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Wissen

Illustration Störung Maschine
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Kultur - das sind die geschriebenen und ungeschriebenen Regeln in einem Unternehmen. Das ist der Umgangston, der zwischen den Beschäftigten herrscht, das Betriebsklima. Das sind genauso Traditionen, die sich herausgebildet haben oder auch Tabus.

Unternehmensgründer, Chefs und Führungskräfte prägen die Kultur. Aber auch langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können Vorbild sein: Im Guten wie im Schlechten.

Kultur entsteht durch gemeinsame Erfahrungen. Da kann sich ein Unfall vor mehreren Generationen ereignet haben und weiterhin das Verhalten bestimmen. Aber auch das Hier und Jetzt hat großen Einfluss: Trägt der Firmeninhaber Sicherheitsschuhe in der Werkshalle oder macht er bei sich selbst eine Ausnahme?

Es ist so lange nichts passiert
Diesen Satz hört man in manchen Unternehmen. Die Schlussfolgerung lautet oft: "Wir haben sichere Arbeitsbedingungen. Wir brauchen uns um Sicherheit und Gesundheit keine Gedanken machen."

Eine solche Haltung fördert den Glauben, persönliches Fehlverhalten, Pech oder Schicksal wären die Ursachen von Unfällen und Krankheit. Eine fatale Einschätzung - die aktiver Gefahrenabwehr entgegensteht.

Sicherheit wird Routine
Besser ist es, wenn in alltäglichen Routinen um immer noch sicherere Arbeitsbedingungen gerungen wird: Es ist nichts passiert - weil wir aufmerksam waren und aktiv auf mögliche Probleme hingewiesen haben. Diese Haltung ist proaktiv und wertschöpfend für das Unternehmen. Sie entsteht, wenn gemeinsam die Erfahrung gemacht wird, dass sich achtsames, sicherheitsorientiertes Handeln lohnt.

Lohnende Investition
Das Kosten-Nutzen-Verhältnis von Investitionen in Sicherheit und Gesundheit liegt nach Forschungsergebnissen der Justus-Liebig-Universität Gießen bei 1,6. Das bedeutet: Für 100 Euro, die ein Unternehmen in Prävention investiert, schlagen langfristig 160 Euro Ertrag zu Buche.

Hier erfahren Sie etwas über die Grundlagen: das Fünf-Stufen-Modell für die Unternehmenskultur und die sechs Handlungsfelder:

Das 5-Stufen-Modell der gesetzlichen Unfallversicherung hilft Ihnen einzuschätzen, wo in etwa Ihr Betrieb steht und welche Veränderungen möglich sein könnten.

5-Stufen-Modell
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Das Ziel

Das 5-Stufen-Modell hilft dabei, eine gemeinsame Vorstellung und Sprache zu entwickeln, wie betriebliche Prävention auf hohem Niveau aussehen kann - auch separat für einzelne Betriebsbereiche oder Standorte. Es dient dazu, unerwünschte Verhaltensmuster zu identifizieren und einen betrieblichen Lernprozess in Richtung einer proaktiven und wertschöpfenden Präventionskultur zu fördern.

Die fünf Stufen

Gleichgültig: Sicherheit und Gesundheit spielen keine Rolle im Betrieb. Sie werden nur zum Thema, wenn es darum geht (straf-)rechtlichen oder wirtschaftlichen Schaden abzuwenden.

Reagierend: Sicherheit und Gesundheit werden im Betrieb ernst genommen - allerdings nur, nachdem etwas passiert ist, also zum Beispiel nach einem Vorfall oder wenn der Krankenstand auffällig hoch ist. Es werden einfache, eher kurzfristig gedachte Maßnahmen ergriffen.

Regelorientiert: Sicherheit und Gesundheit haben im Betrieb einen hohen Stellenwert. Es herrscht die Meinung, dass Sicherheit und Gesundheit vor allem durch strikte Regeln und Kontrolle zu erreichen sind.

Proaktiv: Hier werden verbindliche Regeln und Systeme als wichtig erachtet, aber nicht als ausreichend. Gemeinsam versuchen Führung und Beschäftigte Gefährdungen aufzuspüren, bevor es zu Unfällen und Erkrankungen kommt.

Wertschöpfend: Eine noch weiter entwickelte Sicherheits- und Gesundheitskultur, in die kontinuierlich investiert wird und die den Betrieb insgesamt leistungsfähiger macht.

Die unsichtbare Barriere

Das Modell beschreibt einen Prozess der kontinuierlichen Verbesserung. Die ersten drei Stufen stehen für einen noch nicht selbstverständlichen Umgang mit den Themen Sicherheit und Gesundheit. Auf den höheren Stufen werden Unfälle und Erkrankungen mit einem anderen Blick betrachtet: Mögliche Folgen für Sicherheit und Gesundheit werden bei Entscheidungen und Aktivitäten selbstverständlich bedacht - dann ist der Perspektivwechsel gelungen.

Erklärfilm 5-Stufen-Modell

Führungskräfte leisten doppelte Arbeit: Neben fachlichen Aufgaben tragen sie disziplinarische Verantwortung für ihr Team. Führungskräfte sind mit Erwartungen aus vielen Richtungen konfrontiert: Geschäftsführung, Kunden und eigene Mitarbeiter. Sie müssen entscheiden und stehen immer wieder vor einem Dilemma: Schnell oder sicher arbeiten? Regeln beachten oder flexibel reagieren? Kontrolle oder Vertrauen? etc.

Gesundheitsgerechte Führung? Nur ein Schlagwort?
Für Vorgesetzte zahlt es sich aus, auf die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu achten: Geringere Fehlzeiten, höhere Produktivität und Innovationsfähigkeit werden durch eine gesundheitsgerechte Führung gefördert. Sieben Führungsregeln sollten beachtet werden.

  1. Verantwortung übernehmen:
    Entscheidungen auf Basis der Werte, Respekt vor dem Anderen, Fairness, Legalität und Integrität treffen und für die Auswirkungen des eigenen Handelns einstehen
  2. Sinn vermitteln, Ziele vereinbaren:
    für Orientierung sorgen und realistische Ziele in einem transparenten Verfahren gemeinsam mit den Mitarbeitenden vereinbaren, regelmäßige Rückmeldetermine wahrnehmen und Feedback geben, Entwicklungsziele der Mitarbeitenden fördern
  3. Mitarbeitende beteiligen:
    kooperatives, mitarbeiter- und mitwirkungsorientiertes Führungsverhalten zeigen, in dem beteiligungsorientierte Diskussionsforen als selbstverständliche Führungsinstrumente eingesetzt werden
  4. Unterstützung geben:
    Kompetenzen, Ressourcen und Aufgaben harmonisieren, Handlungsspielräume einräumen, gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen gestalten und Mitarbeitende aktiv unterstützen
  5. Kontakt pflegen:
    füreinander Zeit nehmen, Anerkennung und Wertschätzung zum Ausdruck bringen
  6. Führungskompetenz entwickeln:
    das eigene Führungsverhalten reflektieren, offen sein für Rückmeldungen und Qualifizierungsangebote nutzen
  7. Sich selbst gesund führen:
    der eigenen Gesundheit Aufmerksamkeit schenken und sich im Klaren darüber sein, dass das eigene Verhalten von anderen zum Vorbild genommen wird

Der erste Schritt dazu ist, dass Führungskräfte ihre eigene Gesundheit ernst nehmen. Wer sich mit Grippe ins Büro schleppt, darf sich nicht wundern, wenn Beschäftigte glauben, sie müssten das auch tun.

Der zweite Schritt sind Unternehmensleitlinien, die Erwartungen an das Führungsverhalten und das Verhalten der Mitarbeitenden definieren. Hier muss zunächst ein klares Signal von der Unternehmensleitung ausgehen, die klare Erwartungen und Ziele definiert. Dabei sollte unbedingt bedacht werden: Führung erfordert zum einen Zeit, zum anderen über die fachliche Qualifikation hinausgehende Fähigkeiten, die gegebenenfalls weitere Qualifizierung erfordern.

Was sind die Merkmale einer gesundheitsorientierten Führungskultur?

  • Führungsgrundsätze sind im Unternehmensleitbild beschrieben. Sie spiegeln Werte wie Sicherheit und Gesundheit wieder. Die Umsetzung wird kontinuierlich überprüft.
  • Führungskräfte nehmen ihre Vorbildfunktion wahr, indem sie für die Einnahme einer aktiven Rolle im Kulturwandel vorbereitet werden.
  • Eine Unterstützung durch Vorgesetzte, die persönlichen Kontakt und Zeit erfordert, ist nicht durch eine große Führungsspanne limitiert.
  • Kooperatives, mitarbeiter- und mitwirkungsorientiertes Führungsverhalten wird gefördert. Es gibt Gesprächsformate, die regelmäßig stattfinden, zum Beispiel Ideentreffs.
  • Es gibt kontinuierliche Führungskräfteentwicklungen, die Aspekte der Sicherheit und Gesundheit beinhalten.
  • Gesundheitsorientierte Selbstführung wird gefördert.

Eine Kollegin, die nicht grüßt, oder eine Führung, die zu Gerüchten schweigt, sendet Botschaften ohne Worte aus. Gute Kommunikation bedeutet, Informationen gezielt weiterzugeben und sich auf Augenhöhe zu begegnen.

Der regelmäßige Austausch von Informationen ist eine Voraussetzung, um erfolgreich sicher und gesund miteinander arbeiten zu können. Missverständnisse und verloren gegangene Informationen hingegen sind betriebliche Störfälle: Prozesse können sich verlangsamen, die Qualität der Produkte leidet, gesundheitliche Risiken oder Unfälle drohen, Unzufriedenheit und Ärger können die Folgen sein.

Wertschätzung als Grundlage
Besonders heikel ist die Kommunikation, wenn es um Fehler oder Probleme geht. Kritik sollte sich immer auf einen konkreten Vorgang beziehen: "Am Montag hat das Sicherheitsteam 30 Minuten auf Sie gewartet. Was war da los?" statt zu verallgemeinern: "Sie kommen immer zu spät." Kritik sollte sachlich sein und nicht persönlich werden.

Feste Termine helfen
"Mich hat ja niemand gefragt …", so oder so ähnlich klingt es, wenn kleine Versäumnisse plötzlich in große Konflikte münden. Manchmal fehlt es einfach an einem regelmäßigen Austausch - zum Beispiel einmal im Monat im Rahmen eines Ideentreffens. Dabei handelt es sich um regelmäßige Besprechungen mit einer Ergebnisdokumentation. Das Ziel: Die Belegschaft soll miteinander reden und so Störungen vermeiden, die die Sicherheit und Gesundheit im Betrieb gefährden. Die Moderation dieser Veranstaltung sollte wechseln, die Dokumentation ist Aufgabe der Betriebsleitung.

Was sind die Merkmale einer gesundheitsorientierten betrieblichen Kommunikation?

  • Es ist klar, wo und wie betriebsrelevante Informationen verfügbar sind.
  • Beschäftigte haben Zugang zu den für sie relevanten Informationen.
  • Ein wertschätzendes Kommunikationsverhalten wird gepflegt und gefördert.
  • Beschäftigte erhalten eine Rückmeldung über die eigene Arbeitsleistung.
  • Jahresmitarbeitergespräche werden eingeführt oder verbessert.
  • Regelmäßige Team- oder Bereichsbesprechungen oder andere Formen der regelmäßigen Kommunikation untereinander finden statt.
  • Es bestehen Möglichkeiten zum informellen Austausch.

Die Einbindung Beschäftigter in betriebliche Entscheidungen ist für alle Beteiligten gewinnbringend: Erstens sind Beschäftigte auf der operativen Ebene die besten Fachleute - ihr Wissen nutzt dem Unternehmen. Zweitens motiviert und stärkt es Beschäftigte, wenn ihre Meinung wertschätzend erfragt und berücksichtigt wird. Drittens haben gemeinsam getroffene Entscheidungen die beste Chance, verwirklicht zu werden. Auch die betrieblichen Interessenvertretungen sind hierbei wichtige Partner und Multiplikatoren.

Gefährdungsbeurteilung
Gute Beteiligungsmöglichkeiten bietet die Gefährdungsbeurteilung, die gesetzlich vorgeschrieben für alle Arbeitsplätze zu erstellen ist. Wer die jeweiligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einbezieht, um Gefährdungen zu ermitteln und Schutzmaßnahmen abzuleiten, bekommt praxistaugliche Lösungen.

Wie eine Gefährdungsbeurteilung - auch unter Berücksichtigung psychischer Belastungen wie im Arbeitsschutzgesetz gefordert - beteiligungsorientiert und rechtssicher gelingt, erklärt ein kurzer Film.

Verbesserungsvorschläge
Um gemeinsam Verbesserungen zu erzielen, bietet sich ein Vorschlagswesen an: Eine zentral im Betrieb platzierte Tafel, ein Briefkasten oder eine App laden Beschäftige ein, Ideen einzureichen. Wichtig ist es, eine zeitnahe und wertschätzende Rückmeldung zu organisieren.

Einkauf von persönlicher Schutzausrüstung
Bei der Auswahl von persönlicher Schutzausrüstung sollten Beschäftigte beteiligt werden. Das erhöht die Akzeptanz.

Ideentreffen
Ein effektives Instrument, um gemeinsam Ideen zu entwickeln, ist der Ideentreff: eine praktische Hilfestellung für kleine Betriebe, um die Ideen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stärker einzubinden. Kernstück sind regelmäßige, nach einem festgelegten Muster ablaufende Mitarbeiterbesprechungen.

Detaillierte Informationen zu Ideentreffen finden Sie in der Broschüre DGUV Information 206-007 "So geht's mit Ideen-Treffen".

Wer Fehler offen anspricht, kann daraus lernen und Unfallrisiken vermeiden. Eine offene Fehlerkultur trägt viel zu Sicherheit und Gesundheit bei: Fehler werden nicht verheimlicht, sondern als Lernchancen begriffen und genutzt, um einen Betrieb sicherer und gesünder zu machen.

Die Fehlerkultur eines Betriebes beschreibt, wie dort mit Fehlern und deren Folgen umgegangen wird. Idealerweise werden Fehler offen gelegt und geprüft, was daraus zu lernen ist. Beispiel Beinahe-Unfall: Auch, wenn nichts passiert ist, lässt sich ein solches Ereignis nutzen, um Gefahrenquellen abzustellen. Würde es hingegen mit einem "Noch einmal gut gegangen" abgetan, wäre eine Chance zum Lernen vertan. Beim nächsten Mal geht es vielleicht nicht mehr gut aus...

Motor für Verbesserung
Einen Fehler zuzugeben, fällt nicht leicht. Insbesondere, wenn negative Reaktionen drohen. Ob jemand offenlegt, wenn etwas schiefgegangen ist, hängt vom Stellenwert ab, der Fehlern in Arbeits- und Lernprozessen zugeschrieben wird. Wirkungsvoll ist, die Fehlerkultur als Teil eines Managementsystems sowie in den Leitlinien eines Betriebes zu beschreiben. Allen Beschäftigten ist bewusst, dass die Meldung von Fehlern und Beinahe-Unfällen ausdrücklich erwünscht ist. Denn wer solche Ereignisse analysiert, kann Schlussfolgerungen über deren Ursachen ziehen und Schutzmaßnahmen treffen. Wenn Führungskräfte und Beschäftigte frei von Angst Fehler eingestehen und gemeinsam daraus für die Zukunft lernen, herrscht eine offene Fehlerkultur. Sie ist der Motor ständiger Verbesserung - auch für Sicherheit und Gesundheit im Betrieb.

Was sind die Merkmale einer guten betrieblichen Fehlerkultur?

  • Führungskräfte und Beschäftigte gehen gleichermaßen offen mit Fehlern um.
  • Eine konstruktive Fehlerkultur ist in das Unternehmensleitbild oder Ähnliches aufgenommen.
  • Alle Beschäftigten werden über Fehlermeldungen und -bearbeitung informiert.
  • Fehler und Fehlerrisiken werden transparent gemacht, bewertet und Maßnahmen abgeleitet und umgesetzt.
  • Beinahe-Unfälle werden erfasst und ausgewertet.
  • Kontinuierliche Verbesserungssysteme und -prozesse sind eingeführt und werden umgesetzt.
  • Gespräche in Unternehmen werden ohne Schuldzuweisung und konstruktiv durchgeführt, um Lernen zu ermöglichen.

Ein gutes Betriebsklima entsteht durch gegenseitige Wertschätzung, Respekt und Vertrauen. Jeder Betrieb hat seinen eigenen Charakter. Er wird geprägt vom sozialen Klima, das dort herrscht und für alle spürbar ist. Ein gutes Betriebsklima beeinflusst Gesundheit und Sicherheitsverhalten der Beschäftigten positiv. Und ist zugleich ein Erfolgsfaktor.

Das Betriebsklima beschreibt die Eigenschaften und Attribute eines Betriebes. Studien belegen seinen Einfluss auf die Gesundheit - sowohl der einzelnen Beschäftigten als auch der Organisation als Ganzes. Denn ein gutes Betriebsklima geht einher mit einer Reihe von grundlegenden Werten, die gleichermaßen leistungsfähige Betriebe auszeichnen:

  • ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl
  • soziale Unterstützung
  • gegenseitiges Vertrauen
  • gute Kommunikation
  • konstruktiver Umgang mit Fehlern und Konflikten
  • gemeinsame Werte und Normen
  • individuelle Wertschätzung
  • gute Führung

Kollegialität und gegenseitige Unterstützung
Ein gutes Sozialklima gibt Beschäftigten Raum für stärkende Lern- und Arbeitserfahrungen. Die Führung und der Umgang miteinander sind kollegial und wertschätzend. Gemeinsam mit einer guten Kommunikation prägt das soziale Klima entscheidend, inwieweit sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit "ihrem" Betrieb identifizieren, ob sie gerne zur Arbeit kommen oder gar stolz sind, dort zu arbeiten. Dies kann seinen Ausdruck auch in Betriebsfeiern, Gesundheitstagen und anderen gemeinsamen Aktivitäten finden.

Gemeinsame Werte und Regeln
Ein gutes Betriebsklima basiert auf gemeinsamen Werten und Regeln - und dem guten Austausch darüber. Mit Blick auf Sicherheit und Gesundheit heißt das: Beschäftigte übernehmen die Sicherheitskultur und gesundheitsgerechtes Verhalten in ihr eigenes Handeln - oft auch außerhalb der Arbeitswelt.

Was sind die Merkmale eines gesundheitsorientierten Betriebsklimas?

  • Es herrscht ein Klima sozialer Unterstützung und Wertschätzung.
  • Die Kollegialität beruht auf gemeinsamen Regeln und Werten.
  • Führungskräfte und Beschäftigte gehen offen und bewusst miteinander sowie mit Konflikten und Fehlern um.
  • Es werden gemeinsame Aktivitäten wie Betriebsfeste, Gesundheitstage, Betriebssport angeboten und gefördert.

Wo Sicherheit und Gesundheit als strategische Werte benannt sind, werden sie im täglichen Denken und Handeln immer selbstverständlicher.

Bereits beim Einkauf von Werkzeugen, beim Umbau von Lagerhallen und bei anderen betrieblichen Entscheidungen müssen Sicherheit und Gesundheit eine Rolle spielen. Was bei Maschinen vielleicht auf der Hand liegt, ist in anderen Bereichen vielleicht nicht so deutlich, etwa der Organisation von Dienstreisen.

Gerade bei kostspieligen Anschaffungen lohnt es sich, vor dem Kauf an Sicherheit und Gesundheit zu denken, als nachher für teures Geld nachrüsten zu müssen.

Im Kern geht es darum, Sicherheit und Gesundheit nicht als Anhängsel zu sehen, sondern als integralen Bestandteil aller Handlungen im Unternehmen.

Was sind die Merkmale einer gelungenen Integration von Sicherheit und Gesundheit in die Kultur?

  • Sicherheit und Gesundheit sind in Leitlinien, Unternehmenszielen oder in einer Betriebsvereinbarung verankert.
  • Es wird in Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit investiert.
  • Sicherheit und Gesundheit sind zentrale Werte in allen Unternehmensbereichen.
  • Beschäftigte aller Hierarchieebenen messen Sicherheits- und Gesundheitsaspekten in ihrem täglichen Handeln und bei Entscheidungen einen hohen Stellenwert bei.
  • Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit sind eingeführt.
  • Beschäftigte werden von Anfang an zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit geschult.
  • Sicherheit und Gesundheit sind fester Bestandteil jeder Besprechung.
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