Wiedereingliederung. Daneben sichert die BG ihre Versicherten finanziell ab. Dies geschieht durch die Geldleistungen: Verletztengeld, Übergangsgeld und Rente. mehr

Muss ich mich bei der Berufsgenossenschaft anmelden?

Jeder Unternehmer und jede Unternehmerin ist verpflichtet, sich innerhalb von einer Woche nach Eröffnung des Betriebes bei der BG anzumelden: Online-Anmeldung

Kann ich mich auch bei einer anderen Behörde anmelden und reicht das aus?

Nein, das reicht nicht aus. Jede/r Unternehmer/in ist verpflichtet, sich bei der BG binnen einer Woche nach Betriebseröffnung anzumelden.

Wer ist durch die BG versichert?

Grundsätzlich sämtliche Arbeitnehmer, die in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis stehen, einschließlich Aushilfen, geringfügig beschäftigte Personen, Auszubildende, unter bestimmten Voraussetzungen auch Praktikanten.

Ist der Unternehmer auch versichert?

Unternehmerinnen und Unternehmer aus Betrieben der Bereiche Feinmechanik und Elektrotechnik  sowie Energie und Wasserwirtschaft sind versicherungsfrei. Für diesen Personenkreis besteht aber die Möglichkeit, eine freiwillige Versicherung abzuschließen. Unterlagen hierzu erhalten Sie auf Anforderung über unser Service-Center telefonisch unter 0221 3778-1800. mehr

Unternehmerinnen und Unternehmer der Bereiche Textil und Bekleidung sowie Druck und Papierverarbeitung unterliegen der Pflichtversicherung. mehr

Wer kann sich freiwillig versichern?

Unternehmer der zuvor genannten Bereiche, unternehmerähnliche Personen wie z. B. versicherungsfreie Gesellschafter einer GmbH, Komplementäre, Vorstände einer Aktiengesellschaft.

Was ist ein Gefahrtarif?

In dem Gefahrtarif werden die zur BG zugehörigen Gewerbezweige aufgeführt. In den einzelnen Gefahrtarifstellen werden Branchen mit ähnlicher Gefährdung zusammengefasst. Die dazugehörigen Gefahrklassen spiegeln den Grad der Unfallgefahr wider. Damit wird den unterschiedlichen Unfallrisiken der einzelnen Branchen Rechnung getragen.

Der ab 01.01.2015 gültige Gefahrtarif besteht aus vier Teilen:
Teil I = Vorbemerkungen
Teil II = Sonstige Bestimmungen
Teil III = Unternehmenszweige und Gefahrklassen
Teil IV = Zuordnung der Entgelte zu den Veranlagungen

Wie erfolgt die Einstufung?

Die Veranlagung eines Unternehmens zu den Gefahrtarifstellen bestimmt sich durch seine Zugehörigkeit zu einem Gewerbezweig. Diese richtet sich nach der Art der im Unternehmen hergestellten Produkte oder der Art der verrichteten Tätigkeit. Maßgebend ist der Unternehmensschwerpunkt.

Muss ich für die Mitgliedschaft zahlen?

Der Arbeitgeber zahlt einen Jahresbeitrag, sofern Mitarbeiter - hierzu zählen auch Aushilfen, Auszubildende und geringfügig beschäftigte Personen - gegen Entgelt beschäftigt werden oder eine Unternehmerversicherung besteht. Es erfolgt - im Gegensatz zu den anderen Zweigen der Sozialversicherung - keine monatliche Erhebung der Beiträge.

Warum werden die Beiträge jährlich erhoben?

Die BG hat die Beiträge so zu bemessen, dass sie die gesetzlich vorgeschriebenen Ausgaben decken. Die Beiträge werden daher nach dem Prinzip der nachträglichen Bedarfsdeckung erhoben. Erst nach Ablauf eines Kalenderjahres können die Ausgaben, die im Laufe eines Jahres erbracht wurden, exakt festgestellt werden. Diese Kosten werden dann auf die Mitgliedsbetriebe umgelegt und in Rechnung gestellt.

Muss ich jeden Mitarbeiter namentlich anmelden?

Nein, eine namentliche oder zahlenmäßige An- oder Abmeldung ist bei unserer BG nicht erforderlich.

Wie errechnet sich der Beitrag?

Berechnungsgrundlage sind neben den Bruttoarbeitsentgelten die Umlageziffer und die Gefahrklasse. Die Berechnung des Berufsgenossenschaftsbeitrages erfolgt nach folgender Formel:

BG-Beitrag = Bruttoarbeitsentgelt x Umlageziffer x Gefahrklasse

Ist ein Unternehmen zu mehreren Gefahrtarifstellen veranlagt, werden Teilbeiträge für jede Gefahrtarifstelle berechnet und anschließend addiert. mehr

Was zählt zum nachweispflichtigen Arbeitsentgelt?

Grundsätzlich gilt: steuerpflichtiges Bruttoentgelt = nachweispflichtiges Entgelt. Für ausführlichere Informationen verweisen wir auf den Entgeltkatalog. mehr

Was ist die Umlageziffer?

Die Beitragserhebung in der gesetzlichen Unfallversicherung erfolgt nach dem Prinzip der nachträglichen Bedarfsdeckung. Erst nach Ablauf eines Kalenderjahres kann die BG ihren Bedarf ermitteln. Dieser wird dann auf die beitragspflichtigen Mitgliedsunternehmen umgelegt.

Die Umlageziffer, die jährlich neu durch den Vorstand der Berufsgenossenschaft beschlossen wird, gibt an, wie hoch der Beitrag je Euro Lohnsumme in der Gefahrklasse 1 ist. Die Höhe der Umlageziffer lässt allein noch keinen Rückschluss auf die Höhe des Beitrags zu. Die Umlageziffer ist für alle Unternehmen gleich.

Was ist eine Gefahrklasse?

Die Gefahrklasse ist eine Verhältniszahl. Hier werden Gewerbezweige mit einem ähnlichen Grad der Unfallgefahr zusammengefasst. Sie ist ein Bestandteil der Beitragsberechnung.

Was sind Ausgleichslast und neue Lastenverteilung?

Die bisherige Ausgleichslast diente zur Unterstützung finanzschwacher BGen, die ihre Ausgaben nicht mehr durch laufende Einnahmen decken konnten. Da dieses Verfahren nicht mehr zeitgemäß ist, hat der Gesetzgeber rückwirkend ab 01.01.2008 das neue Verfahren zur Lastenverteilung eingeführt. Hierdurch soll den im Laufe der Jahre eingetretenen strukturellen und wirtschaftlichen Änderungen Rechnung getragen werden. Das Verursacherprinzip rückt damit weiter in den Hintergrund; die Verteilung auf die Solidargemeinschaft (sogenanntes Solidarprinzip) nimmt dagegen zu. mehr

Wann ist der Beitrag fällig?

Der Beitrag wird immer am 15. des Monats fällig, der der Bekanntgabe des Beitragsbescheides folgt.

Kann ich den Beitrag per Lastschrift einziehen lassen?

Es ist möglich, am SEPA-Lastschriftverfahren teilzunehmen. Im Internet stellen wir einen Vordruck zur Verfügung. Selbstverständlich können Sie die Ermächtigung auch formlos einreichen.

Was ist eine Beitragsabfindung?

Gemäß den Bestimmungen unserer Satzung hat die BG die Möglichkeit, im Falle einer Betriebseinstellung bzw. Übergabe des Unternehmens, bis zum Zeitpunkt der Änderung dem ausscheidenden Unternehmer eine Beitragsabfindung in Rechnung zu stellen. Hierdurch sollen die Beiträge sichergestellt werden. Zur Berechnung werden die Umlageziffer und die Gefahrklasse des Vorjahres herangezogen.