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Fehlerkultur

Wer Fehler offen anspricht, kann daraus lernen und Unfallrisiken vermeiden. Eine offene Fehlerkultur trägt viel zu Sicherheit und Gesundheit bei: Fehler werden nicht verheimlicht, sondern als Lernchancen begriffen und genutzt, um einen Betrieb sicherer und gesünder zu machen.

Die Fehlerkultur eines Betriebes beschreibt, wie dort mit Fehlern und deren Folgen umgegangen wird. Idealerweise werden Fehler offen gelegt und geprüft, was daraus zu lernen ist. Beispiel Beinahe-Unfall: Auch, wenn nichts passiert ist, lässt sich ein solches Ereignis nutzen, um Gefahrenquellen abzustellen. Würde es hingegen mit einem "Noch einmal gut gegangen" abgetan, wäre eine Chance zum Lernen vertan. Beim nächsten Mal geht es vielleicht nicht mehr gut aus...

Motor für Verbesserung
Einen Fehler zuzugeben, fällt nicht leicht. Insbesondere, wenn negative Reaktionen drohen. Ob jemand offenlegt, wenn etwas schiefgegangen ist, hängt vom Stellenwert ab, der Fehlern in Arbeits- und Lernprozessen zugeschrieben wird. Wirkungsvoll ist, die Fehlerkultur als Teil eines Managementsystems sowie in den Leitlinien eines Betriebes zu beschreiben. Allen Beschäftigten ist bewusst, dass die Meldung von Fehlern und Beinahe-Unfällen ausdrücklich erwünscht ist. Denn wer solche Ereignisse analysiert, kann Schlussfolgerungen über deren Ursachen ziehen und Schutzmaßnahmen treffen. Wenn Führungskräfte und Beschäftigte frei von Angst Fehler eingestehen und gemeinsam daraus für die Zukunft lernen, herrscht eine offene Fehlerkultur. Sie ist der Motor ständiger Verbesserung - auch für Sicherheit und Gesundheit im Betrieb.

Was sind die Merkmale einer guten betrieblichen Fehlerkultur?

  • Führungskräfte und Beschäftigte gehen gleichermaßen offen mit Fehlern um.
  • Eine konstruktive Fehlerkultur ist in das Unternehmensleitbild oder Ähnliches aufgenommen.
  • Alle Beschäftigten werden über Fehlermeldungen und -bearbeitung informiert.
  • Fehler und Fehlerrisiken werden transparent gemacht, bewertet und Maßnahmen abgeleitet und umgesetzt.
  • Beinahe-Unfälle werden erfasst und ausgewertet.
  • Kontinuierliche Verbesserungssysteme und -prozesse sind eingeführt und werden umgesetzt.
  • Gespräche in Unternehmen werden ohne Schuldzuweisung und konstruktiv durchgeführt, um Lernen zu ermöglichen.
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