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Tonerbasierte Digitaldrucksysteme

Nach dem elektrofotografischen Prinzip arbeiten verschiedene digitale Bogen- und Rollendruck-Systeme auf der Basis von Trocken- oder Flüssigtoner. Durch eine direkte Belichtung (Laserstrahl oder LED) wird das Druckmuster übertragen. Aus Sicht des Gesundheitsschutzes sollten nicht nur die eingesetzten Arbeitsstoffe, sondern auch bei dem Druckvorgang freigesetzte Stoffe (z.B. Ozon) betrachtet werden.

Trocken- oder Pulvertoner bestehen im Wesentlichen aus Ruß/Farbpigmenten, Eisenoxiden, Styrol-Acrylat-Copolymeren und Hilfsstoffen. Bei der Herstellung des Toners werden die Inhaltsstoffe miteinander vermischt, verschmolzen und zuletzt wieder zermahlen und gesiebt, sodass ein feines Pulver entsteht.

Die Quelle für Gefahrstoffe beim Drucken und Kopieren ist zum einen der Toner, zum anderen aber das Druckverfahren selbst. Beim Druckbetrieb kann es somit verfahrens-bedingt zu geringen Emissionen von flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (Volatile Organic Compounds, VOC, aus dem Papierstrich und dem Toner), Ozon und Stäuben kommen. Die Stäube sind im Wesentlichen Papierstaub.

Die ultrafeinen Partikel, über die häufig berichtet wird, bestehen nach derzeitigem Kenntnisstand nicht aus Tonerpartikeln sondern aus schwerflüchtigen organischen Verbindungen. Diese verdampfen beim Erhitzen in der Fixiereinheit des Druckers z. B. aus dem Silikonöl und kondensieren beim Abkühlen zu feinsten Aerosolteilchen.

Weitere Informationen sind unter der Fachinformation Gefahrstoffe „Tonerstäube“ zu finden.

Bei möglichem Hautkontakt mit Toner (Nachfüllen, Reinigen) Einmalhandschuhe (z. B. aus Vinyl) benutzen. Wird an Digitaldruckmaschinen mit pulverförmigen Toner gearbeitet, dann muss ein Staubsauger bereitgehalten werden, mit dem verschüttetes Tonerpulver aufgesaugt werden kann. Bei der Anschaffung des Staubsaugers sollte man darauf achten, dass er eine sehr hohe Saugkraft hat, um verschüttetes Pulver wirksam aufzusaugen und dass er mit einem Feinstaubfilter  ausgerüstet ist. Ob spezielle, explosionsgeschützte Staubsauger zu verwenden sind, hängt von der Tonermenge und -zusammensetzung ab. Der Hersteller gibt hierzu Auskunft.

 

Flüssigtoner, die in speziellen Digitaldruckmaschinen Anwendung finden, arbeiten ebenfalls nach dem elektrofotografischen Prinzip. Die belichtete Druckfolie nimmt die elektrisch aufgeladene Farbe an den zu druckenden Stellen auf und überträgt diese auf ein Gummituch, von dem auf das Papier gedruckt wird. Die Druckfarbe wird in der Druckmaschine durch Verdünnung eines Farbkonzentrates mit einem Kohlenwasserstofflösemittel druckfertig aufbereitet. Die in den Farbkonzentraten eingesetzten Farbpigmente sind durchaus vergleichbar mit den farbgebenden Pigmenten in konventionellen Offsetfarben. Es tritt beim Trocknungsprozeß, trotz Filtersystemen, eine Verdunstung von Kohlenwassenstoffen in die Raumluft auf. Dies ist im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung und Konzeption der Be- und Entlüftung sowie Absaugung zu berücksichtigen.

Bei Arbeiten mit möglichem Hautkontakt zu Kohlenwasserstoffen sowie bei der Entfernung von Farbresten geeignete Chemikalienschutzhandschuhe aus Nitrilkautschuk verwenden.

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