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Tampondruck

Im Tampondruck werden zahlreiche Arbeitsstoffe verwendet und eine Vielzahl von unterschiedlichen Tätigkeiten ausgeführt. Aufgrund der damit verbundenen Gefährdungen sind ein sachgemäßes Verhalten sowie Schutzmaßnamen am Arbeitsplatz erforderlich, um Gesundheitsschäden durch Chemikalien oder Unfälle durch die unsachgemäße Benutzung der Maschinen zu vermeiden.

Auf dem Markt sind aktuell verschiedenste Ausführungen von Tampondruckmaschinen mit Handanlage zu finden, sodass eine detaillierte, individuelle Gefährdungsbeurteilung vom Unternehmer durchzuführen ist. Die folgenden Informationen sollen eine Hilfestellung für die betriebliche Umsetzung geben.

Mechanische Gefährdungen an Tampondruckmaschinen
An Tampondruckmaschinen gibt es verschiedene Quetsch- und Scherstellen, die eine Verletzungsgefahr für die Hände und Finger darstellen. Im Folgenden werden mögliche Gefahrstellen und deren Sicherungsmöglichkeit aufgezeigt.

Tampondruck Grafik
Zum Vergrößern, bitte Bild anklicken. (Bild: Jörg Block/BG ETEM)

Zu Punkt 1 in der Grafik: Scherstelle zwischen Tamponträgerplatte und Maschinenkonstruktion
Abhängig von der Größe und Form des eingesetzten Tampons kann eine Scherstelle zwischen der Tamponträgerplatte und der Maschinenkonstruktion entstehen. Hier ist auf die korrekte Montage des Tampons zu achten. Es ist darauf zu achten, dass zwischen Tamponträgerplatte und Maschinenteilen ein Abstand von mindestens 25 mm verbleibt.

Zu Punkt 2 in der Grafik: Fangstellen an der Unterseite der Klischeehalterung (nur bei beweglichem Klischee)
Bei Tampondruckmaschinen mit Klischeeschlitten sind die Klischeehalterungen aus Gewichtsgründen teilweise ausgespart. Dadurch entstehen ggf. Fangstellen für weite Handschuhe, Kleidung oder Schmuck (Freundschaftsbändchen). Entsprechend ist darauf zu achten, dass keine weiten Handschuhe, keine weite Kleidung oder Fingerschmuck bei Einlegearbeiten getragen werden.

Zu Punkt 3 in der Grafik: Gefahrstellen zwischen bewegten Teilen und Maschinenkonstruktion
Bei Tampondruckmaschinen mit feststehendem Klischee sind aufgrund zusätzlicher Bewegungen des Tampons mehr Gefahrstellen für Finger, Hand und Arm vorhanden. So entstehen z. B. Quetschstellen für die Finger zwischen der Tamponhalterung und der Maschinenkonstruktion beim Vorfahren und Zurückfahren der Tamponhalterung.

Bei Einsatz von Tamponhalterungen, die über die Maschinenbreite hinausragen bilden sich häufig weitere Quetschstellen zwischen Tamponhalterung und Maschinengehäuse.

Zur Absicherung derartiger Quetsch- und Scherstellen können feststehende oder verriegelte trennende Schutzeinrichtungen eingesetzt werden. Auch ein Lichtgitter bzw. Lichtvorhang oder eine Kombination sind möglich.

Zu Punkt 4 in der Grafik: Quetschgefahr zwischen Tampon und Druckgut/ Werkzeughalterung
Produktionstechnisch besteht die Gefahr des Quetschens für die Finger, die Hände und den Arm bei der Abwärtsbewegung des Tampons zwischen dem weichen Tampon aus Silikon und dem Druckgut bzw. der Druckgutaufnahme (Werkzeug). Die Verletzungsschwere wird bei dieser technisch bedingten Gefährdung als gering (reversibel) eingeschätzt, da der Tampon in der Regel weich ist und daher keine schweren Verletzungen entstehen. Vorausgesetzt die Druckgutaufnahme ist so gestaltet, dass diese möglichst weiträumig um das Druckgut herum eben ist. Dadurch kommt beim Druckvorgang der Tampon möglichst gleichmäßig auf Druckgut und Druckgutaufnahme auf und es wird eine Scherung zwischen weichem Tampon und Kanten an der Druckgutaufnahme verhindert.

Symbol W 024

Auf die Gefahrenstelle ist durch das entsprechende Symbol W 024 hinzuweisen.

Das Symbol W 024 warnt vor Handverletzungen entsprechend ASR 1.3 Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung.

Zu- und Abführeinrichtung
Als Zu- und Abführeinrichtungen kommt meist ein Rundtakttisch zum Einsatz. Aber auch Zufuhrbänder werden auf dem Markt angeboten. Hier ist darauf zu achten, dass nur Zu- und Abführeinrichtungen des Herstellers bzw. vom Hersteller empfohlene Einrichtungen eingesetzt werden. Sollten andere Einrichtungen eingesetzt werden, könnten sich weitere Gefahrstellen ergeben und es sich um eine wesentliche Veränderung im Sinne der Maschinenrichtlinie handeln. Nähere Informationen dazu finden sie auf unserer Homepage unter dem Webcode: 14905304 "Umbauten von Maschinen".

Umgang mit Gefahrstoffen im Tampondruck
Von Farben, Verdünnern, Wasch- und Reinigungsmitteln können Gesundheitsgefahren ausgehen. Insbesondere durch die in den Arbeitsstoffen enthaltenen Lösemittel, welche vor allem in der warmen Jahreszeit verdampfen und intensiv geruchlich wahrnehmbar sind, bestehen Gefährdungen beim Einatmen und/ oder bei der Aufnahme über die Haut. Messungen der BG ETEM zeigen, dass nur bei sehr gut belüfteten und abgesaugten Arbeitsplätzen die Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) in der Regel eingehalten werden. Bei nicht ausreichend belüfteten und abgesaugten Arbeitsplätzen wurden Überschreitungen der AGW festgestellt. Generell gilt, Absaugen vermeidet eine gefährliche Exposition. Es ist darauf zu achten, dass die Zuluft zugfrei von oben zugeführt und am Arbeitsplatz in Bodennähe abgesaugt wird.

In den Druckfarben können in geringen Mengen Toluol-Diisocyanat (TDI) als Härter enthalten sein. Die Mengen dieses krebserzeugenden Gefahrstoffs können so gering sein, dass keine Kennzeichnungspflicht besteht. Dennoch kann eine Gefährdung insbesondere für Schwangere und stillende Mütter vorliegen.

Die notwendigen Schutzmaßnahmen sind in der Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln. Dazu liefern die Sicherheitsdatenblätter wertvolle Hinweise, die durch den Lieferanten bereitgestellt werden müssen. Die Sicherheitsdatenblätter sind auch Bestandteil des zu erstellenden Gefahrstoffverzeichnisses. Grundsätzlich ist zu prüfen, ob Gefahrstoffe z. B. in Reinigungsmitteln etc. nicht durch weniger gefährliche Stoffe ersetzbar sind. Insbesondere bei den leicht flüchtigen Lösemitteln ist der Einsatz von geschlossenen Farbgebersystemen (Rakeltöpfe) Stand der Technik. Bleiben Zweifel an der Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen, sind Gefahrstoffmessungen über ein akkreditiertes Labor erforderlich.

Weitere Hinweise zum Umgang mit Gefahrstoffen sowie zur Be- und Entlüftung liefern der Artikel "Gefährliches Trio" ("etem", Ausgabe 2/2017) und der Abschnitt über den Siebdruck.

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