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Brand- und Explosionsgefahren durch Wasch- und Reinigungsmittel bzw. Isopropanol

Bei Verwendung von geprüften und zugelassenen Waschmitteln, die der Brancheninitiative entsprechen, das bedeutet u.a. Flammpunkte über 55°C, besteht weder beim manuellen Waschen noch beim Einsatz von fehlerfrei arbeitenden automatischen Waschanlagen (Nebelbildung ist weitgehend vermieden) ein erhöhtes Brand- oder Explosionsrisiko.

Wasch- und Reinigungsmittel – Brand- und Explosionsschutz

Mit dem Auftreten einer gefährlichen explosionsfähigen Atmosphäre muss in der Regel nicht gerechnet werden.

Datenbank geprüfte und zugelassene Waschmitteln der Brancheninitiative

 

Besonderheit im UV-Druck

Gesonderte Sicherheitsbetrachtungen sind beim Verarbeiten von UV-härtenden Druckfarben an Bogen- und Rollenoffsetdruckmaschinen aufgrund der teilweise geringen Abstände zwischen automatischer Waschanlage und UV-Trockner bei Parallelbetrieb von Waschanlage und Trockner erforderlich.

Beim Gummituchwaschen kann durch die Verteilung der Lösemitteldämpfe im Druckmaschinenbauraum in Verbindung mit der heißen Oberfläche der UV-Lampen (800 °C – 900 °C) Explosionsgefahr entstehen. Um eine Gefährdung durch den Eintrag von Lösemittel in den Trocknerbereich zu verhindern, müssen nachfolgend beschriebene Maßnahmen ergriffen werden:

  • Das Trocknersystem muss ausgeschaltet sein
  • Abkühlvorgang des Trocknersystems (2 min.)
  • Absaugung der lösemittelhaltigen Luft während des Waschzyklus (2 min.)
  • Absaugung der evtl. noch lösemittelhaltigen Luft nach dem Waschzyklus (2 min.)
  • Wiederinbetriebnahme des Trockners

Fortschrittliche Trocknersysteme können aufgrund des Sicherheitskonzepts von UV-Trockner- und Druckmaschinenhersteller eine erhebliche Verkürzung dieser Waschzeiten im UV-Bogenoffsetdruck realisieren. Dabei müssen aber folgende Kriterien erfüllt sein:

  • Unterdruckregelung des Abluftsystems
  • Unterdrucküberwachung am UV-Trockner
  • Verwendung geeigneter Waschmittel gemäß der Brancheninitiative
  • Kontinuierlicher Luftaustausch im Maschinenbauraum, um das Erreichen der UEG zu verhindern
  • Konstruktive Optimierung von UV-Trockner und Druckmaschine zur Verhinderung von Totzonen, in denen eine Anreicherung mit Lösemitteln erfolgen kann.
  • Konzentrationsmessungen zur Verifizierung und Abnahme durch die BG

 

Datenbank „Zulässige Wasch- und Reinigungsmittel im Offsetdruck“

Datenbank „Sonderreinigungsmittel im Offsetdruck"


Brand- und Explosionsgefahren durch Isopropanol

Reines Isopropanol hat einen Flammpunkt von 12 °C, d. h. es ist leichtentzündlich und kann bereits bei Raumtemperatur explosionsfähige Dampf/Luft-Gemische bilden. Der Flammpunkt und damit das Brand- und Explosionsrisiko für Gemische aus Alkohol und Wasser ist konzentrationsabhängig: Je niedriger die Alkohol-Konzentration im Feuchtwasser, desto höher der Flammpunkt. So hat Feuchtwasser mit einem Gehalt von 10 % Isopropanol einen Flammpunkt von 39 °C. Das bedeutet, dass ab einem Gehalt oberhalb von ca. 10 % IPA Maßnahmen hinsichtlich des Explosionsschutzes beachtet werden müssen. Es ist daher auch aus Explosionsschutzgründen dringend anzuraten, den Anteil von IPA im Feuchtmittel unter 10 % zu halten.

 

Feuchtwasseraufbereitungsgeräte

Sind die Vorratsbehälter (Kanister) im Inneren der Feuchtwasseraufbereitungsgeräte angeordnet, ist der unmittelbare Umgebungsbereich der Vorratsbehälter im Schrankinneren je nach Qualität der Abdichtung zwischen Saugrohr und den Behälteröffnungen und in Abhängigkeit von den Lüftungsbedingungen am Aufstellort in Absprache mit dem Gerätehersteller nach dessen Risikoanalyse zu bewerten.

Stehen die Alkoholvorratsbehälter unterhalb des Feuchtmitteltanks, ist die IPA-Dosierung nur durch Ansaugen mittels Pumpe möglich. In diesen Fällen ist bei Normalbetrieb nicht mit einer explosionsfähigen Atmosphäre in Gefahr drohender Menge zu rechnen, wenn die IPA-Konzentrationen im Inneren der Feuchtwasseraufbereitungsanlage unterhalb 10 % Alkohol im Feuchtwasser liegt. Das haben Messungen der Berufsgenossenschaft bestätigt. Desweiteren muss eine Erwärmung des Feuchtwassers durch im Tank eingebaute Heizelemente über die Raumtemperatur hinaus sicher vermieden werden.

 

Feuchtwerke in den Druckwerken von Bogen- und Rollenoffsetdruckmaschinen

Liegt die IPA-Konzentration unterhalb 10 % im Feuchtwasser, ist im Bereich der Druckwerke von Bogen- und Rollendruckmaschinen im Normalbetrieb nicht mit einer explosionsfähigen Atmosphäre in Gefahr drohender Menge zu rechnen. Das bestätigen Messergebnisse der Berufsgenossenschaft.

Neben der Reduktion des IPA-Gehalts im Feuchtmittel, gibt es noch eine Reihe weiterer Maßnahmen beim Einsatz von Isopropanol, die erforderlich sind, um das Auftreten gefährlicher Mengen explosionsfähiger Atmosphäre zu verhindern.

 

Vorratsbehälter

Die Fässer oder Kanister, in denen IPA geliefert bzw. gelagert wird, müssen aus geeignetem Material, Metall oder ableitfähigem Kunststoff (Kennzeichnung: ExELStat), bestehen.

Beim Umfüllen sind die Behälter zu erden. Umfüllarbeiten in direkter Umgebung der Druckmaschine sollten vermieden werden. Wichtig ist eine ausreichende Standsicherheit bzw. Auslaufsicherheit der Vorratsbehälter (besonders bei Kanistern). Dies gewährleisten z. B. handelsübliche Auffangwannen. Durch geeignete Verschlussstopfen am Saugrohr ist die Einfüllöffnung der Behälter ausreichend wirksam abzudichten. Diese Maßnahme ist besonders wichtig, da im Inneren der Behälter generell eine Zone 0 vorliegt. Die Hersteller von Feuchtwasseraufbereitungsgeräten bieten dafür inzwischen technisch ausgereifte Lösungen, auch zum Nachrüsten, an. Entleerte Behälter müssen sofort verschlossen und unverzüglich aus dem Drucksaal entfernt werden.

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